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Hinter den Bayern wird’s spannend
Hinter den Bayern wird’s spannend
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11:00 07.01.2022
Der Frankfurter Martin Hinteregger (links) und Dortmunds Erling Haaland im Hinspiel, damals gewann die Borussia mit 5:2. Am ersten Rückrundenspieltag treffen sich die Eintracht und der BVB wieder.
Der Frankfurter Martin Hinteregger (links) und Dortmunds Erling Haaland im Hinspiel, damals gewann die Borussia mit 5:2. Am ersten Rückrundenspieltag treffen sich die Eintracht und der BVB wieder. Quelle: Marius Becker/dpa
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Marburg

Die Winterpause ist kurz gewesen, an diesem Wochenende startet die Fußball-Bundesliga in die Rückrunde. Der Rekordmeister aus München steht wie gewohnt oben in der Tabelle, Borussia Dortmund auf Platz zwei, dahinter geht’s eng zu. Und wie sieht’s am Ende aus? Die OP hat mit Ex-Profis über ihre Erwartungen gesprochen …

Für Eike Immel ist klar: „Der FC Bayern wird Meister.“ Der frühere Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund und des VfB Stuttgart meint: Nur Corona könnte den Serienmeister stoppen – etwa „wenn die Bayern deshalb über längere Zeit personelle Ausfälle haben“. Für den 61-Jährigen ist der FCB unter normalen Umständen nicht zu bremsen, „weil andere Mannschaften patzen“. Generell hofft Immel, dass der Verlauf der Rückrunde nicht allzu sehr durch Geisterspiele beeinflusst wird – auch im Abstiegskampf, den Immel noch spannender erwartet als etwa das Rennen um die Champions-League-Plätze.

Eike Immel: Köln könnte unten reinrutschen

Eike Immel. Foto: Marcello Di Cicco Quelle: Marcello Di Cicco

Das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Greuther Fürth sieht der Ex-Nationaltorwart als sicheren Absteiger, Arminia Bielefeld und Hertha BSC müssten „kämpfen bis zum Schluss“. „Und mein Gefühl ist, dass der 1. FC Köln noch hinten reinrutschen wird, wobei ich das nicht hoffe. Der FC gehört für mich in die Bundesliga.“ Dort sieht Immel auch seinen Ex-Verein aus Schwaben, mit dem der gebürtige Erksdorfer 1992 Deutscher Meister wurde, den er als Tabellen-16. jedoch „in höchster Gefahr“ sieht.

Bei seinem anderen ehemaligen Bundesliga-Arbeitgeber, dem BVB, bestimmen die Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Stürmer Erling Haaland im kommenden Sommer das Geschehen. „Ich glaube, dass er bleibt“, sagt Immel. Gleichwohl schätzt er die BVB-Verantwortlichen um Sportdirektor Michael Zorc, einst Mitspieler Immels, so ein, „dass sie schon einen Joker in der Hinterhand haben“.

Ein Sonderlob hat der ehemalige Spitzentorwart für den SC Freiburg übrig: „Die spielen mit einer erfrischenden Mannschaft, zudem wird dort mit gesunden Mitteln und mit einer klaren Linie gearbeitet.“ Den Breisgauern, aber auch Union Berlin, gönnt Immel daher die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb.

Volker Münn: Eintracht hat Chance auf Champions League

Volker Münn. Foto: Marcello Di Cicco Quelle: Marcello Di Cicco

Auf einen solchen steuert auch die Frankfurter Eintracht erneut zu – und das nach einem Saisonstart, nach dem viele die SGE bereits als Abstiegskandidaten betrachtet hatten. Ex-Profi Volker Münn, 1988 mit dem Club DFB-Pokal-Sieger geworden, freut sich über die Entwicklung, spricht von „zuletzt überzeugenden Auftritten“ und meint: „Ich denke, es wird für die Eintracht wieder nach Europa gehen.“ Realistisch ist aus Sicht des Sachbearbeiters im Marburger Sportamt eine Platzierung zwischen vier und sechs, also gar die Qualifikation für die Champions League: „Die Konkurrenz ist groß, aber bislang nicht konstant. Ich sehe auf jeden Fall eine Chance.“

Weiter unten in der Tabelle rechnet er damit, dass Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach nicht in den Abstiegsstrudel geraten. „Ich glaube, beide werden in der Rückrunde zumindest einige Plätze klettern.“ Neben Fürth dürften es auch Bielefeld und Augsburg schwer haben, meint der 61-Jährige, für den die Meisterfrage schnell beantwortet ist: „Die Bayern lassen sich das nicht nehmen.“

Reiner Künkel: Bundesliga ist schwächer geworden

Reiner Künkel, ehemaliger Fußballprofi (unter anderem SV Darmstadt 98 und FC Bayern München) aus Biedenkopf. 26. April 2017. Foto: Stefan Weisbrod Quelle: Stefan Weisbrod

Reiner Künkel denkt zwar, dass die vielen Corona-Fälle nicht spurlos an seinem früheren Verein vorbeigehen werden, ist sich aber dennoch sicher, dass der FC Bayern erneut Meister wird. Es mangele an Konkurrenz: „Es wird ja hin und wieder gefragt, ob die Bundesliga schwächer geworden ist. Ich meine schon, dass sie nachgelassen hat“, sagt der Biedenkopfer, der in seiner Jugend großer Eintracht-Fan war, weiter Sympathien für die Frankfurter hat – und die Entwicklung „sehr positiv“ sieht: „Die Unruhe, die im Sommer aufgekommen war, hat die Mannschaft sehr gut weggesteckt.“

Auch einen anderen hessischen Verein hat Künkel im Blick, einen aktuellen Zweitligisten: Vor seiner Zeit in München traf der heute 71-Jährige für Darmstadt 98 in Serie. Er glaubt, dass es die „Lilien“ wieder ins Oberhaus schaffen können. „Ich muss zugeben, dass ich lange Zeit dachte, jeder Punkt ist einer gegen den Abstieg.“ Inzwischen sieht er das anders: „Das ist nicht nur Glück, da ist auch viel Qualität. Das kann klappen.“

SGE ohne da Costa und Lindström

Eintracht Frankfurt muss Samstag (8. Januar) um 18.30 Uhr gegen Borussia Dortmund wegen positiver Corona-Tests auf Jesper Lindström und Danny da Costa verzichten. Sie befinden sich in häuslicher Isolation, teilte der Verein gestern mit. „Beide Spieler hatten im kritischen Zeitraum keinen Kontakt zu den Mannschaftskollegen“, hieß es in der Mitteilung.

Von Marcello Di Cicco und Stefan Weisbrod