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Lokalsport Sola will „etwas richtig Großes“ erreichen
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16:58 25.03.2021
Zurück auf dem Spielfeld: Mali Sola (Mitte) klatscht vor der Partie gegen Osnabrück mit Marie Bertholdt (links) und Theresa Simon (rechts) ab.
Zurück auf dem Spielfeld: Mali Sola (Mitte) klatscht vor der Partie gegen Osnabrück mit Marie Bertholdt (links) und Theresa Simon (rechts) ab. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Anfang Januar war nicht nur bei den Bundesliga-Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg die Stimmung im Keller, auch bei BC-Spielerin Mali Sola. Ab dem 8. Januar musste die 23-Jährige verletzungsbedingt aussetzen. „Ich hatte eine Entzündung im Knie, das mir zuvor schon ein paar Probleme bereitet hatte“, erzählt die gebürtige Hernerin, die 2016 und 2018 Kreuzbandrisse erlitt, die Operationen zur Folge hatten.

„Insofern war die neuerliche Verletzung ein totaler Rückschlag – zumal die Saison eh nicht so gut verlief. Durch den Trainerwechsel und den damit folgenden Aufschwung habe ich viel Motivation gewonnen, mich zurück zu kämpfen“, sagt Sola. Unter dem Mitte Januar freigestellten Ex-Trainer Julian Martinez hatte sie in der ersten Hälfte der Hauptrunde „nicht das Vertrauen bekommen, was ich davor bei Patrick Unger hatte und jetzt bei Christoph Wysocki habe. Woran das gelegen hat, kann ich gar nicht sagen, weil keine gesonderten Gespräche stattfanden“, sagt Sola, die nicht verhehlen will, dass sie das fehlende Vertrauen „total“ geärgert habe, zumal sie im Training um ihre Rolle im Team gekämpft habe. Doch das ist Vergangenheit. Die Gegenwart sieht für sie und die Blue Dolphins besser aus.

Der BC ist – nach zwischenzeitlichem Kampf um den Klassenerhalt – in den vergangenen Wochen in der Tabelle kräftig geklettert, hat die Hauptrunde als Vierter abgeschlossen – und trifft zum Auftakt der Playoffs voraussichtlich am Samstag (19 Uhr) im ersten Viertelfinalspiel auf die BG Göttingen. Mit dabei: Mali Sola, die nach monatelanger Pause Anfang März gegen die Panthers Osnabrück (74:67) erstmals wieder im Kader stand und zwei Tage später gegen die Eisvögel USC Freiburg (65:52) wieder spielte.

„Da war ich extrem aufgeregt, meine Hände haben gezittert. Aber ich habe mich total gefreut, auch weil ich in dem Spiel relativ früh das Vertrauen bekommen habe“, sagt Sola, die den größten Effekt durch den Trainerwechsel darin sieht, dass es Wysocki geschafft habe, „uns den Spaß wiederzubringen. Zuvor waren wir sehr eingefahren. Unter Julian war unser Spiel eher perfektionistisch, man durfte nicht unbedingt viele Fehler machen. Das war das erste, was sich unter Christoph verändert hat. Er sagte, Fehler seien absolut okay. Diese Freiheiten und das Vertrauen waren die wichtigsten Punkte“, meint Sola, die seit der Saison 2016/17 beim BC spielt, in Marburg Psychologie studiert und mit Blick auf den Playoff-Start jede Menge Ehrgeiz durchblicken lässt.

„Jetzt ist alles möglich. Viele andere Teams haben gemerkt, dass wir nicht irgendwo verschwunden sind. Ich denke, wenn wir wirklich als Team spielen und das aus uns herausholen, was wir können, dann ist super viel möglich“, sagt Sola, lobt im selben Atemzug den besonderen Teamspirit und lässt durchblicken: „Die Motivation ist groß, jetzt etwas richtig Großes zu erreichen.“ Heißt: Finale? Deutsche Meisterschaft? So weit denkt Sola (noch) nicht, für sie wären nach den vergangenen schweren Monaten weitere Minuten auf dem Parkett schon ein großer Schritt. „Ich bin voll motiviert und will auf dem Spielfeld stehen – und hoffentlich die ersten Punkte machen. Und wenn es dafür nicht reicht, bin ich auf der Bank voll engagiert.“ Eine Einstellung, die beim Erreichen von „etwas richtig Großem“ unentbehrlich ist.

Von Marcello Di Cicco

Viertelfinale im Modus „Best of Three“

Die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft beginnen für das Marburger Team voraussichtlich am Samstag: Um 19 Uhr empfängt der BC Pharmaserv die Flippo Baskets der BG Göttingen in der Georg-Gaßmann-Halle zur ersten Partie der „Best of Three“-Serie. Bedeutet: Zwei Siege sind nötig, um das Viertelfinale zu überstehen, ins Halbfinale einzuziehen. Das zweite Spiel steigt an Karsamstag (3. April, 19 Uhr) in Göttingen, eine möglicherweise nötige dritte Partie würde an Ostermontag (5. April, 19 Uhr) wieder in Marburg ausgetragen. Alle Termine müssen noch durch die Liga bestätigt werden. Die Konstellationen bei den übrigen drei Viertelfinals ist erst nach den letzten Nachholspielen der Hauptrunde heute Abend klar: Nördlingen würde mit einem Sieg gegen den Tabellenersten Keltern (Spielbeginn um 19 Uhr) als Achter noch in die Playoffs einziehen und Halle verdrängen, Herne mit einem Erfolg bei Schlusslicht Heidelberg (19.30 Uhr) den zweiten Tabellenplatz von Wasserburg übernehmen.

Medienberichte, wonach es Überlegungen gab, die Playoffs in einer Bubble (Blase) auszurichten, weist DBBL-Geschäftsführer Philipp Reuner auf OP-Anfrage zurück. „Es wurde mit den Vereinen etwa darüber gesprochen, was zu tun wäre, wenn in den Playoffs zum Beispiel positive Schnelltests auftauchen.“ Ein Bubble-Turnier sei jedoch „nie mit den Vereinen diskutiert worden“. sw/mdc