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Lokalsport Kunstturnen: Starke Leistung reicht nicht
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19:00 28.10.2019
Felix Wiemers am Reck. Der Routinier verlor mit der KTV Obere Lahn das Derby gegen den TV Großen-Linden knapp. Die Biedenkopfer Riege bleibt damit Tabellenletzter.     Quelle: Jens Schmidt
Biedenkopf

Felix Wiemers’ Fazit nach dem Wettkampf überraschte auf den ersten Blick doch etwas: „Wir haben super geturnt“, sagte der Biedenkopfer Routinier zum Wettkampf vor rund 300 Zuschauern in der Sporthalle der Lahntalschule. Dass am Ende – wie bereits in den vier bisherigen Zweitliga-Wettkämpfen – erneut eine Niederlage zu ­Buche stand, schrieb er vor ­allem dem Gegner zu: „Die Lindener waren den Tick besser.“

Perfekt turnten die Gäste aus dem Gießener Vorort aber nicht: Tom Bobzien stürzte am Boden, der erst 16-jährige Sunny Joe Fiecker nutzte den Patzer zu vier Scorepunkten und brachte der KTV eine 9:7-Führung nach dem ersten Gerät. Danach blieb es eng: Das Seitpferd ging auch dank des ehemaligen Biedenkopfer Turners Sebastian Quensell (zwei Punkte im Duell gegen Felix Weber) mit 6:5 an die Gäste, die an den Ringen etwas klarer mit 9:6 vorn lagen. Weil am Sprung (4:9) außer Artur Davtyan alle KTV-Athleten je drei Punkte abgaben, lag Großen-Linden nach dem vierten Gerät mit 31:24 erstmals komfortabler in Führung.

Sturz von Youngster 
Fiecker schmerzt

Schmerzlich war ein Sturz Fieckers am Barren (7:7). Statt das Gerät für sich zu entscheiden und näher heranzukommen, musste der KTV-Youngster seinem Konkurrenten Nico Horvath vier Scorepunkte überlassen. Am Reck profitierte Wiemers zwar von einem Fehler Maximilian Kesslers und punktete dreifach, doch Kapitän Maik Wehn hatte nur aufgrund eines Sturzes gegen den starken Jordanier Adham Alsqour, mit insgesamt 20 Zählern Topscorer des Tages, keine Chance.

Andrey Likhovitskiys starker Abschluss änderten an der Niederlage nichts, brachten am letzten Gerät (8:5) aber noch zwei Gerätpunkte (insgesamt 5:7) ein. „Alle waren top motiviert, keiner hat enttäuscht“, lobte Wiemers seine Teamkameraden. „Dass nicht jede Übung perfekt läuft, ist klar“, betonte er, „aber wir haben gezeigt, was wir können.“

"Wir geben ganz sicher nicht auf"

Die Hausherren lagen bei den Teampunkten (287,6:285,95) – wie schon in der Vorwoche bei der ähnlich knappen 37:40-Niederlage bei der KTV Fulda – gar vorn. Kaufen können sie sich davon nichts, wohl aber daraus Mut für die weiteren Aufgaben schöpfen: „Wir geben ganz sicher nicht auf und werden auch gegen Heidelberg versuchen, etwas zu holen“, sagte Wiemers mit Blick auf den nächsten Wettkampf am 9. November gegen den derzeitigen Tabellenvierten.

Eine Woche später endet die Saison für die KTV in Koblenz, wo „ein Sieg auf jeden Fall her muss“. Die Hoffnung der Hinterländer: Der Vorletzte Fulda unterliegt sowohl gegen den Zweiten Grünstadt als auch zum Abschluss bei Primus Eintracht Frankfurt, sodass die Obere-Lahn-Riege mit einem Sieg und dem besseren Gerätpunkte-Verhältnis (derzeit 16:44 zu 12:48) noch an den Osthessen vorbeiziehen würde.     

von Stefan Weisbrod