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Lokalsport Eine Idee, die Menschen verbindet
Sport Lokalsport Lokalsport Eine Idee, die Menschen verbindet
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20:00 31.10.2020
Die Mannschaft des Kerstin-Heims zeigte ihr Können an der Fußball-Billard-Station. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Was tun, wenn man eine Idee hat, von der man überzeugt ist? Man erzählt Freunden und Bekannten davon. Das hat auch Egon Vaupel gemacht. Der ehemalige Marburger Oberbürgermeister ist Vorsitzender des Schulvereins der Steinmühle und zudem Vorstand bei den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg.

SF BG Marburg unterstützen Vorhaben

„Ich habe mich mit dem Thema Inklusion beschäftigt und festgestellt, dass es zu wenige Unified-Teams im Kreis gibt. Mein Ziel ist es, dass wir das in Marburg initiieren“, sagte Vaupel bei der Vorstellung der Fußballgolf-Anlage an der Steinmühle. Nach Vaupels Idee informierte er die Schulleitung. Diese beauftragte den zukünftigen Sport-Leistungskurs mit ihrem Tutor Mirko Radatz, eine Fußballgolfanlage für das Fußball-Team des Kerstin-Heims und interessierten Personen des Vereins zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen (fib) Marburg zu erstellen.

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Auch die SF BG Marburg seien bei der Umsetzung von Vaupels Idee sofort dabei gewesen. In der Folge führte Vaupel Gespräche mit dem Kerstin-Heim, bei dem der Vorstand der Blau-Gelben „offene Türen“ einrannte. „Der Frust ist bei Menschen mit Einschränkungen groß, wenn man ein Thema anfängt und dieses dann nicht weiter ausführt. Auch deshalb wollen wir das Projekt zum Erfolg bringen“, sagte Vaupel.

Das Ziel ist es, eine Mannschaft zu bilden, in der Menschen mit und ohne Einschränkungen zusammen trainieren und spielen. Bernd Holly, einer der beiden Schulleiter der Steinmühle, kam die Idee mit einer Fußballgolf-Anlage.

„Wir wollen den Zusammenhalt spielerisch erreichen. Am liebsten würden wir die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich machen, um die Gesellschaft wieder dazu zu bringen zusammenzuwachsen“, sagte Holly. Weiter ist der Schulleiter froh, den Jugendlichen „Spaß und gleichzeitig die Chance zu einem sportlichen Wettkampf“ ermöglichen zu können.

Vielseitig einsetzbare Materialien

Nach den Plänen, die die 22 Schüler in knapp acht Schulstunden und Heimarbeit entwickelten, bestellte die Schule die Materialien. Einige der Bestellungen sind noch nicht in der Schule eingetroffen, was an Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie liegt.

Nach dem Event lagert die Schule die Materialien ein und diese können in Pausen, bei Events oder im Sportunterricht genutzt werden. „Die Stationen können beliebig verändert werden. Dadurch ist das Projekt nachhaltig und zudem noch multifunktional einsetzbar“, stellte Sport-Tutor Mirko Radatz fest.

Marc Mercurio vom Landessportbund Hessen ordnet das Projekt in dieser Größenordnung als einzigartig in Hessen ein. „Hier werden Menschen mit Einschränkungen Glücksmomente ermöglicht – es ist gut, das voranzubringen“, sagte Mercurio.

All diese Ideen sind aus Sicht von Bernd Holly und Egon Vaupel nur der Anfang. „Wir wollen in einer Nachbetrachtung eine kontinuierliche Verbesserung der Anlage herbeiführen. Beim nächsten Zusammenkommen können wir ja auch mal auswerten, wer beim Fußball-Golf am erfolgreichsten war“, plant Schulleiter Holly bereits das nächste Treffen.

Von Leonie Rink

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