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Lokalsport Döringer reizt die vierte Liga
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07:58 08.05.2021
Wo es Jascha Döringer (Mitte, gegen Freiburgs Kimberly Ezekwem) nach der Saison hinzieht, ist noch offen. Klar ist nur: Der 24-Jährige will weiter auf höherklassigem Niveau Fußball spielen.
Wo es Jascha Döringer (Mitte, gegen Freiburgs Kimberly Ezekwem) nach der Saison hinzieht, ist noch offen. Klar ist nur: Der 24-Jährige will weiter auf höherklassigem Niveau Fußball spielen. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Mit dem Hessenderby in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den TSV Steinbach neigt sich am heutigen Samstag (8. Mai, 14 Uhr) in Haiger eine ereignisreiche Woche für den TSV Eintracht Stadtallendorf dem Ende entgegen: In der Nacht zu Mittwoch (5. Mai) kehrten die Herrenwälder mit einem 4:0 aus Balingen zurück – es war der höchste Saisonsieg, zugleich der erste auf fremden Platz. „Die Rückfahrt war so gut wie bei jedem Sieg in den vergangenen Jahren, als wir im Tabellenmittelfeld standen“, sagt Jascha Döringer, der ein Tor für den TSV beigesteuert hatte.

Am Tag nach dem dritten Dreier in dieser Spielzeit verkündete die Eintracht, dass Trainer Dragan Sicaja seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängert hat. Da Döringer, Kapitän Kevin Vidakovics und wahrscheinlich weitere Stammkräfte den Verein im Sommer verlassen, ist der Kroate gefordert, den Umbruch zu vollziehen. „Wir werden nicht bei null beginnen wie vor einigen Jahren, als uns angst und bange war, dass wir in der Hessenliga überleben. Wir haben uns eine solide Grundlage erarbeitet“, blickt Sicaja, einer der großen Baumeister des Erfolgs, optimistisch nach vorne.

Bremer: „Viele kleine Schritte“

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht, aber das war nie eine explosionsartige Entwicklung. Dafür brauchten wir viele kleine Schritte, viel Arbeit, charakterstarke Führungspersonen und auch Glück“, sagt Präsident Reiner Bremer, der mit den anderen Verantwortlichen ein Team für die Hessenliga formen will, „das in Stadtallendorf und darüber hinaus begeistert“. An seiner Philosophie hält der Verein fest, setzt weiter auf „eine gute Mischung von Talenten und erfahrenen Spielern“.

In Vidakovics, der aus privaten und beruflichen Gründen kürzertreten will, schließt sich der Leader dem FC Ederbergland an – und trifft dort auf den vom FSV Fernwald zurückkehrenden Valon Ademi und Felix Nolte, mit denen er schon am Herrenwald zusammenspielte.

Gespräche ja, neuer Verein nein

Gespräche habe Jascha Döringer zwar schon geführt, einen neuen Verein hat er aber noch nicht. Der Cappeler hatte der Eintracht frühzeitig mitgeteilt, sich verändern zu wollen, dahingehende Gedanken gab es schon länger, erzählt er im Gespräch mit der OP. „Ich suche eine sportliche Herausforderung und Umgebung, in der ich mich wohlfühle. Das Gesamtpaket muss stimmen“, sagt der 24-Jährige.

Und er macht klar: „Ich hoffe, weiter auf diesem Niveau spielen zu können.“ In den vergangenen Monaten habe er festgestellt, „dass der ambitionierte Fußball in der Regionalliga mir noch mehr Freude macht als in den Jahren zuvor. Es hat mich mehr motiviert und macht mir super viel Spaß, an meine Grenzen zu gehen“.

14 gesunde Spieler

Bis der neue Klub gefunden ist, will der Allrounder die Abschiedstour genießen – und er hat noch einen persönlichen Wunsch. „Sich hier mit 100 Regionalligaspielen zu verabschieden – das wäre schon was“, sagt Döringer. 95 hat er bereits auf dem Konto – soll heißen: In mindestens fünf der restlichen sechs Partien müsste er zum Einsatz kommen.

Die Chancen, dass sein 96. Viertligaspiel für die Herrenwälder an diesem Samstag hinzukommt, stehen nicht schlecht. Am Freitag (7. Mai) hatte Sicaja nur 14 gesunde Spieler zur Verfügung, Amar Zildzovic wird erst kommende Woche aus einer vorsorglichen Quarantäne entlassen.

Fragezeichen hinter Vidakovics

Und Vidakovics? Wird der Kapitän nach seinem Kreuzbandriss noch in dieser Saison für die Eintracht auflaufen? „Das muss er selbst entscheiden. Er hat noch etwas Probleme mit dem Knie“, sagt Sicaja, der gesteht: „Es wäre schade, wenn er sich nach elf Jahren bei uns auf diese Art und Weise verabschieden müsste, ohne auf dem Platz zu stehen. Es wäre eine runde Sache, wenn er vielleicht in den letzten ein, zwei Spielen dabei wäre.“

Die Partie SSV Ulm – Eintracht Stadtallendorf wurde auf Dienstag, 1. Juni (19 Uhr), verlegt, da die „Spatzen“ am ursprünglichen Spieltermin (29. Mai) im Finale des Landespokals gefordert sind.

Regionalligisten stellen personelle Weichen

Der TSV Steinbach Haiger hat den ersten Neuzugang für die kommende Saison unter Vertrag genommen: Nino Miotke wechselt vom Ligakonkurrenten TuS Rot-Weiß Koblenz an den Haar­wasen in Haiger. Der Defensivspieler hat ein Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2023 unterschrieben.

Auch der FSV Frankfurt feilt kräftig an seiner Personalplanung. Wie die Bornheimer mitteilten, bleibt Thomas Brendel dem früheren Zweitligisten als Sportlicher Leiter erhalten – allerdings gibt er seinen Posten als Trainer auf. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Verlängert hat der FSV die Verträge mit dem Ex-Stadtallendorfer Alieu Sawaneh, Arif Güclü und Simon Lüders. Verlassen werden die Frankfurter Luca Bazzoli (VfB Stuttgart) und Co-Trainer Taner Yalcin.

Wie der FSV Mainz 05 auf seiner Homepage mitteilte, wird Bartosch Gaul die U-23-Mannschaft der Rheinhessen über den Sommer hinaus trainieren. Der 33-Jährige hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert.

Von Marcello Di Cicco