Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Tabea Eigeland will mit der HSG in die Landesliga aufsteigen
Sport Lokalsport Lokalsport Tabea Eigeland will mit der HSG in die Landesliga aufsteigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 19.06.2022
Tabea Eigeland will mit der HSG Marburg/Cappel in die Landesliga aufsteigen.
Tabea Eigeland will mit der HSG Marburg/Cappel in die Landesliga aufsteigen. Quelle: Stefan Weisbrod
Anzeige
Cappel

Spaß – um den geht es ihr. Sie spielt Handball, weil es ihr Spaß macht. Und mit diesem Team macht es ihr besonders viel Spaß. „Wir stehen immer zusammen. Ich denke, das ist eine unserer großen Stärken“, sagt Tabea Eigeland. Gerade deshalb mache es auch so viel Spaß. Die Kreisläuferin der HSG Marburg/Cappel will das aber nicht so verstanden wissen, dass es ihr und ihren Mitspielerinnen egal ist, ob sie gewinnen oder nicht: „Wir sind auch alle motiviert, wir wollen zusammen etwas erreichen.“ Aktuell konkret: den Aufstieg in die Landesliga.

Den hatte Tabea Eigeland schon einmal angepeilt. Die heute 28-Jährige, die in ihrer Heimatstadt Fritzlar erst mit 13 Jahren mit dem Handball begonnen hatte und 2015 zur HSG Marburg/Cappel kam, wechselte 2018 zur HSG Bad Wildungen II. Mit der Zweitvertretung des Bundesligisten sollte es binnen zwei Jahren in die zweithöchste hessische Klasse gehen. „Die erste Saison lief super, da sind wir direkt in die Bezirksoberliga aufgestiegen“, erzählt sie. Und die zweite? Fand ein vorzeitiges Corona-Ende.

Pendelei

Für die Pendelei von ihrem Wohnort Marburg ins Waldecker Land fehlte es der Lehramtsstudentin, die zudem an der Steinmühle als Pädagogische Assistentin arbeitet, zunehmend an Zeit, darunter litt auch die Freude am Sport. Der Wechsel zurück fiel ihr nicht schwer. Der Kontakt war ohnehin nie abgerissen, im Gegenteil: Sie trainierte ein Mädchenteam, macht das auch heute noch, derzeit im B-Jugend-Bereich.

2016 war Tabea Eigeland mit der „Zweiten“ der HSG in die Bezirksliga B aufgestiegen, bei diesem Team fing sie vor zwei Jahren auch wieder an – „da kannte ich fast alle“. Doch der Ehrgeiz war da, auch in der Bezirksoberliga zu überzeugen. Auf ihrer Position am Kreis geht es ordentlich zur Sache, da muss sie sich auch körperlich behaupten: „Meine Aufgabe ist es, dort Lücken zu ziehen, damit andere durchbrechen können. Oder ich muss mich selbst durchtanken.“

Aufstieg

Das kann sie, das hat sie auch im ersten der beiden Aufstiegsspiele gegen die Frankfurter Eintracht bewiesen, als sie fünf Tore zum Sieg beisteuerte. Mit einem Drei-Tore-Vorsprung geht die HSG am Sonntagabend in die finale Partie. Der Aufstieg ist ganz nah. Dabei schien er zu Beginn der Aufstiegsrunde noch weit weg: „Da standen wir auf Platz fünf. So ein Ausgang war ziemlich unwahrscheinlich.“ Die HSG kletterte noch auf Rang zwei – „jetzt wollen wir den Aufstieg auch schaffen“. Die Landesliga, sagt Tabea Eigeland offen, wäre für das Team „ein Experiment“, auf das sie aber „richtig Bock“ hätte: „Das Niveau ist deutlich höher. Wir würden es als Chance sehen. Spielerisch würde es uns sicher voranbringen.“ Und was ist mit dem Spaß? „Den hätten wir da auf jeden Fall auch!“

Mit 25:22-Führung ins Rückspiel

Den ersten Schritt zum Aufstieg haben die Handballerinnen der HSG Marburg/Cappel am Donnerstag in Frankfurt gemacht. Bei der Eintracht gewannen sie mit 25:22. Entschieden ist damit aber noch nichts: Es steigt das Team in die Verbandsliga auf, das nach Hin- und Rückspiel vorn liegt – 25:22 ist sozusagen „nur“ eine Halbzeitführung. Nach der Partie an diesem Sonntag (18 Uhr) in der Conrad-Hahn-Sporthalle in Cappel steht also fest, ob die HSG in der nächsten Saison in der Landesliga Mitte mitmischen darf. sw

Von Stefan Weisbrod