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Lokalsport Knapp vorbei an der WM-Medaille
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19:23 15.07.2019
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Limerick

Die WM-Bilanz fiel aus Sicht von Dustin Deißler gemischt aus: „Für uns Marburger lief es ordentlich. Aber wir hätten schon gern was mitgenommen“, erzählte er mit Blick auf das unglückliche Ausscheiden im Viertelfinale des Mannschaftswettbewerbs: „Da wäre­ auf jeden Fall mehr möglich gewesen.“ Deißler und Florian Herrmann, der zweite Sportler vom Marburger Karate-Dojo in der Kumite-Mannschaft, entschieden ihre Kämpfe für sich, sorgten damit für eine 2:0-Führung. Weil anschließend ihre drei Teamkameraden - Stephan Walsleben aus Magdeburg, Dennis Klassen aus Remagen und der Wattenscheider Daniel Wessendorf - unterlagen, mischte Deutschland bei der Medaillenentscheidung der Weltmeisterschaften des internationalen Verbands Japan Karate Association (JKA) nicht mit.

Gegner Belgien stand durch den 3:2-Erfolg im Halbfinale, verlor zwar dort gegen die favorisierten Japaner, sicherte sich aber mit einem Erfolg über Brasilien Platz drei. Japan holte überlegen den Titel, Silber ging an Argentinien. „Die Bronzemedaille hätte auch unsere sein können“, meinte Deißler. In der ersten Runde, zugleich das Achtelfinale, hätten die Deutschen gegen die Sportler aus Madagaskar kämpfen sollen, die jedoch nicht antraten.

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Marburger hadern mit Entscheidungen

Mehrere Tausend Zuschauer verfolgten die Kämpfe am Wochenende in der Arena in Limerick. „Die Stimmung war super, es war auf jeden Fall ein Erlebnis“, betonte Deißler. Der Team-Zweite und Einzel-Dritte der Europameisterschaften im April in den Niederlanden erlebte in Irland seine WM-Premiere - die für ihn im Einzelwettbewerb mit einer unglücklichen Niederlage gegen einen Russen endete: Deißlers Gegner führte bis zehn Sekunden vor Schluss mit 1:0, dann gelang dem 26-jährigen Marburger eine Wertung zum 1:1. Vier Sekunden vor Ende dann die Entscheidung: Der Russe attackierte, Deißler konterte. „Vom Gefühl her war ich mit meiner Technik einen Tick eher im Ziel, aber die Wertung gab‘s für den Gegner“, ärgerte sich Deißler über die Entscheidung und die verpasste Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Zuvor war er kampflos gegen einen Armenier und durch einen 2:1-Sieg über einen Belgier in die dritte Runde gekommen.

Noch dichter dran an einer Einzel-Medaille war Herrmann bei seiner zweiten WM-Teilnahme. Der 31-Jährige besiegte zunächst einen Rumänen, dann den belgischen Europameister Jonathan Mulolo und in der dritten Runde einen Konkurrenten aus Botswana. Im Finale seines Vorrundenpools, insgesamt das Viertelfinale, versetzte Herrmann seinem japanischen Gegner einen Tritt an den Kopf, sodass dieser taumelte - eine Wertung bekam er dafür allerdings nicht. „Die ganze Halle hat geschrien“, berichtete Deißler, der den Kampf als Zuschauer sah. Seine Einschätzung: „Dafür hätte es eine Ippon-Wertung geben müssen.“ Der Japaner berappelte sich, gewann letztlich mit 2:0 und Herrmann war damit ausgeschieden.

Für den größten Erfolg aus deutscher Sicht sorgten im südwestirischen Limerick die Frauen. Hinter Japan gewann das Team Silber im Kata-Mannschaftswettbewerb.

von Stefan Weisbrod