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Lokalsport Klage abgewiesen: Stadtallendorf muss spielen
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21:05 09.12.2020
Quelle: Foto-Montage: Tobias Hirsch
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Mannheim. Für Eintracht Stadtallendorf geht die Saison in der Fußball-Regionalliga am kommenden Wochenende weiter. Die Kartellkammer des Landgerichts Mannheim hat gestern den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung abgelehnt, den neben dem TSV der Bahlinger SC, TSV Steinbach Haiger, TSV Schott Mainz, FC Gießen und FC-Astoria Walldorf gestellt hatten. Die Vereine wollten damit die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Südweststaffel noch im Dezember verhindern, weil sie ihn wegen der Pandemielage für nicht zumutbar halten (die OP berichtete).

„Die drei Richter haben sich mit der Entscheidung sehr schwer getan, weil sie angesichts der jetzigen Lage vollstes Verständnis für die Klage hatten“, sagte Stadtallendorfs Fußball-Präsident Reiner Bremer, der an der Verhandlung teilnahm, danach gegenüber der OP. Zur Begründung des Gerichts hieß es, dass die Liga mit Blick auf den geplanten Neustart „eine vertretbare Abwägung vorgenommen“ habe, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Von Seiten der Liga sei es vertretbar gewesen, das bisherige Hygienekonzept weiterhin als übergeordnetes Hygienekonzept für den Spielbetrieb anzusehen – „zumal es um Schnelltests erweitert worden sei“, hieß es.

In der mehr als dreistündigen Sitzung, die von zwei Verhandlungspausen unterbrochen wurde, wies die von vier Vereinsvertretern (Eintracht Stadtallendorf, TSV Steinbach, FCA Walldorf und TSV Schott Mainz) sowie zwei Anwälten vertretene Klägerseite auf Probleme hinsichtlich des Re-Starts hin.

Clubs wollen auf Berufung verzichten

„Es gibt aus unserer Sicht noch viele offene Fragen – etwa was die Frage angeht, wer in bestimmten Fällen in Quarantäne geht und wer nicht. Von uns Vereinsverantwortlichen wird verlangt, Entscheidungen zu treffen, die wir in unserer Position nicht zu treffen imstande sind“, beklagt Bremer.

Letztlich habe die Kammer „keinen Ansatzpunkt gefunden, auf den sie sich berufen kann, um den Spielbetrieb zu unterbinden“, sagte Bremer. Der Knackpunkt: Die politischen Entscheidungsträger in den der Regionalliga Südwest zugehörigen Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland machen den Spielbetrieb möglich, da die Spielklasse inzwischen überall als Profiliga anerkannt ist.

„Für uns ist die Entscheidung der Wiederaufnahme des Spielbetriebs absolut unverständlich“, tat Bremer seinen Unmut erneut kund, „schließlich laufen im Moment wieder abends Sondersendungen im Fernsehen angesichts der derzeitig erhöhten Gefahrenlage. Jetzt reisen wir mit 22 Mannschaften wieder quer durch Deutschland. So schaffen wir es nicht, Kontakte zu reduzieren.“ Gegen die Entscheidung des Gerichts können die Clubs vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe Berufung einlegen. Bremer ließ auf OP-Nachfrage durchblicken, dass die Klägerseite aufgrund des Termindrucks darauf verzichten wolle.

Damit steht fest, dass die Eintracht am Samstag (14 Uhr) mit einem Heimspiel vor leeren Rängen gegen den SSV Ulm den Neustart angeht. Bereits morgen finden die Partien FK Pirmasens – VfB Stuttgart II und FCA Walldorf – Kickers Offenbach statt.

Von Marcello Di Cicco