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Lokalsport Vidakovics macht Fortschritte nach Kreuzbandriss
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16:58 26.11.2020
Wenige Tage nach seinem Kreuzbandriss im rechten Knie: Stadtallendorfs Spielführer Kevin Vidakovics (links) unterhält sich vor dem Kreispokalfinale in Bauerbach mit seinem Trainer Dragan Sicaja. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Für Aufsteiger TSV Eintracht Stadtallendorf war es nicht weniger als ein Schock. In einem Testspiel gegen den neuen Ligakonkurrenten FC Gießen verletzte sich der Kapitän Ende August. Diagnose: Kreuzbandriss – eine langwierige Verletzung, für Profi- wie für Amateursportler. Ausgerechnet Kevin Vidakovics, der Leader, der Antreiber, der Fels in der Innenverteidigung. Ausgerechnet kurz vor dem Beginn der neuen Spielzeit.

Besserer Heilungsverlauf als beim ersten Kreuzbandriss

Etwas mehr als elf Wochen ist dies nun her, seitdem ist viel passiert bei den Herrenwäldern, die nach einem schlechten Saisonstart in der Corona-bedingten Zwangspause vom letzten Tabellenplatz der Regionalliga Südwest grüßen. Soweit die schlechten Nachrichten für den TSV und seine Anhänger. Die frohe Kunde: „Den Umständen entsprechend geht es mir gut“, sagt Vidakovics im Gespräch mit der OP, „der Heilungsprozess verläuft wesentlich besser als beim ersten Mal, wo ich mir das Kreuzband gerissen hatte.“ 2013 war das, damals war es das linke Knie. Inzwischen ist der 30-Jährige in der Lage, das Gelenk „relativ weit“ zu beugen und strecken. „Das hat damals ziemlich lange gedauert“, erinnert er sich.

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Nach einer Operation in Gießen arbeitet er inzwischen in Marburg fünfmal pro Woche für sein Comeback: mit Massagen, koordinativen Übungen, leichten Gewichten und unter Anleitung eines Trainingstherapeuten. Dass sich der Abwehrspieler nach einer Rückkehr auf den Platz sehnt – keine Frage. Es wird aber noch etwas dauern.

Rückkehr frühestens im April oder Mai

„Nach Absprache mit den Ärzten sollte ich frühestens acht Monate nach der Verletzung wieder einsteigen, das wäre dann im April oder Mai. Klar würde ich dann auch gerne zurückkehren“, gesteht Vidakovics, „aber man muss den Saisonverlauf abwarten und schauen, ob dann noch die Notwendigkeit besteht, ob es Sinn macht“.

Derzeit ist der Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie unterbrochen. Wann und wie es weitergeht, ist noch offen (die OP berichtete). „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir die Saison normal zu Ende spielen. 42 Spieltage durchzukriegen ist schier unmöglich“, meint Vidakovics, der die Idee ins Spiel bringt, nur die Hinrunde auszuspielen – und danach Playoffs um den Aufstieg beziehungsweise Playdowns um den Abstieg.

Vidakovics traut Eintracht den Klassenerhalt zu

Die insbesondere vonseiten der Offenbacher Kickers heftig kritisierte Entscheidung der Liga-Verantwortlichen, den Spielbetrieb zu unterbrechen, hält Vidakovics für richtig. „Wenn wir wirklich eine Profiliga wären, sollten alle Vereine unter Profibedingungen arbeiten. Das ist aber nicht der Fall“, argumentiert der gebürtige Breidenbacher, der allein im Prozedere der Testungen der Spieler ein Problem sieht.

Vidakovics hofft auf einen Neustart im Januar – und darauf, dass es für die Eintracht dann besser läuft. „Wir haben viele Rückschläge in kurzer Zeit erleiden müssen“, resümiert der Spielführer, „die Corona-Pause ist nicht schlecht für uns – allein, um den Kopf freizukriegen“, meint Vidakovics, der ungeachtet der sportlichen Situation überzeugt ist: „Wir haben die Qualität, die Spielklasse zu halten.“

Von Marcello Di Cicco