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10:59 22.01.2021
Kann sie spielen? Marburgs Johanna Klug (links, gegen Osnabrücks Samantha Fuehring) ist noch angeschlagen.
Kann sie spielen? Marburgs Johanna Klug (links, gegen Osnabrücks Samantha Fuehring) ist noch angeschlagen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das Privatleben von Christoph Wysocki ist seit sieben Tagen überschaubar. Genau eine Woche ist es her, dass der Headcoach des Zweitliga- und WNBL-Teams des BC – beide pausieren derzeit – die Bundesliga-Mannschaft des BC Pharmaserv Marburg als Trainer übernommen hat, nachdem sich der Verein von Cheftrainer Julian Martinez getrennt hatte (die OP berichtete).

„Ich bin sehr positiv gestimmt, es ist eine sehr homogene Mannschaft“, bringt Wysocki seine Eindrücke nach der ersten kompletten Trainingswoche auf den Punkt. Positiv blickt er auch deshalb nach vorne, weil die Stimmung im Training – trotz der sportlich schwierigen Situation – gut sei: „Jede Spielerin kommt und geht mit einem Lächeln. Das ist wichtig, weil wir zuerst wieder Spaß am Basketballspielen haben müssen“, meint Wysocki – zumal: „Die Automatismen sitzen.“

Wysocki arbeitet mit Team an Kleinigkeiten

Vielmehr an Kleinigkeiten arbeite man derzeit – „etwa wie man einen Block stellt“, erklärt Wysocki. Auch beweglicher wolle man künftig agieren, „unter Julian war das Spiel zu statisch“, meint Wysocki, der zwar feststellt, dass „Systeme dazu da sind, um das Spiel zu organisieren“ – aber: „Es zählt der einfache Basketball, man kann auch mal aus einem System aussteigen.“ Dafür sei Mut und Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten grundlegend – und beides sollte vorhanden sein, wie Wysocki zu bedenken gibt, denn: „Wir haben vier Nationalspielerinnen, und alle Spielerinnen haben einen hohen Basketball-IQ.“

Von richtungweisenden Partien will Wysocki zwar nicht sprechen, wenn der BC Freitag (22. Januar, 19 Uhr) auswärts auf die Royals Saarlouis und am Sonntag in eigener Halle auf die Bascats USC Heidelberg (24. Januar, 16 Uhr) trifft, doch er weiß auch: „Das sind zwei wichtige Spiele, die wir gewinnen müssen.“ Zumal die Blue Dolphins danach auf die Top drei der Liga treffen: Herne, Keltern und Wasserburg.

Bereits zwei klare Siege gegen Saarlouis

„Insofern wäre es bequemer für alle, wenn wir gewinnen“, weiß Wysocki, der in Saarlouis eine „giftige Mannschaft“ erwartet, gegen die man dagegenhalten müsse. „Aber wenn wir das abrufen, was wir können, müssen wir uns nicht verstecken“, gibt sich der Trainer selbstbewusst. Angeschlagen ist noch Flügelspielerin Johanna Klug. Die gebürtige Nördlingerin konnte wegen einer Rippenverletzung unter der Woche nicht richtig trainieren. Doch Wysocki ist guter Dinge, dass Klug dabei sein kann. „Ich brauche sie unbedingt“, sagt er.

Gegen die Inexio Royals war der BC Pharmaserv in dieser Spielzeit bereits zweimal erfolgreich – und dies deutlich: Nach dem 76:55-Erfolg zum Saisonauftakt Ende Oktober folgte Anfang Dezember ein souveräner 70:49-Sieg im Achtelfinale des deutschen Pokals. Ihre beiden einzigen Siege verbuchten die Saarländerinnen gegen Heidelberg (79:63) und Hannover (75:74) und damit gegen direkte Konkurrenten in der unteren Tabellenhälfte.

Neuzugänge bei den Royals

Zuletzt hat sich beim Deutschen Meister von 2009 und 2010 jedoch personell einiges getan: In den Spielerinnen Katja Kotnik, Klaudia Perisa, Brittany Brown und der Ex-Marburgerin Kellindra Zackery hat sich der Club jüngst verstärkt – und seit diesem Jahr auch einen neuen Trainer: Spielerscout Saulius Vadopalas trainiert das Team bis zum Saisonende nach der Entlassung vom bisherigen Chefcoach Marc Hahnemann.

Von Marcello Di Cicco