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Lokalsport Hier kicken junge Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam
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15:00 04.05.2022
Prominente Beobachterin beim Fußball-Golf: Weltmeisterin Nia Künzer (in der grünen Jacke) schaute nicht nur zu, sondern kam bei der Auftaktveranstaltung auch mit Spielern und Verantwortlichen ins Gespräch.
Prominente Beobachterin beim Fußball-Golf: Weltmeisterin Nia Künzer (in der grünen Jacke) schaute nicht nur zu, sondern kam bei der Auftaktveranstaltung auch mit Spielern und Verantwortlichen ins Gespräch. Quelle: Stefan Weisbrod
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Marburg

In Marburg gibt es eine neue Fußballmannschaft – eine ganz besondere: Im Unified-Team spielen Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne geistige Beeinträchtigung gemeinsam. Künftig soll auf dem Sportgelände der Steinmühle regelmäßig trainiert werden.

Weltmeisterin Nia Künzer schaut zum Auftakt vorbei

An der Schule ist das Team nun gegründet worden – im Beisein einer prominenten Besucherin: Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer schaute den jungen Kickern beim Fußball-Golf zu und kam mit Spielern wie auch mit Verantwortlichen des Projekts ins Gespräch. Eine „tolle Sache“ sei es, befand die 42-Jährige, die 2003 im WM-Finale gegen Schweden das entscheidende Tor erzielt hatte.

Tore – das ist keine Frage – wollen auch die Spieler des neuen Teams schießen. Geplant ist, dass die Mannschaft künftig auch an Turnieren teilnimmt, Spiele bestreitet. Mit dem Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband sei darüber bereits gesprochen worden, erklärt Egon Vaupel, hebt hervor: „Das ist Zukunftsmusik. Erst einmal geht es darum, dass regelmäßig trainiert wird und dass alle Spaß daran haben.“ Der frühere Marburger Oberbürgermeister, aktuell Leiter der Fußballabteilung der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg und Vorsitzender des Steinmühle-Schulvereins, ist Initiator des Unified-Teams.

Die SF BG Marburg und die Steinmühle sind zwei von fünf Kooperationspartnern. Zu denen gehört auch das Kerstin-Heim; Jugendliche aus dem Internat mit Förderschule gehören zum Team, ebenso junge Menschen, die über den Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen (fib) vermittelt werden.

Hemmschwellen sollen abgebaut werden

Special Olympics Hessen ist der fünfte Partner. Die Organistation hat es sich mit dem Projekt „Wir gehören dazu“ zur Aufgabe gemacht, Menschen mit geistiger Behinderung in Sportvereine zu bringen, wie Dr. Bernhard Conrads, langjähriges Präsidiumsmitglied und heute Sonderbeauftragter von Special Olympics Deutschland, erklärte: „Das Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen.“

Bei der Auftaktveranstaltung hat das schon einmal sehr gut geklappt. In Teams eingeteilt, absolvierten die jungen Menschen mit und ohne Behinderung zunächst einen Fußball-Golf-Parcours, mussten dabei den Ball mit möglichst wenigen Versuchen ins Ziel bringen, kickten anschließend noch zusammen. „So soll es weitergehen“, sagt Vaupel. Vorgesehen ist, dass 14-täglich montags Einheiten auf dem Sportplatz oder – bei schlechtem Wetter – in der Sporthalle der Steinmühle stattfinden, die nächste ist für den 16. Mai um 17 Uhr geplant.

Sowohl Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe der Steinmühle als auch Fußballerinnen und Fußballer der SF BG sollen mitspielen. Sascha Huhn, Spieler aus dem Marburger Verbandsliga-Team, wird regelmäßig dabei sein; gemeinsam mit seinem Bruder Florian coacht er die Mannschaft, die für weitere Spielerinnen und Spieler offen ist. „Wer Interesse hat, sollte einfach zum Training kommen oder einen der Kooperationspartner kontaktieren“, rät Initiator Vaupel.

Lions Club Marburg unterstützt Projekt finanziell

Unterstützt wird das Unified-Team durch den Lions Club Marburg, der in diesem und in nächstem Jahr jeweils 1 500 Euro spendet, die für die Aufwandsentschädigung der Übungsleiter genutzt werden sollen. Der designierte Präsident Jörg Eckert und Vorstandsmitglied Thomas Glockseisen übergaben im Rahmen der Auftaktveranstaltung einen Scheck.

Von Stefan Weisbrod

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