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Lokalsport Vorfreude aufs „kleine Comeback“
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14:58 07.09.2021
In Tokio gewann Artur Davtyan die Bronzemedaille, mit der KTV Obere Lahn greift er ab kommendem Samstag in Biedenkopf wieder ins Wettkampfgeschehen in der 3. Bundesliga ein.
In Tokio gewann Artur Davtyan die Bronzemedaille, mit der KTV Obere Lahn greift er ab kommendem Samstag in Biedenkopf wieder ins Wettkampfgeschehen in der 3. Bundesliga ein. Quelle: Nadine Weigel
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Biedenkopf

Die fast einjährige pandemiebedingte Wettkampfpause ist vorbei: Für die Kunstturner der KTV Obere Lahn startet am kommenden Samstag (11. September) um 18 Uhr die neue Saison in der 3. Bundesliga Nord mit einem Heimwettkampf gegen die TG Pfalz.

Der Rückblick: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga absolvierte die Riege der Hinterländer in der vergangenen Drittliga-Saison lediglich zwei Wettkämpfe, dann kam der Corona-bedingte Abbruch der Serie.

Die Wettkämpfe fehlten

Die Corona-Pause: KTV-Mannschaftsführer Maik Wehn will nicht verhehlen, dass die wettkampffreie Zeit keine einfache für ihn und seine Teamkollegen war, denn: „Turner leben von Wettkämpfen, um Erfahrung zu sammeln“, gibt der 24-Jährige zu bedenken. Dennoch habe die Riege auch Glück gehabt, weil sie lediglich drei Monate lang nicht an die eigenen Geräte konnte. Inzwischen trainieren die Sportler wieder fünf- bis sechsmal pro Woche, um sich das nötige Rüstzeug für den Saisonstart zu holen.

Die Veränderungen: Über eine Personalie dürfen sich die Biedenkopfer Turnfans besonders freuen: Artur Davtyan ist wieder am Start, nachdem der Armenier wegen der pandemiebedingten Einreisebeschränkungen vergangene Saison nicht zum Team gehörte. „Das ist wie ein kleines Comeback“, freut sich Wehn über die Rückkehr Davtyans, der bei den Olympischen Spielen in Tokio die Bronzemedaille am Sprung gewonnen hatte (die OP berichtete).

Perspektivische Neuzugänge

Neu im Team sind zwei Hallenser: der 17-jährige Bundesliga-Neuling Lukas Lippert, der seine Stärken am Reck hat, und der 18-jährige Karl Becker (KTV Fulda), der an Boden und Sprung eingeplant ist. Zwar soll insbesondere Lippert perspektivisch ans sportliche Niveau herangeführt werden, „beide sind aber sportliche Verstärkungen für uns“, ist Wehn überzeugt.

Die Verstärkungen seien auch deshalb notwendig gewesen, weil es noch Fragezeichen gibt: Felix Weber, der 2020 an fünf Geräten gestartet war, hatte zuletzt an der Sporthochschule Köln schwierige Trainingsbedingungen und ist erst vor zwei Wochen wieder voll eingestiegen.

Einsätze für Forkert

„Er wird zu Beginn an weniger Geräten an den Start gehen können“, sagt Wehn. Weil Sunny Joe Fiecker im Oktober in Siegen mit einer Ausbildung beginnt, seien auch die Einsatzmöglichkeiten des Youngsters noch offen.

Im 16-jährigen Lewin Forkert soll ein Nachwuchsturner aus Marburg, der seit zwei Jahren in Biedenkopf unter Spitzenturner Andrey Likhovitskiy trainiert, Einsätze am Sprung und Barren bekommen.

„Gute Rolle“ in der Nordstaffel

Das Ziel: Die Kunstturnvereinigung will in der Nordstaffel „eine gute Rolle spielen“, sagt Wehn. Heißt: in der vorderen Tabellenregion mitmischen. „Es ist nicht so, dass wir unbedingt aufsteigen wollen“, sagt der Mannschaftskapitän, „aber wenn es so kommt, nehmen wir die Herausforderung an.“ Pandemiebedingt seien die Kontrahenten in der Achterstaffel schwierig einzuschätzen, auf einige Gegner trifft die KTV sogar erstmals.

Der Wettkampfmodus: Geturnt wird im Modus „jeder gegen jeden“, sieben Wettkampftage stehen also an. Viermal turnt die KTV vor heimischer Kulisse bis zum letzten Wettkampftag am Samstag, 23. Oktober. Den Aufstieg machen vier Teams unter sich aus: Der Erste der Nordgruppe trifft auf den Zweiten der Südstaffel, der Erste aus dem Süden auf den Zweiten der Nordgruppe.

Drei G-Regel gegen die TG Pfalz

Und sonst? 250 Zuschauer sind zum ersten Heimwettkampf in der Sporthalle der Lahntalschule Biedenkopf am kommenden Samstag um 18 Uhr gegen die TG Pfalz zugelassen. Zuschauer müssen geimpft, genesen oder getestet sein. „Da am Wochenende einige Feste stattfinden, dürfte es kein Problem werden, kurzfristig an Karten zu kommen“, meint Wehn.

Von Marcello Di Cicco