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Lokalsport Platzverweis raubt alle Hoffnungen
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15:00 24.03.2022
Stadtallendorfs Del-Angelo Williams (rechts) kämpft mit Steinbachs Sasa Strujic um den Ball.
Stadtallendorfs Del-Angelo Williams (rechts) kämpft mit Steinbachs Sasa Strujic um den Ball. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Die Reise des TSV Eintracht Stadtallendorf im Fußball-Hessenpokal ist zu Ende. Im Viertelfinale verlor der Spitzenreiter der Hessenliga-Aufstiegsrunde gestern Abend (23. März) nach einer guten Leistung gegen das Regionalliga-Topteam TSV Steinbach Haiger mit 0:2 (0:0) und verpasste damit den Einzug ins Halbfinale, in dem die Herrenwälder – voraussichtlich am Mittwoch (27. April) – beim Sieger des Hessenligaduells FC Bayern Alzenau – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Donnerstag, 14. April) gastiert hätten.

„Weiter Männer, weiter!“, rief Stadtallendorfs Kapitän Christopher Schadeberg seinen Mitspielern in der 72. Minute zu. „Wir haben noch Zeit, Brust raus!“ Doch alle Bemühungen des Abwehrspielers, seinen Mitspielern noch mal einzuheizen, halfen nichts. Keine Minute zuvor hatte der zweifache Hessenpokalsieger aus dem Lahn-Dill-Kreis auf 2:0 erhöht, als David Haider Kamm Al-Azzawe nach einer Freistoßflanke am schnellsten reagiert und aus dem Getümmel heraus auf 2:0 erhöht hatte.

Der Treffer tat den Gastgebern umso mehr weh, da sie ab der 63. Minute zu zehnt spielen mussten. Nach einem Foul an David Nieland, der zwölf Minuten zuvor die Führung des Viertligisten getroffen hatte, musste Malcolm Phillips mit einer „Ampelkarte“ vorzeitig den Kunstrasen verlassen.

Infos zum Spiel

Tore: 0:1 David Nieland (51.), 0:2 David Haider Kamm Al-Azzawe (72.).

Eintracht Stadtallendorf: Sahin – Schadeberg, Phillips, Ofori, Schütze – Bartheld (65. Seck), Arifi (70. Pape) – Heuser (75. Bremer), Sattorov – Cecen – Williams.

TSV Steinbach: Scholz – Kircher, Kamm Al-Azzawe, Weigelt, Strujic – Wulff, Bisanovic – Chessa (89. Sobotta), Eismann (90. Kirchhoff), Nieland (76. Bandowski) – Stock.

Schiedsrichter: Nicklas Rau (Kaichen).

Zuschauer: 310.

Gelb-Rote Karte: Malcolm Phillips (63., Stadtallendorf).

„Die Gelb-Rote Karte hätte nicht sein müssen, da Timo Cecen zuvor gefoult worden war“, haderte Stadtallendorfs Perry Junior Ofori mit dem Platzverweis – genau wie sein Trainer Dragan Sicaja, der jedoch „absolut nicht unzufrieden“ war. Musste er auch nicht sein. Zwar hatten die Gäste durch Angriffspressing zunächst mehr vom Spiel, ab Mitte der ersten Hälfte kämpfte sich die Eintracht ohne Außenverteidiger Andrej Markovic (Muskelbündelriss) aber zusehends besser ins Spiel und verbuchte – wie die Steinbacher (4., 41.) – gute Torchancen vor dem Kabinengang durch Schadeberg (33.) und Cecen (38.).

„Die erste Viertelstunde war schwierig, danach waren wir aber voll da“, stellte Arne Schütze fest. „Mit der Gelb-Roten Karte war das Spiel für uns aber rum. Wir haben dann keinen Zugriff mehr bekommen.“ Die Elf von Trainer Ersan Parlatan spielte vor 310 Zuschauern ihre Überzahl clever aus, schaffte es jedoch nicht, einen dritten Treffer nachzulegen. „Wir hatten fünf, sechs Spieler, die auf diesem Niveau mithalten konnten und auch ein paar, die nicht mithalten konnten. Das macht den Unterschied aus“, stellte Sicaja nach dem sehenswerten Pokalduell fest.

„Jetzt können wir uns richtig auf die Meisterschaft konzentrieren“, richtete Sicaja schon wieder den Blick nach vorn. Beim TuS Dietkirchen will die Eintracht am Samstag (26. März, 16.30 Uhr) in der Hessenliga-Aufstiegsrunde den nächsten Schritt machen, um wieder dorthin zu kommen, wo die Steinbacher bereits spielen: in der Regionalliga Südwest.

Von Marcello Di Cicco