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Mercenaries gewinnen bei Universe
Mercenaries gewinnen bei Universe
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17:17 11.07.2021
War für die Frankfurter nicht zu fassen: Marcus Cox auf dem Weg zu einem seiner vier Touchdowns für die Marburg Mercenaries.
War für die Frankfurter nicht zu fassen: Marcus Cox auf dem Weg zu einem seiner vier Touchdowns für die Marburg Mercenaries. Quelle: Frank Heinen/imago
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Frankfurt

Erst ein Blitzstart, dann eine schwächere Phase, am Ende ein deutlicher Sieg: Die Marburg Mercenaries haben bei der Frankfurt Universe mit 42:12 gewonnen – und damit die Pflicht erfüllt, verhindert, in den Abstiegskampf der Südstaffel der German Football League zu geraten. Eine Galavorstellung war es nicht, die das Team von Headcoach Joe Tricario am Bornheimer Hang zeigte, aber doch eine solide Vorstellung, die gegen die zwar verbessert auftretenden, phasenweise aber dennoch überfordert wirkenden Gastgeber ausreichte.

Die Marburger gingen direkt Risiko, spielten einen vierten Versuch an der Mittellinie aus, blieben in Ballbesitz. Nachdem sie bei ihrem ersten Drive auch von einem Frankfurter Foul profitierten, war es schließlich Marcus Cox, der den Ball in die Endzone trug.

Der neue Quarterback

Nicola Pirones PAT war gut – 7:0 für die „Söldner“ nach gut vier Minuten. Und es ging für die Gäste perfekt weiter: Der erste Frankfurter Drive wurde früh gestoppt. Den Punt fing Marvin Hart, nahm Fahrt auf, brach über die rechte Seite durch. Wieder zielte Kicker Pirone genau genug – 14:0.

Der Hausherren dürften sich an ihre Spiele bei den Munich Cowboys (0:72) und gegen die Saarland Hurricanes (0:83) erinnert gefühlt haben. Doch seitdem, auch seit dem 20:55 zwei Wochen zuvor in Stuttgart, hat sich am Main einiges getan, ist nicht nur im Training an der Fehlervermeidung gearbeitet worden, sondern wurde auch personell nachgelegt, vor allem auf der Quarterback-Position: Glen Cuilette hat eine Menge Erfahrung mitgebracht.

PAT-Versuch geblockt

Immer wieder suchte der neue Spielmacher Brandon Butler, fand ihn zunächst meist, auch mit einem langen Pass zu Beginn des zweiten Viertels – Touchdown für die Universe. Gute Arbeit machte das Marburger Special Team beim PAT-Versuch, der geblockt wurde. Frankfurt kam daher nur auf 6:14 heran, war nun aber besser im Spiel, stoppte mehrmals Drives der Marburger, die es sich durch viele Strafen aber auch unnötig schwer machten.

Tricario hatte vor dem Spiel gefordert, dass sein Team „endlich alle vier Quarter auf höchstem Level und mit voller Konzentration“ spielen müsse, nachdem in den bisherigen drei Heimspielen jeweils eine Führung aus der Hand gegeben und lediglich in Stuttgart ein Sieg eingefahren worden war. Im Osten Frankfurts gelang das zwar nicht, gefährdet schien der Sieg aber nur kurzzeitig – bis Cox einmal mehr den Turbo einschaltete. Bei seinem Lauf über die rechte Seite brach der US-Amerikaner drei Tackles, lief zum zweiten Mal in die Endzone. Pirone machte die 21:6-Pausenführung perfekt. Ähnliches Spiel kurz nach Beginn des dritten Viertel: Cox war nicht zu halten, der Kicker treffsicher – 28:6.

Siebert darf am Ende ran

Dass die Frankfurter durch Aaron Edelmann, der einen kurzen Pass von Cuilette fing, auf 12:28 verkürzten (die folgende Two-Point Conversion blieb ohne Erfolg), war für die Marburger zu verkraften, zumal Hart den Ball nach dem folgenden Kick-off über den kompletten Platz trug. Im Schlussviertel war es dann noch einmal Cox, der an der eigenen 35-Yard-Linie startete und zum vierten Mal erst in der Endzone stehenblieb.

Pirone, zuvor auch beim vierten und beim fünften PAT erfolgreich, verfehlte kurz vor Schluss ein Field Goal aus 42 Yards Entfernung. In der Vorwoche hatte er kurz vor Schluss die Chance auf ein Unentschieden gegen die Munich Cowboys (21:24-Endstand) vergeben, diesmal hatte der Fehlschuss nur statistischen Wert.

Nächste Partie in Saarbrücken

Als Quarterback stand zu diesem Zeitpunkt Dennis Siebert auf dem Platz. Sonny Weishaupt, der im Spiel gegen München mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, konnte sich in der Schlussphase schonen.

Nach zwei spielfreien Wochenenden geht es für die Mercenaries am 1. August in Saarbrücken bei den Saarland Hurricanes weiter. Wollen die Marburger eine Chance auf die Playoffs haben, müssen sie auch ihr drittes Auswärtsspiel gewinnen.

Von Stefan Weisbrod