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Vorsicht vor Ryan Smith und Co.
Vorsicht vor Ryan Smith und Co.
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09:58 20.06.2021
Marburgs Aaron Seward (Mitte, gegen Niall Padden von den Allgäu Comets) sucht sich seinen Weg durch die gegnerische Defensive.
Marburgs Aaron Seward (Mitte, gegen Niall Padden von den Allgäu Comets) sucht sich seinen Weg durch die gegnerische Defensive. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der jüngste 38:29-Sieg in der German Football League (GFL) gegen die Stuttgart Scorpions war wichtig für die Marburg Mercenaries – immens wichtig nach der Auftaktniederlage gegen die Allgäu Comets. „Unserem Coach Joe Tricario hat man nach dem Sieg angesehen, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen ist“, sagt Michael Dalkowski.

Und auch der Sportdirektor der Marburger weiß, wie wichtig es ist, nicht früh vom Weg abzukommen, will man das Saisonziel Playoffs erreichen. „Die Saison ist kürzer. Wenn es da gleich 0:2 steht, wird es nicht gerade leichter“, begründet Dalkowski. Nach seinem ersten Sieg als Cheftrainer der Marburger sieht Tricario aber noch Steigerungspotenzial: „Das Team hat noch nicht sein volles Leistungspotenzial auf den Platz bringen können“, meint der US-Amerikaner, der für Sonntag „eine weitere Steigerung“ erwartet und im selben Atemzug vor „den gefährlichen Angriffswaffen der Ravensburger“ warnt.

Schweres Spiel

Im zweiten Heimspiel gibt am Sonntag (20. Juni, 16 Uhr) in den Ravensburg Razorbacks ein Aufsteiger erstmals seine Visitenkarte im Georg-Gaßmann-Stadion ab, der zuletzt mit 27:26 gegen die Munich Cowboys zum ersten GFL-Sieg kam. „Ich erwarte ein so schweres Spiel wie gegen die Comets. Ravensburg ist kein typischer Aufsteiger“, warnt Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski, der „ein Spiel auf Augenhöhe“ erwartet, die „Mercs“ sogar etwas in der Underdog-Rolle sieht. „Aber wir wollen gewinnen. Der Sieg gegen Stuttgart gibt uns Auftrieb“, sagt Carsten Dalkowski.

Nicht nur Top-Europäer, auch gute amerikanische Akteure haben die „Rasiermesser“ aus der Nähe des Bodensees in ihren Reihen: etwa Runningback Lennis McFerren (145 Yards in zwei Partien), den österreichischen Nationalspieler Jan Grischenig, der bisher auf drei Touchdowns kommt, oder Ryan Smith (zwei Touchdowns), auf dessen Auftritt die etwa zugelassenen 250 Zuschauer besonders gespannt sein dürfen.

Vorzeigbare Offense

Der Tight End kam 2018 als Undrafted Free Agent zu den Green Bay Packers in der nordamerikanischen NFL, bestritt mit dem viermaligen Super-Bowl-Sieger die Saisonvorbereitung, schaffte es zum Start der Spielzeit aber nicht ins Team. „Unsere Defense wird entsprechend vorbereitet sein“, verspricht Tricario mit Blick auf den Gegner.

Doch auch die „Söldner“ haben in der Offensive etwas Vorzeigbares aufzubieten, wie sie jüngst im Schwabenland unter Beweis stellten. Nachdem Marcus Cox zum Auftakt gegen Kempten noch verletzungsbedingt gefehlt hatte, kam der Runningback gegen die Scorpions zu seinem ersten Einsatz – und lieferte mit 193 Yards und drei Touchdowns sofort ab.

Cox der „different maker“

„Dafür haben wir ihn geholt“, sagt Carsten Dalkowski, dessen Bruder Michael Cox als „Different maker“ bezeichnet – als Spieler, der den Unterschied ausmachen kann, weil er für den Gegner schwer zu halten sei. „Er ist nicht umsonst Rekordhalter von Appalachian State“, sagt Michael Dalkowski, der sich freut, dass Cox nach dem Spiel schmerzfrei blieb und gegen Ravensburg zum Einsatz kommen dürfte.

Carsten Dalkowski meint, dass Cox’ Galavorstellung auch bei den Razorbacks zur Kenntnis genommen wurde und sich der Gegner verstärkt aufs Laufspiel der Marburger einstellen wird. „Dies wiederum eröffnet uns Raum für Passspiel“, sagt der Präsident. „Entscheidend wird sein, wer weniger Fehler macht und seinen Gameplan durchziehen kann“, meint Sportdirektor Michael Dalkowski.

Stadion mit 250 Zuschauern „ausverkauft“

Wie schon zum Saisonauftakt gegen die Allgäu Comets durften die Marburg Mercenaries für ihr zweites Heimspiel an diesem Sonntag (16 Uhr) gegen Aufsteiger Ravensburg Razorbacks 200 Tickets verkaufen. Und wie gegen Kempten ist die Partie ausverkauft, eine Tageskasse gibt es nicht. „Mit Geimpften und Genesenen werden etwa 250 Personen im Stadion sein können“, sagt Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski. Da die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Hessen, die unter anderem die Zulassung für Zuschauer bei Sportveranstaltungen je nach Inzidenz regelt, am 30. Juni endet und weil die Infektionszahlen stetig sinken, ist man bei den „Söldnern“ guter Hoffnung, künftig mehr Interessierte ins Georg-Gaßmann-Stadion lassen zu können. „Sofern es dann eine neue Regelung gibt, hoffen wir auf 500 Zuschauer für unser Heimspiel am 4. Juli gegen München“, sagt Dalkowski.

Von Marcello Di Cicco