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Lokalsport Benedikt Blattner hofft auf Re-Start im Frühjahr
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19:24 22.12.2020
Auf diesem Bild aus dem Jahr 2017 als Handballer zu sehen, jetzt Trainer bei der Männerspielgemeinschaft Kirchhain/Neustadt: Benedikt Blattner.
Auf diesem Bild aus dem Jahr 2017 als Handballer zu sehen, jetzt Trainer bei der Männerspielgemeinschaft Kirchhain/Neustadt: Benedikt Blattner. Quelle: Foto: Michael Hoffsteter
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Kirchhain

Er ist 28 Jahre jung und sammelt bereits seit seinem 16. Lebensjahr Erfahrungen als Trainer von Handballmannschaften. Benedikt Blattner verfügt inzwischen über die B-Lizenz, die ihn als qualifizierten Übungsleiter ausweist. Die ersten Sporen verdient er sich in der Jugendarbeit der Spielgemeinschaft der Handballabteilungen des TSV Kirchhain und des VfL Neustadt. Zunächst kümmert er sich um die Belange des männlichen Jugendteams, inzwischen obliegt ihm im zweiten Jahr die Verantwortung für die Männermannschaft, die sich in der vergangenen – wegen Corona nicht beendeten – Saison mit eher mäßigem Erfolg schlug. „Der Abbruch der Runde kam uns vermutlich zugute“, räumt er ein, wohlwissend, dass noch viel Arbeit vor ihm liegt.

Doch er ist zuversichtlich, dass seine Schützlinge das Zeug dazu haben, in der Liga mit 15 Mannschaften durchaus mithalten zu können, „Wir wollen zeigen, dass wir es besser können als in der vergangenen Saison.“ Allerdings ist längst nicht klar, wann der Männerspielgemeinschaft dazu die Gelegenheit geboten wird. Das vermaledeite Corona-Virus legt auch weiterhin den Spielbetrieb in den unteren Ligen lahm.

„Wir haben uns auf den Saisonbeginn Anfang September vorbereitet“ , sagt der an der Lauterbacher Alexander-von-Humboldt-Schule tätige Studienreferendar. Dann wurde der Start erst in den Oktober und später auf November verlegt. Zuletzt hieß es: Vor Anfang Februar 2021 wird kein Handball gespielt. Wie bis dahin eine angemessene Vorbereitung laufen soll, bleibt nicht nur dem Coach der MSG Kirchhain/Neustadt ein Rätsel. Vor Mitte Januar kommen die Handballer selbst bei optimalem Verlauf nicht in die Halle. „Drei Wochen reichen nicht aus. Das ist zu wenig Zeit für Körperschulung sowie Ausbildung in Technik und Taktik“, moniert Blattner. Eine umfassende Vorbereitung diene auch dazu, möglichen Verletzungen vorzubeugen. Das Programm müsse nun komplett neu aufgebaut werden. Damit die Spieler einigermaßen fit zum Trainingsbeginn auflaufen, hat er ihnen Übungen an die Hand gegeben, die der Beweglichkeit, der Koordination und der Grundlagenausdauer dienen. „Sehr wahrscheinlich müssen wir auch hinsichtlich des handballspezifischen Kraftbereiches während der dann laufenden Saison nacharbeiten“, betont er.

Er sieht den frühesten Termin für die Wiederaufnahme des Handballgeschehens Ende Februar/Anfang März. In einem Weihnachtsgruß des HVV-Präsidium auf der Verbandswebsite ist sogar vom zweiten Quartal die Rede. Ein solch später Saisonbeginn würde die Frage aufwerfen, wann die Runde abgeschlossen sein könnte. Ein Termin Ende Juni wird nur schwer zu halten sein. Der Verband hat sich dazu noch nicht eindeutig geäußert. Blattner zuckt mit den Schultern: „Wir müssen die Entwicklung abwarten. Möglicherweise wird nur eine einfache Runde gespielt.“

Seine Ambitionen sind klar umrissen: Er möchte nach und nach die jungen Spieler noch besser in die Mannschaft integrieren, die zuletzt einiges an Lehrgeld haben zahlen müssen. An mangelnder Fitness habe es nicht gelegen. Allerdings seien etliche Niederlagen darauf zurückzuführen gewesen, dass die Konstanz im Spiel gefehlt habe. „Wir haben selten über die gesamte Distanz einer Partie mitgehalten. Das Selbstvertrauen ist nach anfänglichen Erfolgen geschwunden. Der Druck, den wir aus dem Rückraum entwickeln, ist noch zu gering. Zu häufig wurden vorne wie hinten falsche Entscheidungen getroffen. Da sehe ich für uns noch ein großes Entwicklungsfeld. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir uns sukzessive weiterentwickeln werden.“

Bei allen Hindernissen in der Corona-Zeit gelte es für ihn und die Abteilungsvorstände, mit denen er sehr gut zusammenarbeite, die jungen Leute zu motivieren und bei der Stange zu halten. „Ich strebe an, dass der Kern meiner Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs der Spielgemeinschaft stammt.“ Noch sei die Stimmung im Team bestens. Aber die Viruspandemie gefährde zunehmend ein geordnetes und gedeihliches Miteinander.

Von Bodo Ganswindt