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20:21 26.06.2022
Die Marburger Dominic Allisson (rechts) und Amin Black versuchen, Lucky Dozier aufzuhalten. Der Münchner Running Back lief zu zwei Touchdowns.
Die Marburger Dominic Allisson (rechts) und Amin Black versuchen, Lucky Dozier aufzuhalten. Der Münchner Running Back lief zu zwei Touchdowns. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das ist nicht das gewesen, was sich Joe Tricario, was sich seine Mannschaft, was sich die deutliche Mehrheit der knapp 900 Zuschauerinnen und Zuschauer im Georg-Gaßmann-Stadion vorgestellt hatten: Die Marburg Mercenaries haben gegen die Munich Cowboys eine enttäuschende Vorstellung abgeliefert, mit 7:37 verloren. Erst kurz vor Schluss kamen die „Söldner“ überhaupt aufs Scoreboard.

Er habe es nicht geschafft, sein Team „so vorzubereiten, dass wir mitspielen können“, zeigte sich Headcoach Tricario nach dem Spiel selbstkritisch. Tatsächlich war auf dem Rasen ein Klassenunterschied erkennbar: Die Marburger Defensive, die sich über weite Strecken im Hinspiel in München (7:19-Niederlage) wie auch zuletzt bei den Saarland Hurricanes (24:14-Sieg) aufmerksam präsentiert hatte, offenbarte sowohl beim Pass- als auch mit dem Laufspiel der Gäste große Probleme. Und die Offensive brachte kaum einen soliden Drive auf den Platz.

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Rückblickend bezeichnend: Bevor Quarterback Sonny Weishaupt zum ersten Mal den Ball in seiner Hand hatte, mussten die Mercenaries bereits eine Auszeit nehmen, um den Spielzug noch einmal zu besprechen. Es brachte nichts: Nach drei Versuchen und einem kurzen Punt zeigten die Cowboys, wie es geht, arbeiteten sich vor, ehe Lucky Dozier das „Ei“ aus kurzer Distanz in die Endzone trug. Robert Werner machte den Extrapunkt, gab sich auch bei seinen weiteren Kicks keine Blöße.

Viel mehr als Ansätze waren bei den Marburgern nicht zu erkennen. Auf der gegnerischen 39-Yards-Linie scheuten sie beim vierten Versuch und drei noch zu gehenden Yards das Risiko. Kurz vor Ende der ersten Hälfte kamen sie dann erfolgversprechend voran, spielten aber gegen die Uhr. Lennard Treckmanns Field-Goal-Versuch aus fast 50 Yards geriet zu kurz. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gastgeber bereits mit 0:14 hinten; wieder hatte die Verteidigung Dozier nicht stoppen können.

Marburger Punkte erst in der letzten Spielminute

Die Cowboys zogen ihr Spiel durch, liefen viel, streuten aber auch Passspielzüge ein. Nadine Nurasyid war damit „sehr zufrieden“. Sie habe mehr Gegenwehr erwartet, sagte die Cowboys-Cheftrainerin: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich wird.“ Im dritten Viertel erhöhte ihr Team mit zwei Field Goals auf 20:0, ließ aufgrund einiger Strafen Chancen auf weitere Touchdowns liegen.

Zwei machte dann Kai Silbermann im Schlussabschnitt. Sein Bewacher Sebastian Brand war machtlos, erkannte die Qualität des Münchners an, nahm es sportlich: „Aus Fehlern lernt man.“ Nach einem weiteren Field Goal von Werner schafften es die Gastgeber in der Schlussminute doch noch, die Demütigung eines Spiels ohne eigene Punkte zu vermeiden, mit Unterstützung der Gäste: Eigentlich war der Drive bereits beendet, eine Strafe brachte die Mercenaries aber wieder an den Ball. Schließlich fand Weishaupt mit einem langen Ball Aaron Seward, der Dominik Titz abschüttelte und die letzten Meter in die Endzone lief. Treckmann kickte den Ball zum Endstand zwischen die Stangen.

Meister Dresden feiert zweiten Sieg

Während in der Südstaffel der German Football Leagueam Wochenende nur das Spiel der Marburg Mercenaries gegen die Munich Cowboys ausgetragen wurde, haben in der Nordgruppe gleich drei Partien stattgefunden. Titelverteidiger Dresden Monarchs gelang im fünften Spiel der erst zweite Saisonsieg: 27:23 bei den Berlin Rebels. Die Berlin Adler siegten indes hauchdünn mit 34:33 in Köln; ein Field Goal brachte die Entscheidung zugunsten der Hauptstädter. Eine klare Sache zugunsten der Gäste aus Braunschweig war die Partie bei den Düsseldorfer Panthern, die die Lions mit 59:6 für sich entschieden.

Die Cowboys übernahmen mit dem vierten Sieg im vierten Spiel zunächst die Tabellenführung in der GFL Süd. Für die Mercenaries geht es nach der zweitem Niederlage in der dritten Partie der Saison am nächsten Samstag (15 Uhr) bei den Straubing Spiders weiter. Dort muss eine deutliche Leistungssteigerung her.

Von Stefan Weisbrod