Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Diese Eintracht-Fans sind in Barcelona live dabei
Sport Lokalsport Lokalsport Diese Eintracht-Fans sind in Barcelona live dabei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 14.04.2022
Tom-Leon Kötz (Zweiter von links) drückt von Marburg aus die Daumen, Philipp Paffrath (von links), Jasmin Kötz, Andreas Jeide und Patrick Born vom Eintracht-Frankfurt-Fanclub „Cappeler Adler“ sind in Barcelona live dabei.
Tom-Leon Kötz (Zweiter von links) drückt von Marburg aus die Daumen, Philipp Paffrath (von links), Jasmin Kötz, Andreas Jeide und Patrick Born vom Eintracht-Frankfurt-Fanclub „Cappeler Adler“ sind in Barcelona live dabei. Quelle: Stefan Weisbrod
Anzeige
Marburg

Bordeaux und Porto, Marseille, Rom, Lissabon und London, Istanbul und erst vor ein paar Wochen Sevilla – das sind nur einige der Städte, in denen die Frankfurter Eintracht in den vergangenen Jahren auf ihren Touren durch Europa war, oft erfolgreich: Clubs mit bekannten Namen wie Olympique und Lazio, wie Inter, Arsenal und Betis wurden in deren Stadien besiegt. „Barça ist noch einmal eine andere Kategorie, eine höhere Stufe“, sagt Jasmin Kötz, bekommt schon beim Gedanken an die Partie an diesem Donnerstagabend Gänsehaut. „Wahrscheinlich hat jeder Fan schon einmal auf der Playstation gegen den FC Barcelona gespielt und davon geträumt, dass die Eintracht mal wirklich gegen diesen Verein ran darf und man selbst dabei ist“ – in echt, sozusagen. Jetzt ist sie tatsächlich in Barcelona dabei, ebenso wie Tausende weitere SGE-Anhänger.

20 000? 30 000? „Ich glaube, es werden noch mehr“, sagt Philipp Paffrath, der wie Jasmin Kötz zu den „Cappeler Adlern“ gehört und am Mittwochnachmittag gemeinsam mit weiteren Mitgliedern seines sowie des Fanclubs „Burgwald-Adler“ im Reisebus Richtung Katalonien aufgebrochen ist, nach gut 1 400 Kilometern auf den Straßen am Donnerstagvormittag ankommen dürfte. Nur rund 5 000 Tickets hat die Frankfurter Eintracht für ihre Anhänger erhalten. Auch Patrick Born und Andreas Jeide gehören zu den Glücklichen, die ihre Karten bereits in der Tasche haben. Andere wollen versuchen, irgendwie in der Stadt an Tickets zu gelangen. Andreas Jeide hofft, dass es ihnen gelingt: „Barcelona braucht jeden Euro. Ich glaube nicht, dass Plätze freigelassen werden, wenn jemand Karten haben will.“ Fast 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer fasst das Camp Nou.

Bilder von Ihrem Fußball-Abend

Wie verfolgen Sie das Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Barcelona? Schicken Sie uns gerne Bilder von Ihrem Fußball-Abend!

Es ist eines der bekanntesten Fußballstadien der Welt, auf einer Ebene mit dem Maracanã in Rio de Janeiro und dem Wembley-Stadion in London, Andreas Jeide spricht von einem „Fußballtempel“. Dort überhaupt mal zu sein, sei schon „eine riesige Sache“, sagt Patrick Born, findet es „überragend“, ein Pflichtspiel der SGE dort live zu erleben. Aber nicht nur auf die Partie selbst freut er sich riesig, ist damit nicht allein: Wie schon vor anderen Europapokal-Spielen ist erneut ein Fanmarsch geplant, weiße Kleidung ist angesagt. Jasmin Kötz erinnert sich gut und sehr gern daran, wie es vor rund drei Jahren in Mailand war: „Wir sind mit 15 000 Leuten durch die Stadt gelaufen, alle schwarz gekleidet. Die Atmosphäre war gigantisch. Ich glaube, so etwas haben die Einwohner noch nicht erlebt.“ Ähnlich, vielleicht noch stimmungsvoller, ist sie überzeugt, wird es auch in Barcelona werden. Sie strahlt, wenn sie davon spricht. Die Vorfreude ist ihr anzumerken.

Die verspürt ihr Sohn Tom-Leon ebenfalls – auch wenn er nicht mit nach Spanien fährt, das Spiel in Marburg verfolgen wird. Auch einen „Platz in einem Koffer“, sagt er, würde er nehmen, hat er dann aber doch nicht bekommen. Dort müssen schließlich Klamotten für ein paar Tage rein, erst für Sonntag ist die Rückfahrt geplant, zuvor soll noch etwas die Stadt erkundet werden. „Wenn man schon mal da ist, nimmt man das natürlich gern mit“, sagt Andreas Jeide, lässt sich Fahrt, Hotel und Tickets zusammen rund 350 Euro kosten, würde auch mehr ausgeben, denn: „So was erlebt man vielleicht nur einmal.“

Wie gut die Stimmung in den kommenden Tagen sein wird, hängt natürlich auch vom Ergebnis ab. Schwer wird’s, sind sich die „Cappeler Adler“ einig, ebenso in der Einschätzung, dass nach dem Remis im Hinspiel alles offen ist. Eine recht konkrete Prognose wagt Patrick Born: „Ich glaube, es gibt Verlängerung. In der macht ihn dann Gonçalo Paciência irgendwie rein, ein ganz blödes Tor.“ Einwände gibt’s da keine – darf gern ganz genau so kommen.

Von Stefan Weisbrod