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Lokalsport Schlechte Erinnerungen werden wach
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22:05 14.11.2019
Jonathan Mink (links, TuS Dietkirchen) behauptet sich gegen die Stadtallendorfer Laurin Vogt ­(Mitte) und Moritz Bäumel, die im Hinspiel nach Gelb-Rot frühzeitig vom Platz mussten. Archivfoto
Stadtallendorf

Keine guten Erinnerungen dürften wach werden. TuS Dietkirchen? Da war doch was! In der Tat bleibt das Hinspiel zwischen dem Aufsteiger aus dem Landkreis Limburg-Weilburg und dem TSV Eintracht Stadtallendorf nahezu unvergessen.

Nicht nur, weil die Stadtallendorfer am 2. August, es war der 2. Spieltag, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit noch den Gegentreffer zum 2:2 nach 2:0-Führung kassierten. Sondern auch, weil das Team von Trainer Dragan Sicaja diese Begegnung nur noch mit acht Spielern beendete.
Insgesamt 14 Gelbe Karten hatte seinerzeit Schiedsrichter Nicklas Rau (Kaichen) verteilt, drei davon führten zu Gelb-Rot für die Eintracht-Spieler Moritz Bäumel, Laurin Vogt und Matthias Pape.

„Ich habe nicht verstanden, dass einem so ein harmloses Spiel so aus den Händen gleiten kann“, war Sicaja nach der damaligen Begegnung fassungslos und bemängelte das fehlende Fingerspitzengefühl des Unparteiischen.

Großer Zusammenhalt im Team

Doch ist dies Schnee von gestern. „Nein, damit beschäftige ich mich nicht mehr“, sagt Sicaja. Beschäftigen muss er sich allerdings damit, dass der Aufsteiger durchaus in der Lage ist, gegen die großen Teams der Hessenliga mitzuhalten oder sie zumindest zu ärgern.

Belege dafür sind zwei Siege gegen RW Hadamar (1:0 und 2:1), ein 0:0 in Eddersheim und ein 3:2 gegen den SC Hessen Dreieich. 20 Punkte nach nunmehr 16 Spielen können sich als Hessenliga-Neuling sehen lassen. „Das wird keine leichte Aufgabe. Wer glaubt, uns sind drei Punkte sicher, der denkt nicht weit genug“, warnt Sicaja und schätzt vor allem den Zusammenhalt im Team des Gegners am morgigen Samstag.

„Vor der Saison hat fast jeder gesagt, Dietkirchen steigt sowieso wieder ab. Doch inzwischen sehen wir, dass der Aufsteiger vieles besser macht als andere Mannschaften, denen mehr zugetraut wurde. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit in Dietkirchen.“

Allerdings weiß Dragan Sicaja auch, was seine Mannschaft imstande ist zu leisten. „Ich bin gespannt, was sie mir am Samstag anbietet“, ergänzt er rückblickend auf den Pokalfight am Mittwochabend in Ginsheim, wo sich seine Jungs dank eines Treffers in der 89. Minute mit 4:3 durchgesetzt hatten.

Schöpferische Pausen wahrscheinlich

„Klar haben mir die drei Gegentore nicht gefallen. Das waren sicherlich ein, zwei zu viel. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass es um den Einzug ins Hessenpokal-Halbfinale ging. Ein typisches Pokalspiel eben. Beide Mannschaften haben alles gegeben, gerackert bis zum Schluss und dabei sicherlich auch einiges riskiert, da blieben Fehler nicht aus“, erklärt der Eintracht-Coach und ergänzt: „Es ist kein Zufall, wenn du kurz vor Schluss doch noch den Siegtreffer erzielst. Auch das hat etwas mit Qualität und Mentalität zu tun.“

Welche Elf Sicaja gegen TuS Dietkirchen morgen Nachmittag von Beginn an auf den Platz schickt, ließ er gestern noch offen. Im Hessenpokal-Viertelfinale am Mittwoch pausierte beispielsweise Matthias Pape. „Er war etwas erkältet. Für ihn hat Gino Parson auf der Innenverteidiger-Position seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Sicaja, der davon ausgeht, dass auch morgen der eine oder andere Spieler zunächst eine schöpferische Pause erhält.

Hessenliga: SC Hessen Dreieich - VfB Ginsheim, FV Bad Vilbel - 1. Hanauer FC (beide heute, 20 Uhr), Eintracht Stadtallendorf - TuS Dietkirchen (Sa., 14 Uhr), RW Hadamar - FSV Fernwald, Türk Gücü Friedberg - Hessen Kassel, SC Waldgirmes - KSV Baunatal, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz - Viktoria Griesheim (alle Sa., 14.30 Uhr), SV Neuhof - FC Eddersheim, RW Walldorf - SV Steinbach (beide So., 14.45 Uhr).

von Michael E. Schmidt