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Mittelstädt will den nächsten Schritt machen
Mittelstädt will den nächsten Schritt machen
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14:58 17.03.2021
Rot und Weiß – zwei Farben, die schon das Jugendtrikot von Hendrik Mittelstädt beim TSV Kirchhain prägten. Ab der nächsten Saison wird der 21-Jährige für die U 21 des 1. FC Köln in denselben Farben auflaufen.
Rot und Weiß – zwei Farben, die schon das Jugendtrikot von Hendrik Mittelstädt beim TSV Kirchhain prägten. Ab der nächsten Saison wird der 21-Jährige für die U 21 des 1. FC Köln in denselben Farben auflaufen. Quelle: Thorsten Richter
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Kirchhain

„Ist schon schön“, sagt Hendrik Mittelstädt, während sein Blick über das weitläufige Gelände des TSV Kirchhain schweift, vom Sportlerheim ringsum über die beiden Spielflächen. „Hier hat alles angefangen, drüben war damals noch der Ascheplatz“, erinnert sich Mittelstädt, während er auf auf den Kunstrasenplatz schaut. Bis zur D-Jugend machte der gebürtige Kirchhainer seine ersten fußballerischen Schritte an der Ohm, wurde beim TSV ausgebildet und entdeckt, wie es so mancher Talentsichter formulieren würde.

FC hatte schon angeklopft

Nicht ganz zehn Jahre später zieht es den 21-Jährigen an den Rhein. Ab dem 1. Juli spielt Mittelstädt mit der U-21-Mannschaft von Bundesligist 1. FC Köln in der Regionalliga West. Der Kirchhainer hat beim „Effzeh“ einen Vertrag bis Sommer 2023 unterschrieben. „Vor einem Jahr hatte mein Berater Kontakt mit Köln. Damals sagten die Verantwortlichen, dass sie mich im Auge behalten. Jetzt habe ich meine Tore gemacht, sehr gut gespielt – nun kam der Verein auf mich zurück.“ Für Mittelstädt war schnell klar: „Wenn man von so einem tollen Verein ein so gutes Angebot bekommt, dann kann man kaum Nein sagen – gerade jetzt, wo man keine Spiele, sondern höchstens Training hat und sich nicht beweisen kann.“

Mit seinem aktuellen Club, der zweiten Mannschaft des SC Paderborn, pausiert Mittelstädt aktuell. Gezwungenermaßen, weil wegen Corona seit Ende Oktober der Spielbetrieb in der Oberliga Westfalen ruht. Die U 21 des Zweitligisten befindet sich nach nicht einmal einem Viertel der absolvierten Spiele zwar im Abstiegskampf, mit seinen sechs Treffern gehört Mittelstädt aber zu den Top-Fünf-Torschützen der höchsten westfälischen Spielklasse. Hochklassiger Amateurfußball soll aber nicht das Ende der Fahnenstange sein. Das Ziel des ehemaligen Alfred-Wegener-Schülers ist klar definiert: Profifußball. „Mein Ziel ist es auf jeden Fall, dass mein Weg in den gut bezahlten Fußball führt. Dafür mache ich jetzt den nächsten Schritt in der Regionalliga. Von dort aus will ich weiter nach oben“, macht der in der Offensive als Flügel- oder Mittelstürmer einsetzbare Linksfüßer keinen Hehl aus seinen Ambitionen.

Sieg im DFB-Pokal-Finale

Sozusagen ganz oben auf dem Siegertreppchen stand Mittelstädt bereits 2017, als er mit der U19 von Eintracht Braunschweig das DFB-Pokal-Finale gegen den FC Carl Zeiss Jena gewann (3:0). „In diesem Spiel wurde ich eingewechselt, hatte dann noch ein paar gute Aktionen“, erinnert sich Mittelstädt gerne an die Partie auf dem Nebenplatz des Berliner Olympiastadions, wo er und seine Teamkollegen abends als VIP-Gäste das Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt verfolgten.

Zur Eintracht nach Braunschweig hatte es ihn im Sommer 2016 aus der A-Jugend des VfB Marburg gezogen. „Ich hatte Probetrainings bei Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05 und Braunschweig. Die Eintracht sagte zu mir: ‚Wir nehmen dich‘“, erzählt Mittelstädt, für den sich die Zeit bei den Niedersachen insgesamt durchwachsen gestaltete. Im zweiten U-19-Jahr stieg das Team aus der Bundesliga ab. „Ich habe zwar in den ersten Spielen meine Tore gemacht, danach lief es aber nicht mehr so gut. Die älteren Spieler wurden oft vorgezogen.“

Verletzung wirft ihn zurück

Kurz nach dem Wechsel ins U-23-Team zog sich Mittelstädt im Herbst 2018 einen Riss des Innenmeniskus im rechten Knie zu, der eine Operation nötig machte und einen langwierigen Ausfall bedeutete. „Im letzten Spiel der Oberliga-Saison habe ich ein Tor geschossen. Das war nach dieser Verletzungszeit ein kleines Highlight“, erzählt Mittelstädt, der im Sommer 2019 nach Paderborn wechselte.

Von der Pader geht’s nun also an den Rhein, um Neuland zu entdecken – wobei Mittelstädt schon eine Viert­liga-Partie vorweisen kann. Als A-Junior kam er mit der Braunschweiger U23 im Mai 2018 zu einem 33-minütigen Einsatz in der Nordstaffel. Damaliger Gegner: die zweite Garde des Hamburger SV. Das Teilnehmerfeld der Weststaffel ist nicht minder interessant. Neben den zweiten Mannschaften von Borussia Dortmund, Schalke 04 und Mönchengladbach gehören aktuell Traditionsclubs wie Alemannia Aachen oder Rot-Weiss Essen dazu.

Von Marcello Di Cicco

Über Braunschweig und Paderborn nach Köln

Hendrik Mittelstädt (21) spielte bis zum ersten D-Jugend-Jahr beim TSV Kirchhain. Anschließend zog es ihn zum VfB Marburg, mit dem der gebürtige Kirchhainer in der Gruppen- und Hessenliga spielte. Als 16-Jähriger wechselte er im Sommer 2016 nach Braunschweig, wo er zunächst im Internat lebte und mit der Eintracht in der U-19-Bundesliga Nord/Nordost auflief. In zwei Saisons kam er dort auf 45 Partien (8 Tore). Für die Braunschweiger „Zweite“ stand der Angreifer siebenmal in der Oberliga Niedersachsen und Regionalliga Nord auf dem Platz (1 Tor). Seit 2019 hat Mittelstädt für den SC Paderborn II in 22 Partien in der Oberliga Westfalen 10 Treffer erzielt.

Ab Sommer stürmt der 21-Jährige für die U-21-Mannschaft des 1. FC Köln. Beim Bundesligisten sieht man in Mittelstädt einen „entwicklungsfähigen Stürmer, den wir im Sturmzentrum und auch auf den Außenpositionen einsetzen können“, wird Matthias Heidrich, Leiter des FC-Nachwuchsleistungszentrums, auf der Homepage des Bundes­ligisten zitiert. „Wir freuen uns auf ihn und möchten ihm hier die Rahmenbedingungen bieten, damit er den nächsten Schritt in seiner Karriere machen kann.“ mdc