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Kreis setzt weiter auf schärfere Regeln als das Land
Kreis setzt weiter auf schärfere Regeln als das Land
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11:00 03.12.2021
Hallensport im Landkreis ist aktuell nicht überall mit Zuschauern möglich.
Hallensport im Landkreis ist aktuell nicht überall mit Zuschauern möglich. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg/Landkreis

Dies ist unabhängig von den Regelungen des Landes Hessen, die ab kommenden Sonntag (5. Dezember( gelten. „Wir kommen damit unserer Verantwortung als Betreiber dieser Einrichtungen nach“, sagte Stephan Schienbein, Pressesprecher des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Der Landkreis hatte diese Regelung aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Lage bereits am Mittwochabend vergangener Woche allen Sportvereinen des Kreises mitgeteilt.

Anders sieht es nach wie vor für die Sporthallen der Stadt Marburg aus: Die Stadt orientiert sich weiterhin an den Vorgaben der Landesverordnung (siehe unten). Das heißt: Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen Sporthallen der Stadt Marburg unter Einhaltung der hessischen Corona-Schutzverordnung betreten. „Wir nehmen zum jetzigen Zeitpunkt keinen generellen Ausschluss von Zuschauerinnen und Zuschauer vor. Die derzeit aktuell gültige Verordnungslage lässt diesen Spielraum ausdrücklich zu“, teilte der Magistrat der Stadt Marburg auf Anfrage mit.

Kindern Sport ermöglichen

Wichtig sei der Universitätsstadt Marburg, dass weiterhin Zuschauerinnen und Zuschauer beziehungsweise Begleitpersonen von Sportlerinnen und Sportlern, insbesondere von Kindern, zugelassen werden, „da wir ansonsten befürchten, dass der Kindersport gar nicht mehr durchgeführt werden kann. Gerade Kindern möchten wir diese wichtigen Bewegungserfahrungen weiterhin ermöglichen. Die Pandemie hat uns deutlich gezeigt, wie wichtig Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche sind. Diese sollten so lange wie möglich erhalten bleiben.“

Der Stadt Marburg sei zudem auch wichtig, dass Zuschauende im Leistungssport zugelassen werden, welches in Marburg momentan mit dem BC Marburg nur einen Verein betrifft. „Wir nehmen ein sehr großes Verantwortungsbewusstsein der Vereine und Verbände wahr, die momentan noch im Spielbetrieb mit Zuschauerrelevanz sind. Dennoch überprüfen wir die jeweiligen Regelungen und Verordnungen ständig und passen sie in Abstimmung mit dem Landkreis nach Bedarf an“, heißt es seitens der Stadt Marburg weiter.

Kritik wegen Ungleichbehandlung

Die unterschiedliche Vorgehensweise von Kreis und Stadt stößt auch auf Kritik: „Es ist schon etwas seltsam, dass in Marburg Zuschauer zugelassen werden und bei uns zum Beispiel nicht“, sagt Anne Glodde, Abteilungsleiterin Volleyball des TV Biedenkopf. „Wir könnten 100 Zuschauer aufgrund unseres Konzeptes gut verteilen. Deshalb wäre 2G völlig ausreichend.“

Auch Jens Martin Jung, Abteilungsleiter der Basketballer des TV Gladenbach (NiGla Baskets), ist „sehr überrascht, dass mit zweierlei Maß gemessen wird“. Auch er hält 2G für ausreichend, „zumal bei den Spielen der Erwachsenen in der Regel eh nur wenige Zuschauer kommen“. Benedikt Blattner, Trainer der Handballer des TSV Kirchhain, sieht dies etwas differenzierter: „Wir sind froh, dass überhaupt noch gespielt werden kann und es keinen Saisonabbruch gibt. Klar hätten wir gern Zuschauer. Aber selbstverständlich akzeptieren wie die Regeln, die der Landkreis eingeführt hat.“

Regelungen für Sportveranstaltungen

Ab Sonntag, 5. Dezember, gelten diese neuen Regelungen der hessischen Corona-Schutzverordnung für Sportveranstaltungen oder Vereinstreffen:

In Innenräumen
• Bis 10 Personen: keine Regelung.
• Ab 11 bis 100 Personen: 2G sowie Abstands- und Hygienekonzept.
• Ab 101 Personen: 2G+ sowie Abstands- und Hygienekonzept.
• Ab 250 Personen: Genehmigungspflicht durch die zuständigen Gesundheitsämter.

Im Freien
• Bis 10 Personen: keine Regelung.
• Ab 11 bis 100 Personen: Abstands- und Hygienekonzept.
• Ab 101 Personen: 2G sowie Abstands- und Hygienekonzept.
• Ab 3000 Personen: Genehmigungspflicht und Kapazitätsbeschränkung ab dem 3 001-ten Platz auf 25 Prozent

Von Michael E. Schmidt