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Lokalsport Lorenz Purbs, der strenge „Türsteher“
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19:25 25.10.2019
VfB-Keeper Lorenz Purbs wirft sich im Derby gegen die SF BG Marburg Clemens Haberzettl entgegen. Quelle: Foto: Miriam Prüßner
Marburg

Der 20-jährige Torwart des Fußball-Verbandsligisten VfB Marburg hat in seinem dritten Seniorenjahr einen Schritt nach vorne gemacht. Dass er immer noch Tormann ist, daran ist auch sein Bruder schuld.

Geschwister sind oft etwas Tolles. Wer mit einem Bruder oder einer Schwester aufwächst, kommt in den Genuss, einen Spielgefährten quasi frei Haus geliefert bekommen zu haben. Und wenn der jüngere Bruder dann sogar noch mit Fußballbegeisterung angesteckt ist, kann sich der ältere dies zunutze machen. Schließlich wollen in dem Alter alle Tore schießen und nur wenige zwischen die Pfosten.

In etwa so war es damals beim Freizeitkicken in Amöneburg, wo Christoph Purbs und sein drei Jahre jüngerer Bruder Lorenz aufgewachsen sind. „Da gab es einen Platz mit kleinen Toren in einem Käfig. Da konnte ich dann recht gut halten“, erinnert sich Lorenz Purbs. Zwischen damals und heute hat sich einiges geändert, aber es ist eben auch etwas gleich geblieben: Nach wie vor steht der mittlerweile 20-jährige Lehramtsstudent für Sport und Germanistik zwischen den Pfosten und ist „Türsteher“ für die Torlinie beim VfB Marburg.

Am vergangenen Wochenende beim 3:1-Derbysieg gegen den SV Bauerbach ließ er nur einen Gast passieren. Ansonsten verweigerte er den Zutritt. Besonders beim Stand von 1:1 sagte er mit seinen Paraden mehrmals: „Du kommst nicht vorbei!“ Purbs überlegt nicht lange: „Ich denke, die schnellen Reflexe und das Spiel auf der Linie und im Eins-gegen-eins sind meine Stärken.“

Das ändert aber nichts daran, dass der Keeper des Tabellenfünften mit der Saison nicht wunschlos glücklich ist. „Wir hatten ja einen nicht so guten Saisonstart und ich ärgere mich, weil wir noch zu oft einfache Gegentore kassieren, bei denen wir Fehler machen.“

Auf Nachfrage verneint Purbs zunächst weitere Hobbys außer Fußball und Unternehmungen mit Freunden. Dann rückt er doch heraus. „Manchmal vielleicht noch zocken“, sagt er fast schon kleinlaut. „Zocken“ heißt in seinem Fall, Fußball auch auf der Konsole zu spielen. Und – nach weiterem Bohren – gibt Purbs auch zu, das beliebte Videopiel „Fortnite“ zu mögen. Gespielt wird übers Internet, mit Freunden, aber auch mit seinem Bruder. Übrigens: Noch heute gucken sich die Brüder so oft wie möglich gegenseitig beim Fußballspielen zu.

  • Der zweite „Spieler der Woche“ ist Dennis Rakowski vom VfL Biedenkopf. Ein Porträt lesen ab Montag auf op-marburg.de.

von Benjamin Kaiser