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Lokalsport Knappe Niederlage besiegelt Abstieg
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20:58 18.11.2019
Artur Davtyan (hier an den Ringen) war mit 
19 Scorepunkten der erfolgreichste Turner der 
KTV Obere Lahn gegen Koblenz. Quelle: Nadine Weigel
Biedenkopf

Das war knapp! Albert Wiemers will nicht verhehlen, dass die Enttäuschung bei den Sportlern der KTV Obere Lahn nach der 32:40-Niederlage gegen die KTV Koblenz groß war und ist.

„Wir hatten gehofft, gegen 
Koblenz zu gewinnen“, sagt der Cheftrainer der heimischen Kunstturnvereinigung. Besonders bitter: Der Sieg war greifbar – und er hätte dem Nachfolgeteam des amtierenden Deutschen Meisters gereicht, um nach dem Aufstieg im Vorjahr den Klassenerhalt zu schaffen. Denn in diesem Fall wäre die junge KTV-Riege punktgleich mit der KTV Fulda (30:48 gegen Eintracht Frankfurt) gewesen, hätte aber gegenüber den Domstädtern einen Vorteil bei den Gerätepunkten gehabt. Hätte, hätte …

Vorsprung war zu knapp

Mit zwei entscheidenden Fehler am Auftaktgerät Boden und am Schlussgerät Reck haderte Wiemers nach dem Wettkampf, der sich „die gesamte Zeit auf Messers Schneide“ abspielte, wie der Chefcoach feststellte. Den besseren Start erwischte die Riege vom Deutschen Eck, doch Sunny Joe Fiecker und Artur Davtyan glichen in den Mann-gegen-Mann-
Duellen am Boden zum 5:5 aus. Mit Siegen am Seitpferd (6:5) und den Ringen (8:5) baute der Tabellenfünfte seine Führung bis zur Hälfte des Wettkampfes auf 19:15 aus, ehe sich das Blatt wendete.

Angeführt von Sprungspezialist Davtayan, der am Sprungtisch die Tageshöchstnote 14,7 holte, gewannen die Wiemers-Schützlinge das Gerät mit 8:7. Davtyan (3 Scorepunkte) und Felix Weber (4) sorgten danach dafür, dass der Barren mit 7:3 an die Hinterländer ging, die nun mit einer 30:29-Führung ans letzte Gerät starteten. „Rückblickend hätten wir uns taktisch vielleicht besser aufstellen können, wenn wir nach dem Barren mit einer Führung von sieben oder acht Punkten ans letzte Gerät gegangen wären“, spekulierte Wiemers, „wir wussten, dass die Koblenzer sehr stark sind am Reck“.

Wiemers hofft auf Entwicklung des Teams

Doch um jenes Gerät zu gewinnen, „hätten keine Sicherheitsübungen gereicht. Der Schwierigkeitsgrad wäre zu niedrig gewesen“, erklärte Wiemers das Dilemma. Und so kam, was kommen musste: Die Gastgeber behaupteten sich am Reck klar mit 11:2 und entschieden den Wettkampf noch für sich. Aus persönlichen Gründen mussten die Hinterländer auf ihren Spitzenathleten Andrey Likhovitskiy verzichten, der in Frankreich weilte. „Artur hat ihn sehr gut am Seitpferd und Reck vertreten“, lobte Albert Wiemers den Armenier, der mit 19 Punkten Topscorer des Wettkampfes wurde.

„Wahrscheinlich hätte es aber auch mit Andrey nicht zum Sieg gereicht“, mutmaßte der KTV-Übungsleiter. Laut Wiemers bleibt die Riege trotz des direkten Wiederabstiegs komplett zusammen. „Wir haben ein sehr geringes Durchschnittsalter im Team, sodass ich davon ausgehe, dass wir uns gut entwickeln“, hofft Wiemers.

Im September kommenden Jahres geht es für sein Team in der 
3. Bundesliga weiter. „Wir werden dann alles daran setzen, vorne mitzumischen“, formuliert Albert Wiemers das Ziel. Zunächst stehen für seine Schützlinge aber am 14. und 15. Dezember die Hessischen Mannschaftsmeisterschaften in Weißkirchen auf dem Programm.

von Marcello Di Cicco