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Lokalsport Eintracht will Hürde gegen FSV Frankfurt nehmen
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19:24 10.03.2020
Auch als Sportlicher Leiter hilft Fejz Hodaj (links, hier gegen Südkreis’ Luca Studenroth) bei der Stadtallendorfer „Zweiten“ aus. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Wenn morgen Abend das Flutlicht auf dem Stadtallendorfer Kunstrasenplatz angeht, spielt die Stadtallendorfer Eintracht nicht nur erstmals um den Einzug ins Hessenpokal-Finale. Im Sportlichen Leiter Fejz Hodaj sitzt dann auch ein Mann auf der TSV-Bank, der schon für beide Vereine auflief.

Geboren und aufgewachsen in Ehringshausen im Lahn-Dill-Kreis spielte der heute 37-Jährige bis zu den Senioren in seinem Heimatort und empfahl sich als 19-Jähriger mit 28 Toren in 30 Bezirksoberligaspielen für höhere Aufgaben. Bei seiner nächsten Station, Regionalligist Sportfreunde Siegen, gehörte Ex-Nationalspieler Patrick Helmes zu seinen Sturmpartnern. „Er war Vollblutstürmer, ich Mittelfeldspieler“, erzählt Hodaj, den es mit 21 Jahren, zur Saison 2004/05, zum FSV Frankfurt zog. „Der Verein wollte damals die Saison ruhiger angehen.“ Allerdings: Zur Winterpause belegte das Team um den damaligen FSV-Trainer Niko Semlitsch den ersten Platz, entsprechend stiegen die Ansprüche. Also verpflichteten die Bornheimer den ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Profi Michael Ani-cic von Aufstiegskonkurrent 1. FC Eschborn sowie Bernd Winter, der heute noch für den FSV tätig ist.

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Hatte Hodaj in den 18 Partien vor der Winterpause nur zweimal nicht zum Kader gehört und ab Oktober einen Stammplatz in der Startelf sicher, änderte sich nun das Bild: „Mit Anicic und Winter war die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld größer“, sagt Hodaj, der die ersten sechs Spiele nach der Winterpause zwar noch im Kader stand, danach aber ein Zerwürfnis mit den Verantwortlichen hatte. „Ich hatte einen stark leistungsbezogenen Vertrag und sollte nach einem Spiel für die zweite Mannschaft auflaufen, was auch okay war. Ich hatte dann aber darum gebeten, Lösungen zu finden, da ich ja aus Ehringshausen auch immer eine weite Anfahrt hatte.“

2009 kam Hodaj nach Stadtallendorf

Im Verein sah man dies als Affront und drohte Hodaj mit einer Vertragsauflösung – der Mittelfeldspieler nahm an. „Aus heutiger Rolle verstehe ich, dass der Verein so reagiert hatte“, sagt der Sportliche Leiter der Eintracht, „ich würde es heute aber nicht anders machen.“

2009, ein Jahr nach dem Aufstieg in die Hessenliga, zog es Hodaj nach Stadtallendorf, wo er in Dragan Sicaja auf einen Trainer traf, gegen den er in seinem ersten Punktspiel für Frankfurt bereits auf dem Feld stand. 2004 war Sicaja noch Spielertrainer des 1. FC Schwalmstadt, gegen den Hodaj und Co. seinerzeit mit 3:1 gewannen. „Ich erinnere mich an das Spiel, aber nicht mehr an das Duell mit Dragan“, schmunzelt Hodaj.

Karriere 2014 offiziell beendet

Inzwischen arbeiten beide seit Jahren eng zusammen – erst als Trainer und Führungsspieler, dann als Trainer und Sportlicher Leiter. „Unser Verhältnis ist von Ehrlichkeit, Respekt füreinander und blindem Vertrauen geprägt“, sagt der dreifache Familienvater Hodaj, der in Hachborn als Betriebsleiter arbeitet. Auch wenn Hodaj 2014 seine Karriere offiziell beendet hat, für seinen Heimatverein und die „Zweite“ der Eintracht sprang beziehungsweise springt er noch ein. „Am Tag nach dem Spiel bereut man das schon mal“, flachst Hodaj, der sich erst am vergangenen Wochenende beim 1:0-Sieg gegen den FSV Cappel II den Daumen verletzte.

Das Auf und Ab des FSV Frankfurt mit Erfolgen in der 2. Bundesliga und Insolvenz verfolgte Hodaj zwar, aber mit kaum mehr Interesse als bei anderen Traditionsclubs. Beim vergangenen Liga-Heimspiel gegen den FC Gießen (0:1) beobachtete Hodaj den FSV zuletzt. Sein Fazit: Insbesondere vor Steffen Straub ist Vorsicht geboten. „Er geht ins Eins-gegen-Eins und spielt frech“, warnt Hodaj, für den es in diesem K.-o.-Spiel mit dem TSV nur ein Ziel gibt: den Einzug ins Finale. Gegen den „Ex“.

Das Hessenpokal-Halbfinale TSV Eintracht Stadtallendorf – FSV Frankfurt beginnt am Mittwoch (11. März) um 19 Uhr in Stadtallendorf.

Von Marcello Di Cicco

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