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Lokalsport In Rekordzeiten zu hessischen Titeln
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15:00 23.12.2019
Schwamm bei den Hessischen Meisterschaften in ihrer Klasse über 100 Meter Schmetterling auf Platz vier: Cora Wittekindt. Quelle: Dirk Lossin
Frankfurt

Der verspätete Saisonhöhepunkt mit den Hessischen Kurzbahn-Meisterschaften der älteren Jahrgänge fand in diesem Jahr in Frankfurt-Höchst statt. Die ausrichtende SG Frankfurt begrüßte 48 hessische Vereine mit 381 Aktiven. In die Meisterschaften eingebettet waren auch die Jahrgangsmeisterschaften für die Jahrgänge 2000 bis 2006 (weiblich) beziehungsweise bis 2005 (männlich). Die Jahrgangsentscheidungen fielen in den Vorläufen.

VfL Marburg

Die Schwimmer des VfL Marburg setzten mit einem Titel und insgesamt elf Medaillen ein dickes Ausrufezeichen. Vor allem Maria Konrad und Julia Overberg mit insgesamt acht Vereinsrekorden. Gleich im ersten Wettkampf über 50 Meter Freistil ging es für Maria Konrad (2005) mit neuem Vereinsrekord von 26,67 Sekunden zum Jahrgangstitel.

Mit der drittschnellsten Zeit zog sie in das 50-Meter-Freistil-Finale ein, konnte dann mit 26,72 Sekunden allerdings die Vorlaufzeit nicht ganz bestätigen und holte Bronze. Viel ausgerechnet hatte sich die VfLerin auch über 50 Meter Rücken. Obwohl der Start alles andere als optimal war, ging es in Vereinsrekordzeit von 31,70 Sekunden zu Silber.

Am zweiten Tag setzte Maria ihre überzeugende Vorstellung mit Rang drei in der Jahrgangsentscheidung im Sprint über 50 Meter Brust fort. Mit 34,51 Sekunden musste sie nur die Darmstädterinnen Siebenlist und Rausch den Vortritt lassen. Das Finale verpasste sie als Neunte knapp. Eine weitere Silbermedaille sprang über 50 Meter Schmetterling mit 30,22 Sekunden und neuem Vereinsrekord heraus.

Einen starken Einstand hatte Julia Overberg, die bei den Juniorinnen die VfL-Farben vertrat. Über 50 Meter Rücken raste sie zu Silber und unterbot mit 30,84 Sekunden den wenige Minuten alten Rekord von Maria Konrad. Mit der fünftbesten Zeit zog sie in das Finale ein, konnte allerdings die Vorlaufzeit nicht bestätigen.

Mit 31,52 Sekunden blieb es bei Rang fünf. In der Jahrgangsentscheidung im 100 Meter Lagenschwimmen setzte sie sich mit einem spannenden Finish im Kampf um Bronze mit 1:12,42 Minuten gegen Fabienne Bräscher (Großauheim) durch. Eine weitere Bronzemedaille sicherte sie sich im 100 Meter Rückenschwimmen.

Alles andere als glücklich verlief die Vorbereitungsphase für Alexander Kunath (2001). Obwohl er über 50 Meter Freistil mit 24,62 Sekunden in die Nähe seiner persönlichen Bestmarke kam, konnte er nicht in den Titelkampf eingreifen. Deutlich besser lief es im Sprint über 50 Meter Rücken, hier ging es in 29,09 Sekunden zu Bronze. Zwei weitere Bronzemedaillen gab es über 200 Meter Freistil (1:59,93) und 200 Meter Rücken (2:15,81).

Alisa Padva (2004) hatte sich für alle drei Rückenstrecken qualifiziert. Im 50 Meter Sprint ging es in 34,91 Sekunden auf Rang 11. Ihre beste Platzierung erreichte sie über 200 Meter mit der neuen persönlichen Bestzeit von 2:38,33 Minuten und Rang fünf. In der offenen Wertung startete Hanna Benenson (1999), die über 50 Meter Freistil (29,86), 50 und 100 Meter Brust (37,71/1:25,53) die Zeiten aus den letzten Wettkämpfen bestätigte.

Marburger SV

Der MSV schickte acht Qualifikanten ins Rennen. Darunter landete Mika Schütz (2002) auf den Freistilstrecken im Sprint und über die doppelte Distanz zweimal auf dem undankbaren vierten Platz. Für Lina Wagner (2002) liefen die Trainingsvorbereitungen alles andere als optimal, sodass es trotz aller Anstrengungen über 50 Meter und 100 Meter Brust jeweils nur für Rang fünf reichte.

