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Lokalsport KTV Obere Lahn startet in die Drittliga-Saison
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17:00 09.10.2020
An allen Geräten einsetzbarer Youngster: Pavel Karnejenko, Mitglied des britischen Nationalteams, turnt in der neuen Saison für die KTV Obere Lahn. Quelle: imago/Schreyer
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Biedenkopf

Auch im Corona-Jahr 2020 wird in Biedenkopf um Wertungs-, Score- und Siegpunkte geturnt – manches ist aber doch anders: Die Saison ist kürzer (siehe Infobox), die Zuschauerzahl auf 220 begrenzt und statt auf bewährte Kräfte aus dem Osten Europas setzt die KTV Obere Lahn auf der Ausländerposition auf einen jungen Briten.

Pavel Karnejenko soll an allen Geräten turnen

Eine Anfrage beim Landkreis gab es, wie es mit Einreisemöglichkeiten für einen Armenier aussehen würde, berichtet Philipp Wiemers im Gespräch mit der OP. „Da wurde direkt abgewunken“, erzählt der Vorsitzende der Kunstturnvereinigung. Artur Davtyan ist dennoch für die bevorstehende Drittliga-Saison gemeldet worden. „Man weiß aktuell ja nie, wie sich die Situation entwickelt“, sagt Philipp Wiemers, der aber nicht damit rechnet, den 28-Jährigen in diesem Jahr in Deutschland an den Geräten zu sehen.

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Einen Ersatz hat die KTV in Nottingham gefunden. Pavel Karnejenko, 20-jähriges Mitglied des britischen Nationalteams, soll für die Hinterländer Riege an die Geräte gehen – und zwar an alle sechs: Boden, Pferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck. „Er ist ein ausgewogener Mehrkämpfer, der am Boden und am Sprung noch einen Tick stärker als an den anderen Geräten ist“, beschreibt Philipp Wiemers den Neuzugang und erwartet: „Er wird uns sicherlich eine Menge Freude machen.“

Wenn – und da ist der Vereinschef nicht ganz sicher – er turnen kann: „Großbritannien darf nicht zum Risikogebiet werden, dann haben wir ein Problem.“ Vorgesehen ist, dass Karnejenko für die Wettkämpfe aus seiner Heimat einreist, er wird nicht durchgängig in Deutschland bleiben.

Andrey Likhovitskiy fehlt nach Schulteroperation

Bei Andrey Likhovitskiy ist das anders. Der gebürtige Russe, der international für Weißrussland antritt, lebt seit vielen Jahren in Biedenkopf. Bei ihm müssten sich die KTV-Verantwortlichen keine Sorge um Einreisebeschränkungen und Quarantänemaßnahmen machen. Jedoch wird der 34-Jährige, der nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen turnen will, in dieser Saison voraussichtlich nicht zum Einsatz kommen können.

Nach einer Schulteroperation im Frühsommer ist er zwar wieder ins Aufbautraining eingestiegen, aber noch weit von Wettkampfhärte entfernt. „Mit ihm wären wir in einer Luxussituation gewesen. Umso bitterer ist es, dass er uns fehlt“, sagt Philipp Wiemers.

Vater Albert Wiemers fungiert weiterhin als Sportlicher Leiter und Coach, Philipps Bruder Felix Wiemers ist für die Taktik bei den Wettkämpfen verantwortlich, turnt selbst auch noch. Der 32-Jährige treibt den Altersdurchschnitt der Riege deutlich nach oben, ansonsten gehören ihr vor allem Turner um die 20 Jahre oder knapp darüber wie Maik Wehn und Vincent Brusch oder gar darunter wie der 18-jährige Henry Lettermann und der 17-jährige Sunny Joe Fiecker.

„Wir haben eine starke Mannschaft, aber auch viele junge Turner, denen man Fehler zugestehen muss“, sagt Philipp Wiemers, sieht daher durchaus Chancen auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga, der aber „kein Muss“ sei.

Mehr als 1 000 Plätze müssen frei bleiben

Wie erfolgreich die Riege turnt, dürfen bis zu 220 Zuschauer in der 1 426 Zuschauer fassenden Halle miterleben, so sieht es ein von der KTV erarbeitetes und von den Behörden genehmigtes Hygienekonzept vor. „Wir freuen uns über jeden, der kommt und uns unterstützt“, betont Philipp Wiemers.

Von Stefan Weisbrod

Vier Gruppen mit jeweils vier Riegen

Die 3. Bundesliga ist in diesem Jahr nicht nur in einer Nord- und eine Südstaffel unterteilt, sondern in insgesamt vier Gruppen mit je vier Riegen. Die KTV Obere Lahn ist dem Norden zugeordnet, dort der Gruppe A, in der die Biedenkopfer Riege am kommenden Samstag (18 Uhr) zu Hause auf die TG Hösbach/Großostheim trifft. „Wir sind stärker, diesen Wettkampf müssen wir gewinnen“, macht der KTV-Vorsitzende Philipp Wiemers deutlich. Schwerer schätzt er die Aufgaben beim KTT Oberhausen (24. Oktober, 15 Uhr) und zu Hause gegen das TZ Bochum-Witten (14. November, 18 Uhr) ein. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten der Nord-Gruppen A und B (mit TSG Sulzbach, TV Isselhorst, TV Weißkirchen und KTV Hohenlohe) turnen in Halbfinals über Kreuz gegeneinander, ehe im finalen Wettkampf ein Aufsteiger in die 2. Bundesliga ermittelt wird. Im Süden, wo TV Weißkirchen, TSV Grötzingen, TV Bühl und TG Wangen-Eisenharz (Gruppe A) sowie MTV Ludwigsburg, TSG Backnang, TSV Unterföhring und USC München (Gruppe B) antreten, gibt es denselben Modus.