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10:58 08.09.2021
Verletzungsbedingt war es für Marburgs Runningback Marcus Cox (rechts) eine schwierige GFL-Saison.
Verletzungsbedingt war es für Marburgs Runningback Marcus Cox (rechts) eine schwierige GFL-Saison. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

So richtig glücklich war am vergangenen Sonntagabend (5. September) kein Spieler und Verantwortlicher der Marburg Mercenaries. Das Team hatte in der German Football League (GFL) gerade im eigenen Stadion das Hessenderby gegen Frankfurt Universe verloren, damit dem Tabellenletzten der Südgruppe den ersten Sieg beschert und zugleich den ersten Heimsieg verpasst. Es war ein Abschluss, der sinnbildlich stand – für eine Saison mit Pleiten, Pech und Pannen für die „Söldner“, die mit nur zwei Siegen und acht Niederlagen als Sechster der Südgruppe die Playoffs deutlich verpassten.

„Ich werde jetzt erst mal meine Wunden heilen lassen“, sagte Sonny Weishaupt. Der Marburger Quarterback spielte ab der vierten Woche nach Liga-Start mit einem Muskelfaserriss. Der Spielmacher ist damit einer von vielen Leistungsträgern, die entweder verletzt aufliefen oder komplett ausfielen.

Kein Importspieler bestritt alle Partien

Ob Runningback Marcus Cox in der Offensive oder Ruben De Ruyter in der Defensive – die Marburger hatten es selten leicht. „Von den Importspielern hat keiner alle zehn Partien bestreiten können“, bedauert Sportdirektor Michael Dalkowski.

Letztlich fehlte es nach den Ausfällen wichtiger Spieler an Erfahrung, zumal der Kader aus etwa 40 Spielern ohne GFL-Erfahrung bestand. „Und selbst für die europäischen Importspieler war die GFL schon ein höheres Niveau“, zeigt Dalkowski auf. „Dennoch ein großes Lob dafür, wie die Mannschaft trotz der Verletzungen bis zum Ende gekämpft hat. Wir haben ein tolles Mannschaftsgefüge“, lobt der Sportdirektor der „Mercs“.

Probleme in der Offensive

Der Zusammenhalt im Team konnte bei den Mercenaries, die von der Playoff-Teilnahme geträumt hatten, jedoch ein weiteres Manko nicht wettmachen. In der Offensive hakte es immer mal wieder. Ein Grund: In Tim Bishop sprang erst kurz vor der Spielzeit ein neuer Offense Coordinator ein, weil der eigentlich für die Position vorgesehene Micah Brown aufgrund der Corona-Bestimmungen keine Einreisegenehmigung erhalten hatte.

„So wurde es am Ende eine Mischung aus Tims Philosophie und dem zuvor Erlernten, was sich in der Umsetzung als nicht ganz einfach herausstellte“, stellt Dalkowski fest. Wie es auf der Position des Offense Coordinators weitergeht, steht noch nicht fest. Mit Brown steht der Verein noch in Kontakt. Möglich, dass er sich zur neuen Spielzeit im kommenden Jahr dem Team wieder anschließt.

Die Trainer-Crew bleibt zusammen

„Ansonsten bleibt unsere Trainer-Crew zusammen“, freut sich Dalkowski, dass etwa Cheftrainer Joe Tricario und Konstantinos „Gus“ Kosmakos (Special Teams) ihre Zusage für eine weitere Saison gegeben haben. Sie sind nicht die Einzigen.

Auch Sonny Weishaupt ließ nach dem Frankfurt-Spiel gegenüber der OP durchblicken, dass er bei den Marburgern gerne weiter die Bälle verteilen würde. „Das ist mein Ziel. Vertraglich haben wir uns noch nicht geeinigt, aber von meiner Seite aus – auf jeden Fall. Ich habe Lust, in Marburg etwas mit aufzubauen und meine Karriere hier ausklingen zu lassen“, sagte der Quarterback, der das Team gerne noch in die Playoffs führen will.

Mannschaftsleader Weishaupt

Auch von Vereinsseite gibt es viel Lob für den Anführer der Offensive. „Sonny war ein super Mannschaftsleader, hat viel von seiner Erfahrung weitergegeben“, sagt Dalkowski, der sich freut, dass viele Spieler bereits signalisiert hätten, kommende Saison wieder dabei zu sein. „Im Trainerteam haben wir eine gute Basis, um nicht einen Neuaufbau stemmen zu müssen“, ist der 47-jährige Sportdirektor erleichtert.

Bis November heißt es für die Spieler nun: Wunden lecken. Dann soll es mit einem Try Out mit der Vorbereitung auf die neue Saison losgehen. Bis dahin sollte auch Weishaupt seinen Muskelfaserriss auskuriert haben. Sechs bis acht Wochen plant er für seine Genesung ein.

Von Marcello Di Cicco