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Lokalsport Für Sportler und Zuschauer gelten Regeln
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21:00 31.07.2020
Es geht wieder los: Am 1. August finden die ersten Testspiele statt, auch Zuschauer sind zugelassen. Sie müssen sich aber an einige Regeln halten, etwa das allgemeine Abstandsgebot einhalten, dürfen also nicht so eng gedrängt wie auf diesem Archivbild stehen. Und auch die Spieler müssen manches beachten. Quelle: Benedikt Bernshausen
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Marburg

Wenn der Ball rollt, gibt es für die Spieler nahezu keine Einschränkungen – aber schon wenn das Spiel unterbrochen ist, gelten besondere Regeln: Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat auf Basis der aktuellen Bestimmungen ein sechsseitiges Hygienekonzept entwickelt und den Vereinen als Muster zur Verfügung gestellt. Peter Schmidt geht davon aus, dass es die meisten Vereine anwenden werden. „Wichtig ist, dass das Konzept vor dem ersten Heimspiel bei uns eingereicht wird, egal ob selbst entwickelt oder vom HFV übernommen, sonst darf nicht gespielt werden“, betont der Marburger Kreisfußballwart. Für viele Mannschaften stehen an diesem Wochenende Testspiele an; ab diesem Samstag, 1. August, sind diese in Hessen wieder erlaubt.

Auf die Vereine beziehungsweise deren Vorstände komme bei der Umsetzung des Konzepts eine „hohe Hürde“ zu, meint Schmidt, macht aber deutlich: „Es geht um die Gesundheit. Die Regeln müssen eingehalten werden.“ Die Verantwortung dafür tragen die entsprechenden Vereinsvertreter, von denen einer als Ansprechpartner angegeben werden muss.

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Wer erkältet ist, darf nicht auf dem Sportgelände sein

Wer etwa erkältet ist, darf gemäß des Konzepts nicht auf dem Sportgelände sein – das gilt für Zuschauer, aber auch für Spieler und andere Beteiligte. Bedeutet konkret: Läuft dem Topstürmer die Nase, darf er nicht aufs Gelände und kann somit auch nicht spielen. Aber auch wenn Husten, Fieber ab 38 Grad, Atemnot oder andere Erkältungssymptome bei anderen Personen im eigenen Haushalt auftreten, darf man sich demnach nicht auf dem Sportgelände aufhalten – was für Vereinsverantwortliche nicht erkennbar sein kann. „Hier geht es um die Eigenverantwortung jedes Einzelnen“, sagt Schmidt.

Das Spiel selbst ist von den Regeln kaum betroffen. Das Spucken auf den Platz, zumindest von einzelnen Spielern sonst praktiziert, ist zu unterlassen. Auch Körperkontakt soll auf ein nötiges Minimum, das sich aus dem Spielgeschehen ergibt, reduziert werden. Gemeinsames Einlaufen, Abklatschen oder gar Umarmungen sind also tabu. Und: Ist das Spiel unterbrochen – die gleiche Regel gibt für Pausen im Training – ist der allgemein gültige Mindestabstand von 1,5 Metern umgehend herzustellen. Kann dieser nicht eingehalten werden, etwa bei Ansprachen in der Umkleidekabine, müssen alle Beteiligten einen Mund-Nase-Schutz tragen. Darüber hinaus sind verschiedene Empfehlungen formuliert, etwa: Jeder Spieler sollte Trikot, Hose und Stutzen mitnehmen, selbst waschen und wieder mitbringen.

Mit Standardkonzept bis zu 250 Zuschauer erlaubt

Das Sportgelände wird dem Konzeptentwurf nach in drei Zonen aufgeteilt: In „Zone 1“, dem Spielfeld samt unmittelbarer Umrandung und gegebenenfalls Laufbahnen, dürfen sich nur Schiedsrichter, Teammitglieder wie Spieler und Trainer, Sanitäter und Ordner, der Ansprechpartner fürs Hygienekonzept sowie Medienvertreter wie Fotografen aufhalten. „Zone 2“, die Umkleideräume, sind auch für Sanitäter, Ordner und Vertreter der Medien tabu. Zuschauer und andere Personen dürfen sich ausschließlich in „Zone 3“, dem Publikumsbereich, aufhalten. Auch sie müssen die Abstandsregeln einhalten. Festgelegt ist: Ein Zugang darf nicht zugleich auch ein Ausgang sein.

Zu Spielen dürfen maximal 250 Besucher kommen – für die meisten Testspiele und Partien in den Amateurligen dürfte das ausreichen, ansonsten muss durch die Vereine ein weitergehendes Konzept erarbeitet und durch die zuständigen Behörden genehmigt werden. „Die anwesende Gesamtpersonenanzahl im Rahmen des Spielbetriebs ist stets bekannt“, heißt es in dem HFV-Musterkonzept. Heißt: Es muss genau gezählt werden. Und: „Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden ausschließlich zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen von der Veranstalterin oder dem Veranstalter erfasst.“ Diese Daten müssen für einen Monat aufbewahrt werden.

Empfehlung: Zettel mit Daten mitbringen

Die Fußballvereine sind verpflichtet, die Daten aller Zuschauer von Spielen zu erfassen und einen Monat lang aufzubewahren. Zur Vermeidung von Wartezeiten am Einlass empfiehlt der Marburger Kreisfußballwart Peter Schmidt: „Wer sich ein Spiel anschauen möchte, sollte schon zu Hause einen Zettel mit seinem Namen und seinen Kontaktdaten samt Adresse vorbereiten.“ Dadurch könnte es schneller gehen und unnötige Kontakte in Warteschlagen vermieden werden.

Der komplette Konzeptentwurf mit allen Vorgaben und Empfehlungen – dieser Artikel gibt nur einige Punkte wider – ist auf dem Internetportal des HFV, erreichbar unter www.hfv-online.de, über den Punkt „Verband/News“ abrufbar.

Von Stefan Weisbrod