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Lokalsport Strube mit DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet
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12:00 12.03.2022
Karl-Heinz Strube (hintere Reihe, Dritter von rechts) 1974 mit der Fußballmannschaft des TSV Marbach.
Karl-Heinz Strube (hintere Reihe, Dritter von rechts) 1974 mit der Fußballmannschaft des TSV Marbach. Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Strube
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Marburg

Manche Dinge im Leben kommen mit etwas Verspätung, gerade in Pandemiezeiten. Eigentlich hat sich Karl-Heinz Strube schon vor mehr als zwei Jahrzehnten aus der aktiven Vereinsarbeit verabschiedet. Nach dem Erhalt des Landesehrenbriefes 2019 wurde dem 75-Jährigen eine unverhoffte Ehre zuteil: die Auszeichnung mit dem Ehrenamtspreis 2020 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Fußballkreis Marburg.

Aktiv als Spieler, Funktionär, Trainer und Schiedsrichter

Dass sich die Auszeichnung wegen der Pandemie zuletzt ein wenig hinzog – geschenkt. Dass sie so viele Jahre nach dem Ausscheiden aus seiner aktiven Arbeit überhaupt herein flatterte, „hat mich etwas gewundert“, gesteht Strube – und witzelt: „Vielleicht war ich jetzt an der Reihe.“ Freilich freut er sich über die Anerkennung, schließlich war er mehr als 20 Jahre lang in Vereinsarbeit eingebunden – als Trainer, Funktionär, aber auch als „Mädchen für alles“, wie es Strube in ironischem Unterton auf den Punkt bringt. Egal, ob beim TSV Marbach, VfL Marburg oder TSV Elnhausen – Strube packte an, wo Hilfe gebraucht wurde. „Ich habe mich aber nie in den Vordergrund gedrängt“, sagt er über sich.

Als junger Erwachsener wurde er 1968 mit der zweiten VfL-Mannschaft Meister der Gruppenliga Mitte. Mit den Marbachern, bei denen er als Spieler, Funktionär und für einige Jahre als Schiedsrichter für Jugendspiele am längsten aktiv war, schaffte der frühere Mittelfeldspieler 1972 den Aufstieg in die A-Liga. Mit den Marburger Altfußballern erspielte der gebürtige Marburger 1992 als Ü-40er den Bezirksmeister­titel. Es sind so einige Erfolge, an die sich Strube gern erinnert – doch nicht nur an seine eigenen, auch an die anderer.

„Als mein Sohn mit dem Fußballspielen anfangen wollte, habe ich ihm ins Gewissen geredet, dass er dann aber auch regelmäßig ins Training gehen muss“, erzählt Strube. Gesagt, getan. Sein Filius Roger durchlief bis zur A-Jugend alle Mannschaften beim damaligen VfL Marburg, in der F- und E-Jugend sorgte Strube auf Bitten des damaligen Jugendleiters Hans Scherer als Betreuer des Teams mit dafür, dass die Begeisterung bei seinem Sohnemann und Mitspielern wuchs. 1989 sicherte sich das A-Junioren-Team um Spielführer Roger Strube gegen Eintracht Frankfurt gar die Hessenmeisterschaft, durfte anschließend in Hamburg beim Pokalspiel des FC St. Pauli gegen die Stuttgarter Kickers sogar eine Auszeichnung in Empfang nehmen.

Strube war damals selbst dabei, die Hansestadt hat es ihm ohnehin angetan. Durch den früheren Bundesligaspieler Klaus Zaczyk aus Sterzhausen – ein weitläufiger Verwandter Strubes – wurde der Marburger verstärkt auf den HSV aufmerksam, dem er als Fan auch heute noch die Treue hält. Das Zweitligadasein seines Herzensklubs „tut mir schon weh“, gesteht Strube, der eher skeptisch ist bei der Frage, ob der HSV diese Saison ins deutsche Fußball-Oberhaus zurückkehrt, denn: „Die haben noch einige schwere Spiele vor der Brust“, begründet Strube, den es in den vergangenen Jahren nur sehr selten ins Stadion zog. Das soll sich aber spätestens im Aufstiegsfalle ändern. „Dann am liebsten in Hamburg“, sagt Strube, der seit 2011 seinen Ruhestand genießt.

Ganz losgelassen hat ihn das lokale Fußballgeschehen seither dennoch nicht. „Hin und wieder“ sagt er, schaue an der Gisselberger Straße vorbei, guckt sich Spiele des Verbandsligisten VfB Marburg an. Auch an den beliebten Ehemaligentreffen der VfLer nimmt er teil, schwelgt dort mit früheren Weggefährten gerne in Erinnerungen. Eine neue Aufgabe ist auch schon gefunden. Nachdem Helmut Meister, langjähriger Organisator des Ehemaligentreffens, sich zurückgezogen hat, „werde ich es wahrscheinlich machen“, verrät Strube. Sein Herz hänge halt immer noch am Fußball.

Von Marcello Di Cicco