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Lokalsport Heimische Kicker spielen gegen Stuttgart und Co.
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10:58 15.08.2020
Sebastian Wiegand (von links), Julius Efe, Luis Muth, Trainer Kai Klingelhöfer, Tyrese Linker und David Linneborn spielen mit der TSG Wieseck kommende Fußball-Saison in der C-Jugend-Regionalliga. Foto: Marcello Di Cicco
Sebastian Wiegand (von links), Julius Efe, Luis Muth, Trainer Kai Klingelhöfer, Tyrese Linker und David Linneborn spielen mit der TSG Wieseck kommende Fußball-Saison in der C-Jugend-Regionalliga. Quelle: Marcello Di Cicco
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Wieseck

Das Ziel ist klar: Ein Platz unter den ersten Sechs soll es für die C-Junioren der TSG Wieseck in der Fußball-Regionalliga Süd werden – zumindest wenn es nach den ambitionierten Kickern (siehe Infokasten) geht.

„Dann nämlich geht es um die Meisterschaft“, erklärt der Amöneburger Sebastian Wiegand, einer von fünf Spielern aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, die kommende Saison für die TSG spielen.

Der aus Rüchenbach bei Gladenbach stammende Kai Klingelhöfer, Chefcoach der Wiesecker, formuliert das Ziel nicht ganz so offensiv. „Ziel ist immer das Optimum“, sagt der 27-Jährige, „aber in erster Linie geht es um die Weiterentwicklung der Spieler und darum, unsere Spielidee zu vermitteln.“

Die da heißt: Defensiv gut stehen und aggressiv gegen den Ball arbeiten. „An guten Tagen können wir jeden Gegner ärgern“, ist sich Klingelhöfer sicher. Es sind große Namen, auf die die heimischen Kicker treffen werden: „VfB Stuttgart“, sagt Tyrese Linker aus Amöneburg.

FC Bayern ist nicht mehr dabei

„TSG Hoffenheim“, schiebt Julius Efe aus Michelbach hinterher. Der Karlsruher SC, SC Freiburg oder Wiesecks Kooperationspartner Eintracht Frankfurt sind weitere Topklubs, die dazuzählen. „Gegen die Nachwuchsleistungszentren der Profivereine zu spielen, ist schon toll“, freut sich Luis Muth aus Caldern auf den Saisonstart am Samstag, 12. September, bei Rot-Weiß Frankfurt.

Im fünften Jahr in Folge spielt der Verein aus der Gießener Vorstadt bereits in Deutschlands höchster U-15-Spielklasse, die in fünf verschiedene Regionen unterteilt ist. In der Südstaffel spielen die Mannschaften aus Hessen und Baden-Württemberg, bis vor zwei Jahren waren dort noch die bayerischen Topvereine dabei.

Der FC Bayern und Co. spielen aber nun in ihrer eigenen Staffel. „Weniger Qualität hat unsere Liga deshalb aber nicht“, meint Klingelhöfer, der von seinen Co-Trainern Yannik Pauly und Lucas Czech sowie Torwarttrainer Dominik Roos unterstützt wird und mit seinen Schützlingen gegebenenfalls im Winter gegen den Nachwuchs des Rekordmeisters testen wird.

Team bereit sich akribisch auf Saisonstart vor

Das Trainer-Quartett will dafür sorgen, dass der aus 21 Feldspielern und drei Torhütern bestehende Kader bestens gerüstet in die Runde geht. Die Weichen dafür wurden gerade gestellt. Im osthessischen Kirchheim bezog die Mannschaft ein viertägiges Trainingslager. In den Ferien wird fast jeden Tag trainiert – zweimal pro Woche stehen sogar zwei Einheiten an.

„Das ist zwar anstrengend, macht aber Spaß“, sagt Tyrese – und er ist mit dieser Meinung keineswegs alleine. Um sich täglich weite Anreisen zu ersparen, können die Spieler im Vereinsgelände in der Philosophenstraße übernachten. Schlafplätze, Verpflegungsmöglichkeiten, Spielekonsole – den jungen Kickern soll es dort an nichts fehlen.

Nach Hinrunde wird Starterfeld geteilt

Mit Blick auf den Kampf um die Plätze in der Startelf sagt Klingelhöfer: „Jeder wird seine Chance bekommen, das ist nur fair den Jungs gegenüber. Ich bin ein Typ, der harte Arbeit belohnt. Alle Spieler haben noch den Traum, Profi zu werden. Sie stehen sozusagen im Schaufenster.“

Statt in einer – wie üblich – Hin- und Rückserie, wird die Saison in der Südstaffel zunächst in einer Hinrunde ausgetragen, danach spielen die ersten sechs Teams in einer eigenen Serie den Meister aus, die Mannschaften ab Platz sieben kämpfen in demselben Spielmodus gegen den Abstieg. Aber zum Kampf um den Klassenerhalt soll es ja gar nicht erst kommen – zumindest wenn es nach den fünf heimischen Kickern geht.

Das sind die heimischen Fußballer der TSG Wieseck

Kai Klingelhöfer (27) ist Cheftrainer der U-15-Mannschaft und organisatorischer Leiter bei der TSG Wieseck. Der gebürtig aus Rüchenbach bei Gladenbach stammende Coach ist seit 2018 beim Verein aus der Gießener Vorstadt und seit vergangenem Jahr Übungsleiter des Regionalliga-Teams. Klingel­höfer machte im Herbst 2019 als zweitjüngster Teilnehmer seines Lehrgangs in Hennef die Uefa-Trainer-A-Lizenz, ist im Besitz der Fitnesstrainer-C-Lizenz und macht derzeit in Düsseldorf eine Weiterbildung zur Scouting- und Spielanalyse. Als Spieler kam er über seinen Heimatverein Wacker Frohnhausen über die TSG Wieseck zum VfB Marburg, bei dem er auch Jugendtrainer war. Gelegentlich spielt er noch selbst für Wacker Frohnhausen.

Julius Efe (14) kommt aus Michelbach und besucht die Elisabeth­schule Marburg. Der Offensivspieler war von den G- bis C-Junioren beim TSV Michelbach aktiv.

Tyrese Linker (14) spielte vor seiner Zeit in Wieseck beim VfL Dreihausen und VfB Marburg. Der defensive Mittelfeldspieler ist Neuntklässler der Gesamtschule Ebsdorfer Grund und kommt aus Amöneburg.

Sebastian Wiegand (14) wohnt ebenfalls in Amöneburg. Der Mittelfeldspieler geht auf die Alfred-Wegener-Schule Kirchhain und schnürte vor seiner Zeit in Wieseck für den TSV Kirchhain und ab 2013 für den VfB Marburg die Schuhe.

Luis Muth (14) besucht die neunte Klasse der Lahntalschule Biedenkopf, kommt aus Caldern und spielt im Mittelfeld. Nach seinen Anfängen bei der JSG Lahntal wechselte er im zweiten E-Junioren-Jahr zu den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg.

David Linneborn (14) ist einer von drei Torhütern im Team. Er kommt aus Breidenbach, besucht die Hinterlandschule und zählt den FV Wiesenbach, FV Breidenbach und VfB Marburg zu seinen bisherigen Vereinen.

Von Marcello Di Cicco