Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Bartheld spielt sich in den Vordergrund
Sport Lokalsport Lokalsport Bartheld spielt sich in den Vordergrund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 26.01.2021
Kevin Bartheld (rechts, hier gegen den SC Freiburg II) ist jetzt eine feste Größe im Mittelfeld der Stadtallendorfer Eintracht.
Kevin Bartheld (rechts, hier gegen den SC Freiburg II) ist jetzt eine feste Größe im Mittelfeld der Stadtallendorfer Eintracht. Quelle: Tobias Hirsch
Anzeige
Stadtallendorf

Der langfristige Ausfall von Kevin Vidakovics (Kreuzbandriss) kurz vor dem Start der Fußball-Saison in der Regionalliga Südwest tat der Stadtallendorfer Eintracht in zweierlei Hinsicht weh: Der Kapitän ist nicht nur Abwehrchef, er ist zentrale Figur im Spiel des TSV, peitscht an, organisiert, reißt sein Team in den entscheidenden Momenten mit. Trainer Dragan Sicaja wurde in den bisherigen 19 Partien nie müde zu betonen, wie sehr der Ausfalls des Leaders schmerzt – als Spieler, mindestens genauso aber als Persönlichkeit.

Nun besser gegen den Ball

Inzwischen füllt sich das Vakuum, das Vidakovics durch seine Zwangspause hinterlassen hat. Kristian Gaudermann, aktueller Ersatz-„Capitano“, versucht sich mehr als Antreiber – und auch Kevin Bartheld. „Ich bin inzwischen ja in einem bestimmten Alter“, sagte der 27-Jährige nach dem 1:1 am Samstag gegen den SC Freiburg II mit einem Schmunzeln gegenüber der OP.

„Ich versuche meinen Mitspielern zu helfen – genauso wie sie mir helfen. Ich glaube, wenn man etwas Positives mitgibt, bekommt man etwas Positives zurück.“ Es sind Worte, die zu dem früheren Jugend-Bundesligaspieler der Frankfurter Eintracht passen, gibt er sich doch betont ruhig; er lässt lieber seine Qualitäten auf dem Platz für sich sprechen.

Dass der im Sommer vom Hessenligisten FSV Fernwald gekommene zentrale Mittelfeldspieler in den ersten 15 Partien lediglich gegen den FC Homburg (1:3), VfR Aalen (1:0) und Bahlinger SC (2:2) zu Kurzeinsätzen und gegen den FC-Astoria Walldorf (1:4) zu einem halbstündigen Einsatz kam, begründet Sicaja mit einer Entwicklung, die der schussstarke „Sechser“ genommen hat.

Trainer Sicaja lobt Bartheld

„Mit dem Ball war Kevin schon immer super, er ist technisch sehr gut. Jetzt hat er sich aber über Wochen auch noch kontinuierlich verbessert, wenn es um das Zweikampfverhalten geht.“ Für Sicaja neben der läuferischen Komponente das grundlegende fußballerische Element.

„Im vergangenen Jahr habe ich sehr wenig gespielt, dafür die zurückliegenden vier Spiele von Anfang an, dahingehend bin ich sehr zufrieden“, sagt Bartheld, der nach der Weihnachtspause vom Reservisten zur festen Größe avanciert ist, gegen Kickers Offenbach (1:4), die TSG Balingen (0:3), den TSV Steinbach (0:1) und SC Freiburg (1:1) über die volle Spieldauer auf dem Platz stand.

„In der Kombination mit ,Mo’ Arifi funktioniert es sehr gut“, ist sicher Sicaja nunmehr mit der personellen Besetzung im zentralen Mittelfeld zufrieden. Auch wegen des verletzungsbedingten Engpasses in der Defensive musste der Coach in diesem Mannschaftsteil oft rotieren, vertraute dort auch schon auf Amar Zildzovic, Malcolm Phillips oder „Allrounder“ Jascha Döringer.

„Einfach weiter Gas geben“

Nach zwei starken Auftritten gegen die Spitzenteams Steinbach und Freiburg scheint Sicaja die optimale Lösung gefunden zu haben. „Ich versuche, einfach weiter Gas zu geben, mit meiner Stimme der Mannschaft zu helfen – und dann hoffe ich, dass ich weiter meine Einsätze bekomme“, sagt Bartheld, der schon zwischen 2012 und 2017 für den TSV in der Hessenliga spielte und vor seinem Abgang nach Fernwald in seinem bis dahin letzten Spiel für Stadtallendorf den erstmaligen Regionalliga-Aufstieg schaffte.

Angesichts der sportlich äußerst schwierigen Ausgangslage des Tabellenletzten wären für Bartheld und Co. der Klassenerhalt wohl ein mindestens genauso großer Erfolg.

Von Marcello Di Cicco