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Lokalsport Leonie Botzek ist Nachwuchs-Para-Judoka
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16:58 20.12.2020
Leonie Botzek erzielte in kurzer Zeit große Erfolge im Para-Judo.  Quelle: Foto: Imke Troltenier/blista Marburg
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Marburg

Oft wird von „dem gewissen Etwas“ gesprochen. Auch speziell im Sport, wenn man von Ausnahmetalenten spricht. Doch was ist eigentlich „das gewisse Etwas“, von dem häufig erzählt wird?

Wenn es nach dem deutschen Behindertensportverband-Nachwuchsnationaltrainer und Blista-Lehrertrainer Markus Zaumbrecher geht, ist das gewisse Etwas im Judo eine Mischung aus einer guten Grundhaltung, leistungswillig sowie mental stark aufgestellt zu sein. All das vereint Leonie Botzek bereits jetzt – obwohl die 14-Jährige erst vor kurzer Zeit mit dem Judo angefangen hat. Die Jugendliche wurde von Freunden auf den Sport aufmerksam gemacht. „Ein paar Freunde von mir waren beim Judo und dann wollte ich es auch mal ausprobieren. Ich war dann beim Training und es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erinnert sie sich.

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Erfolge sprechen für Leonie Botzeks Leistungen

Seitdem hat sich die Blista-Schülerin bei den internationalen offenen Deutschen Meisterschaften den zweiten Platz erkämpft. Trotz anfänglicher Nervosität. Und obwohl Aktive aus bis zu 20 Nationen an diesem Turnier teilnehmen. „Als ich meinen ersten Kampf gewonnen hatte, war das ein schönes Gefühl. Dadurch ist die Aufregung ein bisschen weggegangen. Dann hat mich auch der Ehrgeiz gepackt“, erzählt die 14-Jährige.

Die Landeskader-Athletin ging außerdem bei den Senioren in ihrer Gewichtsklasse an den Start. Eine Entscheidung, die sie zusammen mit ihrem Trainer Markus Zaumbrecher getroffen hatte. Auch, weil es für seh-beeinträchtigte Judoka nur wenige Wettkämpfe gibt. „Es ist wichtig, Erfahrung zu sammeln. Leonie hat intensiv trainiert und eine Physis mitgebracht“, erklärt Markus Zaumbrecher die Entscheidung. Mit Erfolg: Die Blista-Schülerin kämpfte sich auf den dritten Rang.

Marburgerin erhält ein Förderstipendium der Stadt

Auch deshalb hat die 14-Jährige in diesem Jahr das Jugendförderstipendium der Stadt Marburg erhalten, das mit 2 000 Euro dotiert ist. Bereits 2017 hat das Stipendium in Daniel Goral ein Judoka der Blista erhalten. Diese Auszeichnung hat, wie sich Trainer Zaumbrecher erinnert, damals Goral einen Leistungsschub gegeben. Nun ist Goral auf dem besten Weg, zu den Paralympischen Spielen 2021 nach Tokio zu fahren. Auf eine ähnliche Entwicklung hofft der Trainer auch bei Botzek. „Ich hätte nie mit der Auszeichnung gerechnet. Aber es ist schön, dass meine Erfolge wertgeschätzt werden und ich mit dem Stipendium noch mehr für meinen Sport tun kann“, sagt die Judoka.

Die erste große Möglichkeit bietet sich der Blista-Schülerin mit der Junioren-Europameisterschaft im Juni kommenden Jahres. Damit könnte sich bereits ein Traum der 14-Jährigen erfüllen. „Ich würde gerne an der Junioren-Europameisterschaft teilnehmen und dort hoffentlich Erfolge erzielen. Aber einer meiner größten Träume ist es, langfristig in der deutschen Nationalmannschaft zu sein – und dann auch internationale Erfolge zu erzielen“, sagt Botzek.

Auch Zaumbrecher ist sich sicher: „Für Leonie ist sportlich alles möglich!“ Sie könne eine international erfolgreiche Judoka werden. Der nächste Schritt sei es, gegen sehende Judoka anzutreten.

Von Leonie Rink

19.12.2020
19.12.2020