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Lokalsport Kirchverserin holt WM-Bronze
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19:00 21.11.2020
Tia Becker darf sich nach Gold bei den „Deutschen“ über Bronze bei der WM freuen. Quelle: privat
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Kirchvers

Bronze bei den ersten virtuellen Meisterschaften: Dieser Traum ist für die 13-jährige Tia Becker wahr geworden. Gemeinsam mit ihren Vereinskollegen Nele Groß, Elias Butz und Mathilda Hammer vom Kampfsportverein Kirchvers nahm sie an den virtuellen Weltmeisterschaften der International Federation of Muaythai Associations (IFMA) teil. Muay Thai ist die Nationalsportart Thailands, die mit Boxhandschuhen gekämpft wird. Dabei ist auch der Einsatz des gesamten Körpers samt Knien, Ellenbogen und Füßen erlaubt.

Tia erinnert sich noch genau an den Tag, an dem die Aufnahmen für die virtuellen Meisterschaften gemacht wurden. „Der Sonntag war ziemlich stressig, weil wir erst alles geprobt und dann alle Videos gedreht haben. Aber es war auch cool, weil wir ja wussten, für was wir das machen“, sagt die Schülerin, die die achte Klasse der Europaschule Gladenbach besucht.

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Weitere Medaillen für Tia sind möglich

Qualifiziert hatten sich die vier Kirchverser mit ihren Titeln bei den Deutschen Meisterschaften in drei verschiedenen Kategorien (die OP berichtete). Die 13-jährige Tia, die in der Kategorie Max Fit den geteilten dritten Platz holte, erfuhr von ihrem Trainer Roman Butz von ihrem Medaillengewinn. „Als mir mein Trainer davon erzählt hat, habe ich mich selbstverständlich sehr gefreut. Ich bin auch ziemlich stolz auf mich – es ist ja auch mein erster großer Erfolg“, erinnert sich Tia.

Mit der Medaille in einer olympischen Disziplin qualifiziert sich die Achtklässlerin automatisch für das European Youth Olympic Festival im Sommer 2021 in der Slowakei. „Das ist jetzt noch mal ein Schritt weiter nach den Weltmeisterschaften. Darüber habe ich mich noch einmal krass gefreut“, sagt die Kirchverserin.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind erstmals auch die Silber- und Bronzemedaillen-Gewinner für das European Youth Olympic Festival qualifiziert. Außerdem besitzt die Achtklässlerin ein Startrecht für das erste United Through Sports World Virtual Youth Festival 2020, das unter der Schirmherrschaft des IOC (International Olympic Committee) steht.

Erste Runde bis zum Finale an einem Tag

Für Trainer und Vorstand Roman Butz waren die virtuellen Weltmeisterschaften vor allem eines: aufregend. „Die vier Kinder waren am Ende ziemlich fertig. Wir mussten nämlich die erste Runde bis hin zum Finale an einem Tag aufnehmen und einreichen“, sagt Butz.

Nele Groß vom Kampfsportverein Kirchvers freute sich über den fünften und neunten Rang bei den virtuellen Weltmeisterschaften. Quelle: privat

In der Kategorie Max Fit trugen die Athleten verschiedene Fitness-Übungen vor. In der zweiten Kategorie, dem Schattenboxen, was dem traditionellen Muay Thai am ähnlichsten ist, fanden drei Runden mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen statt. „Wir sind froh, dass wir uns auf internationalem Niveau messen konnten“, sagt der Vorstand.

Der 11-jährige Elias Butz sicherte sich den fünften und den 17. Platz bei den virtuellen Weltmeisterschaften im Muay Thai. Quelle: privat

In der letzten Kategorie, dem Wai Kru, kam es auf die Gestiken und Mimiken der Muay-Thai-Kämpfer an, um eine gute Bewertung zu erhalten. „Alle vier Kinder haben ihr Bestes gegeben – darauf bin ich wirklich stolz. Und dass insgesamt fünf Medaillen nach Deutschland gegangen sind und eine davon nach Kirchvers, ist selbstverständlich sensationell. Wir sind sehr stolz auf Tia“, sagt Butz.

Mathilda Hammer holte sich zweimal den fünften Platz bei den virtuellen Meisterschaften. Quelle: privat

Die Ergebnisse der virtuellen Weltmeisterschaften

Elias Butz erreichte in der Kategorie Wai Kru den 17. Platz. Im Schattenboxen belegte der Elfjährige den fünften Rang. Nele Groß hatte sich ebenfalls für das Schattenboxen qualifiziert und sicherte sich dort den fünften Rang. Die 13-Jährige belegte im Wai Kru zudem den neunten Rang. Die zwölfjährige Mathilda Hammer sicherte sich in der Kategorie Max Fit und dem Schattenboxen jeweils den fünften Platz.

Von Leonie Rink