Auf den gleichen Strecken behauptete sich Jacob Horn und wurde über 100 Meter Brust Zehnter und über 50 Meter Brust gar Neunter. Nils Becker (2000/Junioren) und Mara Mensing (2003) landeten hier auf dem sechsten Platz. Zara Ziegler schaffte als Achte über 50 Meter Freistil eine Top-10-Platzierung.

Während Anne Wagner im Rückensprint als 16. zunächst Startschwierigkeiten hatte, lieferte sie am zweiten Wettkampftag über die doppelte Distanz als Elfte ein souveränes Rennen. In der Wertung 1999/offen stellte sich Fabian Trageser (1997) im Schmetterlingssprint einem starken Teilnehmerfeld und bestätigte seine erst eine Woche alte Bestmarke in 27,47 Sekunden (23.).

TSV Kirchhain

Mit Cora Wittekindt (Jahrgang 2005) ging nur eine Sportlerin für den TSV Kirchhain an den Start. Cora wusste sich in den sieben von ihr geschwommenen Entscheidungen gut zu behaupten, auch wenn der Sprung aufs Siegertreppchen in zwei Rennen knapp verpasst wurde.

Einen fulminanten Start legte sie gleich in ihrem ersten Wettkampf hin. Über 50 Meter Freistil verbesserte sie den von ihr selbst gehaltenen Vereinsrekord auf 28,00 Sekunden und sicherte sich damit den fünften Platz in der Jahrgangswertung.

Noch einen Rang besser platzierte sie sich über 100 Meter Schmetterling, hier schrammte sie als Vierte mit 1:12,43 Minute nur knapp an Edelmetall vorbei. Im weiteren Verlauf der Meisterschaften kam Cora Wittekindt nicht mehr ganz an ihre Meldezeiten heran.

TSV Eintracht Stadtallendorf

Mit dem Ausgang der Jahrgangsmeisterschaften konnten Lukas Schalk (1999), Lukas Lossin (2001), Lorenz Hof, Davide Piacenza (2002) und Joel Bitsi (2003) überaus zufrieden sein. Der auf das Event abgestimmte Trainingsplan ging voll auf.

Den Anfang machte Joel Bitsi über 50 Meter Freistil. Mit einer Zeit von 24,86 Sekunden blieb er erstmals unter der 25-Sekunden-Marke und belegte einen hervorragenden zweiten Platz. Es folgte ein dritter Platz über 50 Meter Rücken in 29,29 Sekunden und eine weitere Bestzeit (1:59,15) über 200 Meter Freistil, die mit Platz zwei belohnt wurde. Auch über 100 Meter Freistil gab es in 54,48 Sekunden Silber.

Bei Lukas Schalk zeigt das systematische Training erste Erfolge. Mit einer neuen Bestzeit von 52,18 Sekunden und Platz vier über 100 Meter Freistil in einem 25-köpfigen Starterfeld zeigte er sich durchaus zufrieden. Lukas Lossin hatte sich für diese Meisterschaften viel vorgenommen, doch erneut scheiterte er über die 50 Meter Brust knapp an der 30-Sekunden-Marke.

Nach 30,22 Sekunden stoppte er die Uhr als Dritter. Über 100 Meter Brust und 100 Meter Lagen qualifizierte er sich für das Finale der Tagesschnellsten aller sechs Jahrgangswertungen, wo er seine Zeit nochmals bestätigte (30,24) und als viertschnellster Hesse das Podium knapp verfehlte.

Lorenz Hof war trotz neuer Bestzeit und Platz drei über 50 Meter Freistil nicht ganz zufrieden mit dem Ausgang des ersten Rennens, fehlte ihm am Ende doch nur eine Hundertstel Sekunde zu Platz zwei. Am nächsten Tag nutzte er das Rennen über 50 Meter Schmetterling als Warm-up. Die Endzeit von 27,79 Sekunden und Platz fünf gab ihm Sicherheit für den 100 Meter Freistilsprint.

Von Anfang an ließ er dabei an seinen Ambitionen keinen Zweifel aufkommen und zog seinen Konkurrenten mit mehr als einer Körperlänge Vorsprung davon. Die Uhr stoppte für den neuen und alten Hessenmeister in neuer Bestzeit von 51,54 Sekunden. Damit katapultierte er sich mit der zweitschnellsten Vorlaufzeit in das Finale des besten sechs. Diese fulminante Leistung konnte er dann nochmals abrufen und sicherte sich in der offenen Wertung Gesamtplatz zwei.

Beeindruckend für den kleinen Verein war das Resultat der 4x50 Meter Freistilstaffel. In der Besetzung Schalk, Hof, Bitsi und Lossin holte sie nach den großen Leistungszentren SG Frankfurt und DSW Darmstadt in 1:37,0 Minuten einen beeindruckenden dritten Platz.

von Manfred Hellmann, Ines Peters-Försterling, Dirk Lossin und Alfred Hof