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Lokalsport Ob Leder oder Feder – mit dem Ball beweist er großes Talent
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15:00 16.02.2022
Lars Hoffmann spielt Badminton bei der SG Stadtallendorf/Schröck.
Lars Hoffmann spielt Badminton bei der SG Stadtallendorf/Schröck. Quelle: Thorsten Richter
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Kirchhain

Er hat das berühmte Händchen und „Geschmack“ in den Füßen: Lars Hoffmann ist ein begabter Sportler. Er ist nicht der Top-Athlet, der in der Weltspitze seine Duftmarken setzt, aber einer, der über ein Talent verfügt, das nicht jedem gegeben ist. Der bald 46-Jährige ist ein Spross der berühmten Kirchhainer Hausmann-Familie, die ihrerseits immer wieder beim Kirchhainer Stadtlauf für Aufsehen sorgt.

Hoffmann beginnt seine sportliche Karriere im Alter von sechs Jahren bei den Fußballern des TSV Kirchhain. Dort kickt er bereits in der E-Jugend, als er 1989 als 13-Jähriger anfängt, Badminton zu spielen. Seinerzeit wird die Heinrich-Weber-Halle eingeweiht. Verschiedene Vereine präsentieren sich dabei mit ihren Angeboten. So auch der Badminton Sportclub (BSC) Kirchhain, der seit 1982 besteht und sich eines regen Zuspruchs erfreut. Hoffmann lässt die Fußballschuhe vorübergehend im Schrank, schließt sich dem BSC an und entwickelt sich recht schnell zu einem gefürchteten Gegner, nicht nur im Verein, sondern auch im Ligenbetrieb.

Doppelbelastung am Wochenende

Dort schlägt er die Bälle unter anderem an der Seite von Trainer Uwe Gödicke sowie Jens Schwedhelm und David Krämer. Letztere spielen auch Fußball beim TSV Kirchhain. „Als ich 18 war, haben sie mich gefragt, ob ich nicht wieder die Fußballstiefel schnüren wolle“, sagt Hoffmann – und er hat ja gesagt. „Bis 2004 habe ich parallel beim TSV gekickt und beim BSC die Federbälle geschlagen.“

Die Doppelbelastung mit insgesamt vier Trainingseinheiten zu je eineinhalb Stunden und den Spielen am Wochenende verkraftet er bestens. „Damals war ich topfit“, erinnert er sich. Sonntagvormittags spielt er ab 10 Uhr Badminton in der Halle und ab 15 Uhr Fußball im Freien.

2004 beendet er seine Fußballlaufbahn, als deren Highlight er den 1:0-Sieg gegen den TSV Eintracht Stadtallendorf in der Landesliga vor 2 000 Zuschauern nennt. Dem Badminton bleibt er erhalten, schlägt auf für die neu gegründete Badminton-Spielgemeinschaft „Federfüchse“ Kirchhain/Stadtallendorf und später bis heute für die Spielgemeinschaft Stadtallendorf/Schröck. Für eine zweijährige Episode verschlägt es ihn während der Bundeswehrzeit in Bad Neuenahr zum TV Wetzlar.

Er hat vom Spielniveau her durchaus das Zeug, höherklassig zu spielen. Doch sein Herz schlägt stets für die heimatliche Region. Er schwärmt von der guten Atmosphäre in der Mannschaft, wo er seit 1996 mit den Stadtallendorfern Katja Hoos (50) und Volker Prill das Gerüst des Teams bildet. Hoffmann spielt an Nummer eins, schafft mit der SG 2014 den Aufstieg in die Verbandsliga. „Inzwischen sind wir wieder in der Bezirksoberliga angekommen“, sagt der beim Fuhrparkservice der Bundeswehr beschäftigte Sachbearbeiter. Gleichwohl hält seine Erfolgsserie im schnellsten Ballsport an. Im vergangenen und in diesem Jahr hat er noch kein Einzel verloren. Er genießt den Respekt der Gegner. Im Doppel mit dem bald 50-jährigen Prill ist er ebenfalls ziemlich erfolgreich.

Mit dem Blick aufs Karriereende sagt Hoffmann: „Ich höre auf, wenn ich mal mehr verliere als gewinne. Momentan macht es mir noch viel Spaß.“ Mit Freude hat er sich auch dem Triathlonsport gewidmet, für den ihn seine Onkel Gerd und Eric Hausmann angeworben haben. Er beweist sich unter anderem auf Amateurebene in diversen Ligenwettkämpfen sowie bei den Iron-Man-Wettbewerben in Roth 2012 (11 Stunden 57 Minuten) und Frankfurt 2016 (10 Stunden 59 Minuten).

Hoffmann, der mit Ehefrau Yvonne zwei Kinder hat, ist seit nunmehr 15 Jahren auch der Vorsitzende des BSC Kirchhain, in dem seine Karriere ihren Anfang nahm und der inzwischen im Jahr seines 40-jährigen Bestehens nur noch ein reiner Freizeitverein ist. „Wenn die Nachfrage entsprechend wäre, ist es eine Überlegung wert, eine Jugendmannschaft zu etablieren“, sagt er.

Von Bodo Ganswindt