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Lokalsport Empfehlung: Auch einige Zweite sollen aufsteigen
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11:55 11.06.2020
Die Kicker vom TSV Caldern dürfen wieder auf den Aufstieg hoffen. Quelle: Stefan Tschersich/Archiv
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Marburg

Gute Nachricht für Vereine wie den TSV Amöneburg und den TSV Caldern: Der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) spricht sich dafür aus, dass neben den direkten Aufsteigern auch einige weitere Mannschaften aufsteigen.

In der Regel betrifft das Tabellenzweite, die – wäre die Saison regulär zu Ende gespielt worden und hätten sie ihre Position behauptet – in Relegations- oder in Aufstiegsrunden um den Sprung nach oben gespielt hätten. Aufsteigen soll demnach jeweils eine Mannschaft, die nach einer Quotientenregel am besten dasteht.

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Die Entscheidung, die Saison aufgrund der Corona-Krise endgültig abzubrechen, soll am 20. Juni bei einem außerordentlichen Verbandstag getroffen werden. Der Verbandsvorstand hatte sich am 16. Mai für den Abbruch ausgesprochen, verbunden mit der Empfehlung, dass anhand der Quotientenregelung – die Anzahl der Punkte wird dafür durch die Zahl der Spiele geteilt – direkte Aufsteiger ermittelt werden sollen.

HFV: Regelung „ rechtlich abgesichert“

Absteiger soll es nicht geben. Diese Empfehlung wurde nun „dahingehend ergänzt, dass der Aufstieg der Teilnehmer von Relegations- und Aufstiegsspielen ebenfalls nach der Quotientenregel erfolgen soll“, teilt der HFV mit.

„Im Zuge der zahlreichen Diskussionen bezüglich des Themas mit dem Umgang der Saison 2019/2020 und den daraus resultierenden Aufsteigern wollten wir stets eine Lösung im Sinne der Mehrzahl unserer Vereine finden“, lassen sich Präsident Stefan Reuß und Vizepräsident Torsten Becker gemeinsam zitieren. Mit der aktuellen Empfehlung sei „eine solche gefunden, die zugleich auch rechtlich abgesichert worden ist“.

Amöneburg würde demnach als punktbester Tabellenzweiter der Kreisligen A Marburg, Biedenkopf und Frankenberg in die Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord aufsteigen, Caldern den Sprung in die Kreisliga A Marburg schaffen. Für den FSV Schröck, Dritter der Gruppenliga Gießen/Marburg (hat zwei direkte Aufstiegsplätze), würde es nicht reichen, er hätte nach dieser Regelung das Nachsehen gegenüber dem Wiesbadener Vertreter FC Germania Okriftel. Im Vergleich der Kreisoberliga-Zweiten liegt der FSV Cappel deutlich hinter West-Vertreter RSV Büblingshausen.

Einwurf von Stefan Weisbrod

Trotzdem die fairste Lösung

Die Delegierten haben es beim Verbandstag am 20. Juni in der Hand. Es wäre aber eine große Überraschung, würden sie der Empfehlung des HFV-Vorstands nicht folgen. Und somit ist davon auszugehen, dass die Saison in den hessischen Fußball-Ligen nicht nur abgebrochen wird, sondern dass neben Meistern auch einige zweitplatzierte Mannschaften aufsteigen. Andere aber nicht. Ist das gerecht?

Der TSV Amöneburg hat in der Marburger Kreisliga A – man darf wohl behaupten, der im Vergleich mit der der Biedenkopfer und der Frankenberger stärksten der drei Staffeln – 14 von 16 Spielen gewonnen. Dass das Team acht Punkte Rückstand auf den SV Großseelheim hat, liegt vor allem daran, dass es drei Partien weniger bestreiten konnte.

So gesehen ist der Aufstieg mehr als verdient. Allerdings: Die Spielvereinigung Rauischholzhausen hätte im Dreikampf, wäre er sportlich ausgetragen worden, wohl kaum schlechtere Chancen auf den direkten Aufstieg oder zumindest den Relegationsplatz gehabt als Großseelheim und Amöneburg, geht aber leer aus.

So wie auch der FSV Cappel in der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord, in der er punktgleich mit dem designierten Meister aus Emsdorf Zweiter ist. Der Titelkampf fällt aus, über die Quotientenregel geht’s für das Team vom Köppel auch nicht in die Gruppenliga. Natürlich ist das für den FSV bitter.

Es ist eine Situation, die es so noch nie gab und die es hoffentlich nie wieder geben wird. In dieser Situation muss eben eine Lösung gefunden werden. Die nun angestrebte kann es nicht allen recht machen. Unter allen realistischen Alternativen ist sie aber die fairste.

Von Stefan Weisbrod

07.06.2020
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