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16:58 28.08.2021
Am Sonntag ist es wieder soweit: Katharina Dreßler aus Bracht nimmt beim Burgwald-Märchen-Marathon in Rauschenberg die 10-Kilometer-Strecke in Angriff.
Am Sonntag ist es wieder soweit: Katharina Dreßler aus Bracht nimmt beim Burgwald-Märchen-Marathon in Rauschenberg die 10-Kilometer-Strecke in Angriff. Quelle: Foto: Daniel Dreßler
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Rauschenberg

Für die heimischen Läuferinnen und Läufer steht am Sonntag ein Höhepunkt, wenn nicht sogar das Highlight im Kalender: Nicht nur, weil viele Laufveranstaltungen wie der Marburger Nachtmarathon in diesem Jahr pandemiebedingt ausgefallen sind, kommt dem Burgwald-Märchen-Marathon eine besondere Rolle zu – auch wegen der Streckenführung, die viele landschaftliche Reize bietet. „Die Strecke ist toll“, sagt eine, die es wissen muss: Katharina Dreßler aus Bracht.

Mit etwas Jogging nahm alles seinen Lauf

Bereits zum dritten Mal ist die 33-Jährige beim Märchen-Marathon dabei – und das, obwohl sie noch gar nicht so lange die Laufschuhe schnürt, wie die gebürtige Marburgerin im Gespräch mit der OP erzählt. „Seinen Anfang nahm alles vor drei Jahren“, erinnert sich Dreßler. Nach der Geburt ihres Sohnes wollte sie ein paar Pfunde loswerden und ihre Fitness steigern.

Also begann sie mit ihrem Ehemann zu laufen – entweder eine kleine Runde von etwa dreieinhalb Kilometern um ihren Wohnort, „oder die größere Runde bei Rauschenberg, das sind zwischen fünf und sieben Kilometern“, sagt Dreßler. Zwei- bis dreimal wöchentlich joggt sie, fitter als vor drei Jahren ist sie nunmehr allemal. Sogar so fit, dass der Märchen-Marathon inzwischen fix bei ihr im Kalender eingetragen ist.

„Vor zwei Jahren bin ich zufällig auf den Marathon aufmerksam geworden, habe mich dann einfach mal aus Jux und Tollerei angemeldet.“ Mit ihrem Mann. Er lief sein Tempo, sie ihres. Ums Siegen ging es Dreßler nicht, „ich wollte nur nicht Letzte werden“, sagt sie und schmunzelt. Sie wurde es nicht. Knapp 1:40 Stunden benötigte sie für die 10-Kilometer-Strecke. An ihre Volkslauf-Premiere erinnert sie sich gut, denn: „Ich habe währenddessen eine andere Läuferin kennengelernt“, erzählt Dreßler. Mit ihrer neuen Bekanntschaft blieb sie auch nach dem Lauf in freundschaftlicher Verbindung.

Ursprünglich wollte Dreßler sogar die Teilnahme an einem weiteren Lauf ins Auge fassen, doch Corona verhinderte dieses Vorhaben. Aus diesem Grund ging auch der vergangene Märchen-Marathon für sie anders über die Bühne, in virtueller Form. Heißt: Manche Sportlerinnen und Sportler schickten dem Veranstalter ein Foto vom Handy oder der Uhr, um ihre Zeiten für die Distanz durchzugeben. Ein Modus, den die Pandemie notwendig machte, der der in Bad Nauheim als Radiologie-Assistentin berufstätigen Dreßler aber nicht so zusagt wie ein echter Volkslauf. „In der Gruppe zu laufen, ist besser. Man hat sonst eher das Gefühl, dass es sich um einen Trainingslauf handelt“, begründet Dreßler, „in der Masse ist der Ansporn größer, mit anderen mitzuhalten. Das Gefühl ist ein anderes, man unterstützt sich gegenseitig.“

Darauf freut sich die Brachterin auch am Sonntag, wenn sie um 10 Uhr erneut beim Volkslauf über zehn Kilometer und damit ein drittes Mal beim Märchen-Marathon an den Start geht. 1:40 Stunden, wie bei ihrer ersten Teilnahme, wird sie wohl nicht benötigen, schließlich ist Dreßler inzwischen auf schnelleren Beinen unterwegs. „Wenn ich bei einer Zeit zwischen 1:10 und 1:20 lande, bin ich stolz auf mich. Für eine 1:10 muss es aber schon gut laufen“, kann sie ihr Leistungsvermögen gut einschätzen.

Mittelfristig will die Sportlerin die Marke von einer Stunde knacken, „erst dann würde ich eine Schippe draufpacken“, sagt sie mit Blick auf die nächstgrößere Herausforderung: den Halbmarathon. Davor hat sie noch etwas Respekt, schließlich beinhalte die Strecke über 21,097 Kilometer auch einige Anstiege, während die Streckenführung beim Volkslauf recht eben sei.

Zu sehen gibt es aber für alle Sporttreibenden einiges im Marburger Ostkreis – und womöglich warten sogar wieder neue Freundschaften, die auf der Strecke geknüpft werden wollen.

Von Marcello Di Cicco