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Lokalsport Brehm und der VfB sehnen sich nach Hessenliga
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15:59 04.12.2020
Manuel Brehm hat im Landkreis schon in vielen Vereinen gespielt. Nun kickt er wieder für den Club, bei dem für ihn alles begann. Foto: Tobias Hirsch
Manuel Brehm hat im Landkreis schon in vielen Vereinen gespielt. Nun kickt er wieder für den Club, bei dem für ihn alles begann. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Die Hessenliga – ein sportliches Ziel, das so ziemlich jeden Amateurfußballer reizt, wenn sich die Chance dazu bietet. Auch Manuel Brehm, seines Zeichens einer der besten Stürmer der Region, bot sich schon die Gelegenheit, in der höchsten hessischen Spielklasse auf Torejagd zu gehen.

Vor „ein paar Jahren“ klopfte die Stadtallendorfer Eintracht bei Brehm an, wollte ihn verpflichten – „mehrere Male“, wie der heute 30-Jährige im Gespräch mit der OP verrät.

„Ich hatte den Spaß am Fußball aber damals auch in Bauerbach – zumal ich dort mit vielen Jungs gespielt habe, mit denen ich auch in der Jugend zusammengespielt hatte“, erklärt Brehm, warum er sich gegen einen Wechsel entschied.

„Ich war aber auch ein bisschen blind, denn irgendwann trennen sich Wege“, sagt Brehm. Die Entscheidung, damals nicht das Wagnis eingegangen zu sein, bereut er zwar rückblickend nicht explizit – aber: „Mir fehlt etwas“, sagt er – und schiebt hinterher: „Ich glaube, ich hätte es versuchen sollen.“

Unstimmigkeiten mit früheren Verein

Mit dem VfB Marburg, bei dem Brehms fußballerische Laufbahn begann (siehe Infobox), nimmt der in Marburg aufgewachsene Angreifer seit dieser Saison einen sportlichen Anlauf auf den Klassensprung. Die „Schimmelreiter“ hatten vor der Spielzeit den Aufstieg in die Hessenliga als Ziel ausgegeben – wenn nicht in dieser Runde, dann in der kommenden.

„Peter Starostzik (Stellvertretender Sportlicher Leiter des VfB Marburg, Anmerkung der Redaktion) hat mir in einem Gespräch die Ziele des VfB für die nächsten Jahre aufgezeigt. Das hatte sich alles super und glaubwürdig angehört – auch was Spieler und Trainerteam angeht. Natürlich war es ein zusätzlicher Anreiz, noch mal höher als in der Verbandsliga zu spielen“, sagt Brehm, der bedauert, dass es nach dem Bekanntwerden des Wechsels Unstimmigkeiten mit seinem früheren Verein, dem SV Bauerbach, gab.

Beim Verein aus dem Marburger Stadtteil machte er vor einigen Jahren auch kreisübergreifend auf sich aufmerksam. Eine Entwicklung, die Brehm vor allem auf die früheren SVB-Trainer Thomas Schick und Stefan Frels zurückführt. „Was das fußballerische Verständnis angeht, habe ich viel von Thomas gelernt. Er war der erste Trainer, den ich verstanden habe. Stefan ist ein absoluter Fußballfanatiker“, sagt Brehm.

Vertrauen mit Toren zurückgegeben

Auch von seinem aktuellen Coach, Steffen Rechner, ist der 30-Jährige angetan. „Er schenkt mir sehr viel Vertrauen, womit ich anfangs nicht gerechnet hatte, weil wir gute Spieler und einen Riesenkader haben“, sagt Brehm, „Gott sei Dank, konnte ich dieses Vertrauen mit Toren zurückgeben.“ Achtmal traf der Vater von zwei Söhnen schon. Und geht es nach dem im Einzelhandel in Frankfurt tätigen Torjäger, geht dies so weiter.

„Anfangs war es für mich sehr schwer, weil ich im Vergleich zu den anderen ein komplett anderer Spielertyp bin. Ich kam mir in Testspielen fehl am Platz vor. Dies hat sich aber anders entwickelt. Die Mitspieler haben meine Stärken erkannt: Schnelligkeit und Torabschlüsse und keine hohen Bälle.“ Geht es nach Brehm und Co., bringen diese Stärken ihn und den VfB dorthin, wonach beide streben: in die Hessenliga.

Beim VfB Marburg nahm alles seinen Anfang

Manuel Brehm begann mit dem Fußballspielen in der E-Jugend des VfB Marburg, von dem er in der D-Jugend zum FSV Cappel wechselte. Zur B-Jugend zog es ihn zurück zu den „Schimmelreitern“, mit denen er in der Oberliga spielte. Danach ging es wieder nach Cappel.

„In der A-Jugend hatte ich kein ganzes Jahr gespielt“, erzählt der 30-Jährige, „ich wurde mit 17 Jahren fast jedes Wochenende in die Seniorenmannschaft hochgezogen“. Über den TSV Wittelsberg und dem 1. FC Waldtal kam Brehm zum SV Bauerbach, mit dem er 2013 den Aufstieg in die Gruppenliga schaffte.

Nach einer Saison beim 1. FC Waldtal (2015/16) gelang ihm der Klassensprung auch 2017 mit den BSF Richtsberg, als die Ballsportfreunde von der A-Liga in die Kreisoberliga aufstiegen. Nach zwei Jahren in Bauerbach (ab 2018) spielt Brehm seit Sommer wieder für den VfB Marburg.

Seine bisherige Bilanz in der Verbandsliga Mitte: 44 Treffer in 47 Partien. Ligaübergreifend erzielte der Stürmer seit der Spielzeit 2012/13 in 221 Begegnungen 197 Tore.

Von Marcello Di Cicco

03.12.2020
03.12.2020