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10:58 20.08.2021
Klaus Halba – hier als Trainer des TSV Michelbach – hilft in dieser Saison beim TSV Ernsthausen aus.
Klaus Halba – hier als Trainer des TSV Michelbach – hilft in dieser Saison beim TSV Ernsthausen aus. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Ernsthausen

Eigentlich wollte Klaus Halba seine Karriere als Fußballtrainer schon 2014 endgültig beenden. Den SSV Hatzbach trainierte der 52-Jährige seinerzeit, lediglich für drei Monate. „Ich hatte damals festgestellt, dass die junge Generation heute anders tickt, als sie dies früher tat. Heutzutage ist vieles andere wichtiger als Fußball“, stellt Halba im Gespräch mit der OP fest. „Außerdem habe ich inzwischen einige andere Interessen als Fußball“, erzählt Halba. Das Laufen und Radfahren gehören dazu.

Doch es kam zum Rücktritt vom Rücktritt: zunächst 2016, als Halba vor der Winterpause als Trainer des TSV Ernsthausen einsprang – und in diesem Sommer, seit dem er erneut Coach des B-Ligisten ist. „Zustande gekommen ist dies quasi über Nacht“, verrät Halba, der mit dem TSV Ernsthausen am kommenden Sonntag (15 Uhr) den TSV Rauschenberg zum Derby in der Kreisliga B Marburg I empfängt. Mit befreundeten Fußballern saß Halba, der selbst in Ernsthausen wohnt, eines Abends in einer Gartenhütte zusammen.

Der Vorstand machte dem früheren Oberligaspieler des VfB Marburg dabei klar, wie schwierig es sei, einen Trainer zu finden. Der bisherige Coach, Denis Müller, hatte den TSV Ernsthausen verlassen, um sich zur neuen Spielzeit der SG Niederweimar/Haddamshausen anzuschließen. „Seitens des Vereins bestand die Angst, wegen der unklaren Trainersituation Spieler zu verlieren“, erzählt Halba, der sich schließlich ein Herz fasste und den Verantwortlichen seine Zusage gab. „Ich mache es dem Verein zuliebe für ein Jahr, weil ich im Ort wohne – schon seit mehr als 20 Jahren“, begründet der 52-Jährige.

Bereits zum dritten Mal steht Halba damit beim TSV Ernsthausen auf der Kommandobrücke. In der Saison 2005/2006, als er seine Laufbahn als aktiver Kicker beendet hatte, übernahm er erstmals beim TSV. Später zog es ihn über den FV Cölbe, TSV Michelbach und SSV Hatzbach wieder zurück in den Rauschenberger Stadtteil.

Seit dem 25. Juni trainieren Halba und sein Assistent Michael Linker das Team, das sich selbst auf die Fahnen geschrieben hat, einen Platz unter den ersten fünf zu erreichen. „Das wäre eine Riesensache“, sagt Halba, der mit der Mannschaft mit einem erfolgreichen Abschneiden den rührigen Verantwortlichen etwas zurückgeben wolle. Auch in der B-Liga sei es sein Anspruch, „den Spieler zu vermitteln, was es heißt, leistungsorientiert zu arbeiten“, sagt Halba, der nicht nur viel Wert auf Disziplin, sondern auch auf ein hohes Laufpensum und den Teamgedanken legt. Es sind Tugenden, die auch am Sonntag entscheidend sein könnten, wenn die Ernsthäuser den zweiten Sieg in Folge einfahren wollen. Zum Auftakt gab es ein 5:2 gegen den SV Erfurtshausen.

Von Marcello Di Cicco