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Lokalsport MSG Kirchhain/Neustadt triumphiert im Derby
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16:59 23.11.2021
Die Gästespieler Jonas Seifert und Albert Walz stören in dieser Szene Marburg/Cappels Joon Hanke beim Wurf.
Die Gästespieler Jonas Seifert und Albert Walz stören in dieser Szene Marburg/Cappels Joon Hanke beim Wurf. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

„Derbysieger, Derbysieger“ hallte es am Samstagabend durch die Conrad-Hahn-Sporthalle in Cappel. Die Handballer der MSG Kirchhain/Neustadt behielten nach 60 kampfbetonten Minuten in der Bezirksoberliga im Nachbarschaftsduell bei der HSG Marburg/Cappel mit 28:24 die Oberhand – und feierten nach dem Spiel ausgelassen. Nach zuletzt zwei Niederlagen holten die Ostkreisler somit ihre Punkte drei und vier in der aktuellen Runde – die Marburger warten hingegen weiter auf den ersten Sieg in dieser Saison.

„Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben unser Spiel gut durchgezogen und uns in vielen Bereichen, die wir unter der Woche trainiert haben, stark verbessert“, sagte MSG-Coach Benedikt Blattner nach Spielende. Besonders die geduldige Spielweise seiner Mannschaft und die Antwort auf „einige Rückschläge“ imponierten dem Trainer.

Nachdem die Marburger in der ersten Halbzeit schnell mit drei Toren in Front lagen, kam die MSG zunehmend besser ins Spiel und ging mit einer 13:9-Führung in die Halbzeitpause. „Zehn freie Würfe ohne Tor, das tut natürlich weh. Wir waren heute einfach sehr unsicher im Abschluss und das hat uns im Endeffekt den Sieg gekostet“, resümierte Marburg/Cappel-Coach Mark Müller. Durch eine offensiveren Verteidigungsform der HSG in der zweiten Halbzeit fanden die Gäste immer wieder Lücken in der Marburger Hintermannschaft. „Wir wurden in der zweite Halbzeit vor eine neue Aufgabe gestellt. Da hat es einen Moment gedauert, bis wir uns strukturiert haben“, sagte Blattner über die Umstellung der Marburger Verteidigung. „Ein paar punktuelle Wechsel haben uns dann geholfen und wir haben zunehmend die großen Räume in vielen Eins-gegen-Eins-Situationen gut genutzt“, so der MSG-Trainer.

Albert Walz steuert 13 Tore zum Gästesieg bei

Angeführt von einem überragenden Albert Walz, der 13 Treffer zum Auswärtssieg der Ostkreisler beisteuerte, verteidigten die Gäste in der zweiten Halbzeit ihre Führung. Auch Marburgs bester Werfer Raphael Krause konnte die Niederlage mit seinen sechs Treffern nicht verhindern. Zugute kamen der MSG dabei auch zwei Disqualifikationen von Marburgern: Jan Henrik Prinz sah kurz vor Spielende nach einem vermeintlichen Gesichtstreffer gegen seinen Gegenspieler die Rote Karte, Julian Bernhardt musste nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe ab der 46. Minute zuschauen. „Es war eine typische Derbyerfahrung, aber kein unfaires Spiel“, sagte Müller, der zwar die Schiedsrichterleistung lobte, aber dennoch „ein, zwei unglückliche Entscheidungen“ gegen seine Mannschaft bemängelte.

Angesprochen auf den weiteren Verlauf der Saison hoffen beide Trainer eine Fortsetzung trotz hoher Corona-Zahlen. „Ich hoffe, dass wir so lange wie möglich spielen können und die Chance bekommen, uns für die lange Vorbereitung zu belohnen“, so Blattner. Spielerisch erhofft er sich von seiner Mannschaft „ein besseres Miteinander und eine größere Sicherheit im Ballvortrag“. Wo die MSG am Ende der Saison landet, könne er indes nur schwer einschätzen: „Wir wissen weder wo die Gegner stehen, noch wo wir wirklich stehen“, sagte Blattner, der nach zwei Siegen gegen „Gegner auf Augenhöhe“ dennoch zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft ist.

Ziel der Marburger Handballer bleibt indes der Verbleib in der Bezirksoberliga, machte Müller deutlich. Der HSG-Trainer zeigte sich trotz der vierten Niederlage in Folge optimistisch für den weiteren Saisonverlauf: „Meine Jungs können das besser als sie es heute ​gezeigt haben. Das Potenzial ist groß, jetzt muss es nur noch auf die Platte gebracht werden.“ Jedoch ist der Marburger Trainer unsicher, ob seine Mannschaft dazu die Gelegenheit bekommt: „Wir alle wollen gerne spielen, aber es gibt auch wichtigere Dinge als Handball“, so Müller, der weiß, wovon er spricht: Er arbeitet als Krankenpfleger am Klinikum.

Von Luca Hartmann