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Lokalsport Mittelstädt will sich beim 1. FC Köln II durchbeißen
Sport Lokalsport Lokalsport Mittelstädt will sich beim 1. FC Köln II durchbeißen
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13:13 21.01.2022
Hendrik Mittelstädt (links, hier in einem Testspiel gegen Erich Berko vom SV Darmstadt 98) muss sich in der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln mitunter auch gegen Spieler aus dem Bundesligakader durchsetzen.
Hendrik Mittelstädt (links, hier in einem Testspiel gegen Erich Berko vom SV Darmstadt 98) muss sich in der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln mitunter auch gegen Spieler aus dem Bundesligakader durchsetzen. Quelle: IMAGO
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Kirchhain

Gut eingelebt hat sich Hendrik Mittelstädt in Köln inzwischen. Von seiner Wohnung aus kann der 22-Jährige in fünf Minuten mit dem Fahrrad zum Trainingsgelände fahren, tut dies auch, manchmal zweimal täglich – für den gebürtigen Kirchhainer ist dies wahrlich keine sportliche Herausforderung. Diese wartet auf ihn erst am Zielort.

Seit vergangenem Sommer spielt der Fußballer für die zweite Mannschaft von Bundesligist 1. FC Köln. Beim Traditionsverein vom Rhein will Mittelstädt seinen nächsten Karriereschritt machen, nachdem der frühere Jugendspieler des TSV Kirchhain und VfB Marburg bereits bei den zweiten Mannschaften von Eintracht Braunschweig und des SC Paderborn aktiv war – dort überwiegend in der Oberliga (die OP berichtete). Mit dem Wechsel zum „Effzeh“ gelang ihm der Sprung in eine höhere Spielklasse, mit der U 23 spielt er in der Regionalliga West. Allerdings musste Mittelstädt auch die Erfahrung machen, dass die Konkurrenz bei einem Profiverein groß ist.

Zu sieben Einsätzen als Einwechselspieler kam der Kirchhainer bisher, maximal 30 Minuten pro Partie durfte der Angreifer sich dabei gegen Teams wie Preußen Münster oder den SV Straelen empfehlen, ein Treffer gelang ihm in den 128 Einsatzminuten nicht. „Im Training mache ich ganz gut mit“, findet Mittelstädt, der auf den Punkt bringt, wieso es ihm noch schwerfällt, sich durchzusetzen: „Die Profis, die in der Bundesliga nicht spielen, kommen runter zu uns, um sich Spielpraxis zu holen“, erzählt Mittelstädt. Bisweilen komme es auch vor, dass jene Spieler aus dem Bundesligakader auch im Abschlusstraining dabei sind, gelegentlich auch in den eins, zwei Einheiten zuvor.

Nie aufgeben

Doch Mittelstädt hat Hoffnung, dass sich für ihn die Situation beim Tabellensiebten der Weststaffel in der an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen Rot-Weiß Oberhausen beginnenden Restrunde bessert, denn: „Ein paar Spieler sind weggegangen oder werden vielleicht noch ausgeliehen.“ Unabhängig davon, wie es im weiteren Saisonverlauf weitergeht, eines hat Mittelstädt schon für sich gelernt – „dass man nie aufgeben soll, dass man auch dann weiter Gas gibt, wenn man nicht spielt“, sagt er. Sein Trainer Mark Zimmermann nehme zur Kenntnis, dass sich Mittelstädt reinhängt, bestärke ihn darin, weiter zu kämpfen. Im Gegenzug fühlt sich der junge Stürmer von seinem Coach gut gefördert.Gleichwohl hofft Mittelstädt, dass sich seinem Bemühen künftig mehr Spielminuten anschließen, nicht nur in der laufenden Saison. Noch bis Sommer 2023 ist er beim 1. FC vertraglich gebunden. Perspektivisch wolle er sich „noch mehr in die Mannschaft einfügen und dann vielleicht auch Stammspieler werden“. Letztlich, weiß Mittelstädt, sind viele kleine Schritte nötig, die ihm seinem Ziel näherbringen.

Wie es sich als Profi anfühlt, davon erhielt der 22-Jährige jüngst einen weiteren Eindruck. Für eine Woche zog es das Team ins Trainingslager an die südspanische Costa del Sol nach Marbella, für Mittelstädt war es das erste Trainingslager im Ausland. „Sowas gibt einem noch mal ein professionelleres Gefühl, und bei besserem Wetter macht es auch mehr Spaß, zu trainieren.“ Das Plus an Sonne und Trainingseinheiten sollen Mittelstädt und Co. dabei helfen, in der Tabelle noch weiter nach oben zu klettern. Dies hat sich die Kölner „Zweite“ für die Restrunde auf die Fahnen geschrieben.

Für Bundesligisten "ist alles möglich)

Während Hendrik Mittelstädt mit der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln darum kämpft, in der Restrunde der Regionalliga West noch ein paar Plätze nach oben zu klettern, hat sich auch die erste Mannschaft des FC in der Bundesliga gut entwickelt. Das Team von Trainer Steffen Baumgart schickt sich als Tabellenneunter an, im Kampf um die internationalen Plätze mitzumischen.

„Es ist schön, die Entwicklung zu sehen“, sagt Mittelstädt, der überzeugt ist von der Arbeit Baumgarts. Was für die Kölner in der Rückrunde noch drin ist? „Sie werden sich so stabil halten“, meint der 22-jährige Kirchhainer, den es nicht wundern würde, wenn der FC weiter oben mitmischt – und noch Boden gutmacht. „Nach oben ist alles möglich“, meint Mittelstädt. mdc

Von Marcello Di Cicco

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