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Lokalsport SF BG Marburg setzt Zeichen für Frieden
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18:13 21.03.2022
Blau-Gelbs Tim Thumberger (links, hier im Zweikampf gegen Daniel Berger) setzte mit seinem Team in der Partie mit den Trikots ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine.
Blau-Gelbs Tim Thumberger (links, hier im Zweikampf gegen Daniel Berger) setzte mit seinem Team in der Partie mit den Trikots ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die SF Blau-Gelb Marburg liefen im Verbandsliga-Spiel gegen den TSV Steinbach-Haiger II in neuen Trikots auf und gaben dabei ein gesellschaftspolitisches „Statement“ gegen den Krieg in der Ukraine mit: Unter dem Symbol der Friedenstaube stand auf den gelben Hemden die Aufschrift „Friedensstadt Marburg“.

„Der Krieg in Europa mit dem Überfall auf ein freies Land berührt uns alle und macht uns betroffen“ erläuterte Fußball-Abteilungsleiter Egon Vaupel die Intention dahinter.

Die Idee dazu hatten die Blau-Gelben vom Fußball-Bundesligisten FC Augsburg übernommen, der sich vor dem Spiel gegen Dortmund in T-Shirts mit der Aufschrift „Friedensstadt Augsburg“ aufwärmte. Noch kurz vor dem Spiel sorgte der stellvertretende Jugendleiter der SF BG Kristof Kühn für die schnelle Beflockung, auch die beiden Frauenteams des Vereins sollen mit dem neuen Motiv auflaufen.

Vaupel: Trikots werden für guten Zweck versteigert

„Unsere Spieler haben sich aktiv und aus Überzeugung für die Sache beteiligt. Vor dieser positiven Einstellung muss ich meinen Hut ziehen“, sagte Vaupel, der sich auch für die Unterstützung und das Entgegenkommen des „eigentlichen“ Trikotsponsors Jörg Peil dankbar zeigte. Vaupel drückte zudem seine Hoffnung aus, dass „wir die Trikots nicht lange tragen müssen“. Dann sollen die Trikots versteigert werden und der Erlös daraus sozialen Projekten in Marburg zugutekommen.

Im Spiel gegen den bis dato Tabellenzweiten mussten die Blau-Gelben erneut auf ihre Flügelzange mit Clemens Haberzettl und Sascha Huhn verzichten, ebenso fehlten gestandene Spieler wie Maximilian Eidam und Maximilian Leinweber.

Von Beginn an kompensierten die Blau-Gelben die Ausfälle aber mit viel Einsatz und kämpferischer Einstellung gegen die etwas vorsichtig wirkenden Gäste.

Großartig gefährliche Torszenen aus dem Spiel heraus entwickelten sich indes auf beiden Seiten nicht, mit Ausnahme von Sandro Noriegas Versuch aus zehn Metern, den SF-BG-Keeper Florian Eidam mit einem Heber zu überraschen, was aber misslang (22.). Auch die Distanzschüsse der Platzherren von Jersid Pellumaj (16.) und Nils Klug (28.) sowie von Steinbachs Noriega (36.) blieben erfolglos.

Kurz nach dem Seitenwechsel kam es zu der Schlüsselszene für den Ausgang der Partie: Nach einer Steinbacher Ecke drückte Noah Theis zwei Meter vor dem Tor sowohl seinen Gegenspieler Jonas-Elias Hofmann zu Boden als auch wohl den Ball zur Gästeführung über die Linie (51.).

Jauernick: „Keinen Vorwurf an die Mannschaft“

Es folgte eine starke Phase der Blau-Gelben, allerdings weiterhin ohne große Chancen. In der Drangphase der Heimelf hatte der TSV Steinbach II indes auch Räume bei Gegenangriffen. Theis verpasste dabei knapp eine Hereingabe von Haluk Arslan (70.), ehe Marburgs Pascal Köhler bei einem Steinbacher Pass in den Strafraum Noriega von den Beinen holte. Dieser schoss selbst den fälligen Elfmeter, Eidam kam zwar an den Ball heran, konnte das 0:2 aber nicht verhindern (75.).

Bei diesem Ergebnis blieb es, da sich Eidam bei Arslans Freistoß auf dem Posten zeigte (88.) und Marburgs Nils Klug in der 90. Minute über die Latte zielte.

„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Leistung und Engagement stimmten, nur das Ergebnis passte nicht. Dabei war es auch bitter, dass die beiden Gegentreffer nach Standardsituationen fielen“, zog SF-BG-Coach Maurice „Momo“ Jauernick Bilanz.

Steinbachs Trainer Maik Six zeigte sich nach der Partie als fairer Gewinner: „In der ersten Halbzeit lief es bei uns nicht ganz so gut, Marburg leistete viel Gegenwehr, hatte sogar leichtes spielerisches Übergewicht und gestaltete die Begegnung ausgeglichen. Das 1:0 für uns war dann der Schlüsselmoment. Der Dreier, mit dem wir zurück an die Spitze gelangten, war immens wichtig für uns.“

Von Michael Seehusen