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Lokalsport Jonas Pfalz kämpft gegen alle Widerstände
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14:58 09.02.2021
Mönchengladbachs Jonas Pfalz (rechts) kommt in einem Testspiel vor Philipp Baum von Teutonia St. Tönis zum Torschuss.
Mönchengladbachs Jonas Pfalz (rechts) kommt in einem Testspiel vor Philipp Baum von Teutonia St. Tönis zum Torschuss. Quelle: Foto: imago images/Fotostand
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Wehrda

Eigentlich wollte Jonas Pfalz so richtig durchstarten in seinem ersten Jahr im Seniorenbereich. Bei der zweiten Fußball-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach träumten Pfalz und Co. im Sommer gar vom Aufstieg von der Regionalliga West in die 3. Liga. Nach 23 Spieltagen sind die „Jungfohlen“ mit 16 Punkten Rückstand hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund II Tabellensiebter – und Pfalz hat lediglich zwei Einsätze in der vierten Liga vorzuweisen und war überhaupt erst viermal im Kader.

Sportlich lief für den gebürtigen Wehrdaer im vergangenen halben Jahr fast alles schief, was hätte schieflaufen können. „Mitte August habe ich mir im Testspiel gegen Oberhausen einen Kapselriss zugezogen“, erzählt Pfalz, der danach sechs Wochen außer Gefecht war und zusehen musste, wie sich ab Saisonstart andere Spieler empfahlen. „Die Mannschaft hat gut gespielt. Deshalb kann man es nicht allein an der Verletzung festmachen, dass ich nicht gespielt habe, als ich wieder fit war“, betont der 20-Jährige.

Rückschlag kurz nach Debüt

Nach einem ersten Kurzeinsatz gegen den FC Schalke 04 II Anfang Oktober ging es bergauf für Pfalz, der Mitte Oktober sein Startelf-Debüt bei der 2:3-Niederlage gegen die Sportfreunde Lotte gab. Es lief gut – doch dann der erneute Rückschlag: Nach dem Lotte-Spiel mussten Spieler und Betreuerteam in Quarantäne, weil sie sich bei einem eigenen Spieler mit dem Corona-Virus infiziert hatten – auch Jonas Pfalz. „Die Krankheitszeit war ein bisschen anstrengend“, blickt der Linksfüßer zurück, „ich hatte keinen Geschmacks- und Geruchssinn, Kopfschmerzen und Bauchkrämpfe“, erzählt der frühere Jugendspieler des FV Wehrda und VfB Marburg.

Generell habe die Corona-Situation immer wieder den Trainings- und Spielbetrieb „nicht einfach“ gemacht, nicht nur, weil der Rhythmus etwa wegen unregelmäßigem Training erschwert wurde. „Dann konnten wir mal nicht in die Kabinen, hatten keinen Kraftraum zur Verfügung, einige Englische Wochen – und häufig wusste man nicht einmal, ob überhaupt gespielt wird“, zählt der frühere Junioren-Nationalspieler die Schwierigkeiten auf, die die Pandemie in der vierten Liga mit sich bringt.

Zwangspause nach Verletzung

Den letzten Rückschlag erlitt Pfalz am 19. Januar, als er sich bei einem Zweikampf in einem internen Testspiel gegen eine B-Mannschaft der VfL-Profis einen Syndesmosebandriss im rechten Sprunggelenk zuzog. „Seitdem trage ich eine Schiene und mache eine Reha“, sagt Pfalz, der wohl etwa drei Monate pausieren muss – je nach Heilungsverlauf und je nachdem, ob noch ein operativer Eingriff nötig wird.

Bis zum 5. Juni wird planmäßig noch gespielt in der Weststaffel – sofern es die Corona-Pandemie zulässt. Geht es nach Pfalz, „wäre es gut, noch so fit zu werden, damit ich noch mal spielen kann“. Schließlich will sich der 20-Jährige noch mal empfehlen, ehe sein Vertrag im Sommer ausläuft. „Mir liegt zwar kein Vertragsangebot vor, Gladbach hat mir aber schon zugesichert, mich nicht hängenzulassen“, sagt Pfalz, der nach einer von gesundheitlichen Rückschlägen geplagten Saison weiter hart arbeiten will: für seinen Traum vom höherklassigen Profifußball.

Von Marcello Di Cicco