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Lokalsport Im Verbandsliga-Derby ging der Leader voran
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08:36 20.09.2021
Marburgs Nikola Novakov trifft und fliegt vom Platz (hier im Zweikampf gegen Ederberglands Marius Guntermann).
Marburgs Nikola Novakov trifft und fliegt vom Platz (hier im Zweikampf gegen Ederberglands Marius Guntermann). Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Sie sind für eine Mannschaft ähnlich wichtig wie ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten oder ein treffsicherer Knipser im Angriff: Leader, die ihr Team durch Führungsqualität auch aus brenzligen Situationen herausholen und an das Maximum pushen können. Beim Verbandsliga-Derby zwischen dem VfB Marburg und dem FC Ederbergland standen in Nikola Novakov aufseiten der „Schimmelreiter“ und Kevin Vidakovics von den Gästen aus Battenberg zwei dieser angesprochenen Spieler, die vorangehen, im Vordergrund.

Ähnlich wie schon eine Woche zuvor im Stadtderby bei den SF BG Marburg benötigte der VfB zehn bis 15 Minuten, um in die Partie hineinzufinden. „Das lag daran, dass Ederbergland von Anfang an extrem gut in den Zweikämpfen drin war, und mit dieser Gangart mussten wir erstmal zurechtkommen“, stellte VfB-Trainer Steffen Rechner fest. Dementsprechend ertönten schon früh Kommandos von Novakov: „Ey, wir sind noch nicht da!“

Wie es so kommen musste, ergriff der Mittelfeldstratege selbst Initiative, indem er nach einem Einwurf von Moritz Rechmann richtig spekulierte, in den freien Raum lief und mit einem trockenen Abschluss sehenswert die Marburger Führung erzielte. „Da habe ich gar nicht groß nachgedacht und einfach auf meinen Instinkt gehört. Zum Glück schlägt das Ding dann ein“, schilderte Novakov seine Sicht auf den Führungstreffer.

Indes war auch Trainer Rechner voll des Lobes für den Neuzugang aus Breidenbach: „Er hat die Leistung vom Blau-Gelb-Spiel bestätigt, da war er auch schon der Aktivposten und ist sehr positiv, was der Mannschaft enorm hilft.“

Vidakovics mit neuer, alter Rolle

Für Vidakovics, der nach seiner schweren Knieverletzung zum dritten Mal in der Startelf für die Gäste stand, war es hingegen der erste Gegentreffer, den er als Abwehrchef hinnehmen musste. „Das ist ein bisschen schade, aber sonst haben wir eine stabile Defensive. Das ist auch das A und O, hinten kompakt zu stehen“, betonte der Neuzugang aus Stadtallendorf, dessen Führungsqualität in der Übernahme des Kapitänsamts – zumindest in der Abwesenheit vom ebenfalls ehemaligen Stadtallendorfer Felix Nolte – widergespiegelt wird.

„Ich wurde am Anfang gefragt, ob ich das direkt übernehmen wollen würde. Es ist halt immer schwierig in einem neuen Verein, die Rolle zu übernehmen, aber ich geh da einfach rein“, erklärte Vidakovics. Während die beiden Antreiber also gleichmäßig bemüht waren, ihre Mannschaft bestmöglich zu unterstützen, bewegte sich auch das Spiel auf Augenhöhe.

VfB-Effizienz in der ersten Halbzeit

In der ersten Hälfte wusste der VfB durch seine Effizienz zu überzeugen und ging mit dem einzig nennenswerten Torschuss aus dem Nichts in Führung. Die Gäste versuchten, über das Umschaltspiel gefährlich zu werden, allen voran Maxim Zich sorgte für Betrieb. In den Abschlüssen blieb der FCE aber zu harmlos. In der zweiten Hälfte gelang es weiterhin keiner Mannschaft, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Stattdessen wurde die Partie hitziger, insgesamt verteilte Schiedsrichter Pascal Otte acht Gelbe Karten.

Auch in diesen Situationen im Vordergrund: Vidakovics und Novakov. Der Kapitän der Gäste sah nach einem rüden Foul an Marburgs Louis Preisig die Gelbe Karte (61.) und konnte sich glücklich schätzen, knapp 15 Minuten nicht als Wiederholungstäter vom Platz gestellt zu werden.

Ampelkarte für Novakov

„Es war ein klassisches Derby, das muss dazugehören. Klar, es waren ein paar Nickligkeiten dabei, auch ich kann vom Platz fliegen, aber es war alles in allem ein faires Spiel“, meinte der FCE-Kapitän. VfB-Coach Rechner reagierte auf die Einschätzung des Unparteiischen wiederum mit Unverständnis: „Für mich hätte das auch so eine Wende sein können, deswegen kann ich diese Entscheidung vom Schiedsrichter nicht nachvollziehen.“

Den Schlusspunkt setzte dann wiederum die Ampelkarte von Novakov, nachdem dieser in der Nachspielzeit zu ungestüm gegen Ederberglands Simon Mitze agierte. „Das kann man so und so auslegen. Auf der einen Seite mache ich das nicht clever und lasse mich von meinen Emotionen leiten. Auf der anderen Seite kann der Schiri auch mal ein bisschen feinfühlig sein.“

  • VfB Marburg – FC Ederbergland 1:1 (1:0). Tore: 1:0 Nikola Novakov (22.), 1:1 Burak Yavuz (65.). Bes. Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Novakov (VfB Marburg, 90.+2). Schiedsrichter: Pascal Otte (Bad Arolsen). Zuschauer: 180.

Von Yann Ruppersberg