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Lokalsport "Söldner" sinnen auf Revanche
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00:20 01.07.2019
Am Sonntag laufen die Marburg Mercenaries – dann fürs Heimspiel gegen die Stuttgart Scorpions. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

21:30 hieß es vor knapp zwei Monaten im Stuttgarter Gazistadion. Die Marburg Mercenaries standen auf der Seite des Misserfolgs. Und das in einem Spiel, das sie gegen die Stuttgart Scorpions nicht hätten verlieren dürfen. Am Sonntag, 30. Juni, (16 Uhr) soll das Versagen mit einem Sieg wettgemacht werden.

Die „Söldner“ wetzen bereits die Klingen und ihr Anführer gibt sich zuversichtlich. „Ich sehe unsere Siegeschancen sehr gut. Wir sind heiß auf das Spiel und sinnen auf Rache“, sagt Head Coach Tibor Gohmert des Tabellenvierten. In das gleiche Horn bläst sein Offensive Coordinator Elias Gniffke: „Wir sind zwar auf Platz vier aber der festen Überzeugung, dass wir das drittbeste Team im Süden sind, nicht Stuttgart“, sagt er.

Die Zuversicht im Trainerstab kommt nicht von ungefähr. Sie ist das Produkt mehrerer Faktoren. Denn die Marburger, die auf der Welle einer drei Spiele langen Siegesserie reiten, machen derzeit viel gut, was noch im Hinspiel gegen die „Skorpione“ mächtig in die Hose ging: Die „Mercs“ leisteten sich im Hinspiel sage und schreibe vier Turnover – zwei Interceptions und zwei verlorengegangene Fumbles. In den vergangenen drei Spielen sind es unterm Strich nur fünf Turnover gewesen.

Mehr Vertrauen bei Jakeb Sullivan

Die Marburger gehen also achtsamer mit dem Ball um. Das liegt vor allem daran, dass Quarterback Jakeb Sullivan bessere Entscheidungen mit dem Football in seiner Hand trifft und die Offensive als Maschine geschmierter läuft. „Man sieht mehr Vertrauen bei Jakeb in sich und in seinen Mitspielern“, stellt Gniffke klar. Das zeigt auch die Punkteausbeute.

Die Marburger haben in den vergangenen drei Spielen stets mehr als 40 Punkten auf die Anzeigetafel gehievt – beeindruckend. Zumal Marburgs Laufspiel in den vergangenen Wochen immer besser in Tritt kam. Fraglich ist jedoch, inwiefern Running Back Triston McCathern, der einen großartigen Lauf hat, effektiv sein kann.

Er verletzte sich nämlich in der jüngsten Partie gegen die Munich Cowboys „Er wird spielen“, sagt Gohmert. Aber Stuttgarts Schwachstelle ist ohnehin die Passverteidigung. Außerdem spielt Marburg diesmal zu Hause. Stuttgart hat also die lange Anfahrt in den Knochen. Noch dazu möglicherweise bei fast schon abartigen Temperaturen.

„Das ist schon heftig, wenn man in einen kühlen Bus steigt und dann in Marburg gegen eine Hitzewand läuft, wenn man aussteigt“, sagt Gohmert. Zumal nicht damit zu rechnen ist, dass Stuttgart bei einem normalen Arbeitstag am Montag mit der gesamten Kapelle anreisen kann. Doch auf einen Aderlass wegen der Witterung sollten sich die „Mercs“ nicht verlassen, sondern sich darauf konzentrieren, was sie kontrollieren können.

Verteidigen von tiefen Pässen ist Schwachstelle

Das ist beispielsweise das Verteidigen von tiefen Pässen, was nach wie vor die Achillessehne der Marburger Verteidigung ist. Die Gegner der Mercenaries punkten selten durch zehn bis zwölf aneinander gereihte Spielzüge, mit denen sie die Verteidigung von Defensive Coordinator (DC) Sergej Schmidt lawinenartig überrollen. Wenn die „Söldner“ Touchdowns zulassen, dann meist nach blitzartigen Pässen mit viel Raumgewinn.

„Das spricht natürlich für unsere Unerfahrenheit und für individuelle Fehler. Aber ich lasse lieber manchmal so Punkte zu, als dass uns der Gegner Spielzug für Spielzug übers Feld prügelt“, stellt der DC klar. Knapp 22 Punkte ließ die Marburger Verteidigung im Schnitt in den jüngsten beiden Partien zu. Das liegt auch daran, dass die Defensive sich bei dritten Versuchen des Gegners gesteigert hat. Das war beim Hinspiel in Stuttgart noch die Schwachstelle.

German Football League Süd: Kirchdorf Wildcats – Munich Cowboys (Sa., 16 Uhr), Schwäbisch Hall Unicorns – Ingolstadt Dukes (Sa., 17 Uhr), Allgäu Comets – Frankfurt Universe (So., 15 Uhr), Marburg Mercenaries – Stuttgart Scorpions (So., 16 Uhr).

German Football League Nord: Potsdam Royals – Dresden Monarchs (Sa., 16.30 Uhr), Cologne Crocodiles – Berlin Rebels, Düsseldorf Panther – Kiel Baltic Hurricanes (beide Sa., 17 Uhr).     

von Benjamin Kaiser