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Lokalsport Strangmeyer will in die Bundesliga
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11:34 22.12.2020
In einem Testspiel mit dem Team Ehingen Urspring attackiert Kevin Strangmeyer (links) Thomas Wimbush von den Riesen Ludwigsburg. Quelle: imago
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Stadtallendorf

Vor drei Jahren standen Kevin Strangmeyer alle Türen offen: Seit einem Jahr spielte der heute 20-Jährige seinerzeit für die Licher Basketbären in der ­­­­2. Bundesliga ProB.

„Ich habe dort viel Trainingspraxis und trotz meines zu dieser Zeit noch jungen Alters auch etwas Spielpraxis bekommen“, erzählt der Stadtallendorfer im Gespräch mit der OP. Als sich das damalige Licher Zweitliga-Team auflöste, stellte sich für Strangmeyer die Frage: Wo soll’s hingehen?

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Gespräche mit Verantwortlichen des sportlichen Kooperationspartners der Basketbären, den Gießen 46ers, gab es. „Die Fahrten von Stadtallendorf nach Gießen hätten sich aber schwierig gestaltet“, begründet Strangmeyer, warum dies schließlich keine Option war. Bei Bayreuth machte der Power Forward ein Probetraining.

Sogar Bundesliga-Spitzenclub FC Bayern München klopfte an bei Strangmeyer, dessen Fanherz seit Kindesbeinen an für die Fußballer von der Isar schlägt. Doch er lehnte ab. „Der FC Bayern hat viele richtig gute Spieler, sodass es hätte passieren können, dass ich dort etwas untergehe“, begründet der 2,05-Meter-Hüne.

„Bester Junger Spieler“ bei Turnier

Strangmeyer fand sein Glück schließlich in Baden-Württemberg, in der Nähe von Ulm, beim Team Ehingen Urspring – einer Mannschaft, „von der ich wusste, dass ich mich dort persönlich gut weiterentwickeln kann“. Durch einen ehemaligen Licher Mitspieler, der vorher auf dem Urspringer Internat war, kam der Kontakt zustande. „Letztlich führte eines zum anderen“, blickt Strangmeyer zurück.

Mit dem Team nahm der Flügelspieler auf Einladung eines Trainers zunächst an einem großen internationalen Turnier in Italien teil, bei dem er als „bester junger Spieler“ ausgezeichnet wurde, ehe er das Angebot annahm, ins dortige Internat zu wechseln.

Seither ist der frühere Spieler des BC Marburg für die Spielgemeinschaft der Basketballabteilung der TSG Ehingen und der Basketball-Akademie der Urspringschule Schelklingen aktiv – in der ProA und bis zum Wechsel in den Seniorenbereich auch der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga. In der NBBL schaffte er es sogar ins Allstar-Game, in dem die je besten zwölf Spieler der Nord- und Südgruppe aufeinandertreffen.

Klassenerhalt – und Weiterentwicklung

Inzwischen hat der 20-Jährige sein Abitur in der Tasche, lebt in einer Wohngemeinschaft und betreibt die Sportart im ersten Jahr professionell. „Im Team gehöre ich zu den ersten Fünf, beginne also immer“, erzählt Strangmeyer ein bisschen stolz über seine Mannschaft, die derzeit Schlusslicht in der zweitklassigen ProA ist.

Egal ist dies Strangmeyer keineswegs, der Klassenerhalt – also mindestens Rang 14 in der 15er-Staffel – sei das sportliche Ziel. Doch er gibt zu bedenken, dass etwas anderes mindestens genauso wichtig ist: „Meisterschaft oder Playoffs sind für uns Nebensache. Unser Ziel ist die Ausbildung junger Spieler und dass sie gesehen werden, um den Sprung in die BBL (Basketball-Bundesliga, Anmerkung der Redaktion) oder in andere Teams schaffen.“

Erstmal zwei, drei Jahre schauen

Auch der Stadtallendorfer will die Bühne nutzen, um sich zu zeigen. Den Sprung auf das höchste deutsche Basketball-Level strebte Strangmeyer schon 2014 an, als der frühere Schüler der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule bei der OP-Sportlerwahl als „Jugendsportler des Jahres“ nominiert war; an seinem Ziel hat sich in den vergangenen sechs Jahren nichts geändert.

„Mein Plan sieht vor, dass ich in den nächsten zwei, drei Jahren schaue, wie ich mich in der ProA entwickle, welche Möglichkeiten sich noch ergeben. Gerade läuft es sehr gut. Ich will aber auf jeden Fall in den nächsten drei, vier Jahren den Sprung in die BBL schaffen. Dafür arbeite ich hart“, sagt Strangmeyer. Damit auch bald die Türen nach ganz oben offen stehen.

Von Marcello Di Cicco

15.12.2020
15.12.2020