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Lokalsport „Ich bin keine Einzelgängerin“
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10:57 24.09.2021
Jule Paech von der Spielgemeinschaft Biedenkopf-Wetter Volleys.
Jule Paech von der Spielgemeinschaft Biedenkopf-Wetter Volleys. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Halsdorf

Der Mannschaftssport genießt für die Volleyballerin Jule Paech einen hohen Stellenwert. Ihre Mutter Sandra hat ihr sozusagen das Volleyball-Gen vererbt, ist diese doch schließlich mehr als vier Jahrzehnte in der heimischen Szene in Rauschenberg, Homberg/Ohm und zuletzt in Stadtallendorf aktiv gewesen.

Noch vor drei Jahren hat sie die Volleybälle gebaggert, gepritscht und geschmettert. Wen wundert‘s also, wenn die kleine Jule bereits als Sechsjährige mit dem Spiel konfrontiert wird? „Ich habe in Rauschenberg unter dem Trainer Heinz-Dieter Henkel das Volleyballspielen gelernt“, sagt die heute 19 Jahre alte Athletin, die in Halsdorf wohnt. Und so schlecht kann dies nicht gewesen sein, was sie sich unter Henkels Regie angeeignet hat.

Saisonvorbereitung ist so gut wie abgeschlossen

Denn sie beweist nicht nur Talent, sondern macht Fortschritte und wird dabei auch von ihren Eltern Sandra und Ralf nach Kräften unterstützt. Diese leisten unter anderem Fahrdienste, als Jule im Alter von 13 Jahren nach Stadtallendorf wechselt und sich zwei Jahre später den Biedenkopf-Wetter Volleys anschließt. Dort spielt sie zunächst in der Jugend und dann in der zweiten Mannschaft. Seit vergangener Saison ist sie Mitglied der ersten Mannschaft, die der Oberliga angehört.

Allerdings wird die Spielrunde nach nur wenigen Matches wegen der Corona-Pandemie abgebrochen. Jetzt heißt es: Auf ein Neues! Die Vorbereitung auf die Saison 2021/22 ist so gut wie abgeschlossen. Ende dieser Woche und ab 9. Oktober fliegen die Volleybälle wieder über die 2,24 (Frauen) beziehungsweise 2,43 Meter (Männer) hohen Netze. „Wir spielen ausschließlich in Wetter, trainiert wird dreimal die Woche, und zwar zweimal in Biedenkopf und einmal in Wetter“, beschreibt die 1,70 Meter große Jule das Pensum, das sie unter der Regie von Trainer Volkmar Hauf absolviert. „Er hat mich seinerzeit sehr gut aufgenommen in das Team“, sagt sie, „er ist über das Traineramt hinaus auch ein guter Freund, außer wenn wir schlecht spielen, dann hat er schon mal den ein oder anderen Satz für uns übrig. Aber er will ja auch nur gewinnen.“

Natürlich möchten die Volleys gerne aufsteigen. In der Vorrunde müssen sich die Oberliga-Teams der Frauen in zwei Gruppen zu je sechs Mannschaften für die Playoffs qualifizieren.

Jule und ihren Mitspielerinnen bekommen es mit Waldgirmes, dem VfL Marburg, der TG Wehlheiden, dem Hünfelder SV und dem FSV Bergshausen zu tun. Die jeweils drei besten Teams bilden eine neue Sechsergruppe und spielen den Aufsteiger aus.

„Die Oberliga ist momentan für mich das Limit“

„Unsere Aufstiegschancen sind durchaus realistisch, wenn wir das auf den Platz bringen, was wir können“, betont die auf der Diagonal- oder der Außenannahmeposition spielende Halsdorferin. Grande Dame des jungen Teams ist die Zuspielerin Renate Kern. „Sie kennt die meisten unserer Gegner, verfügt über eine große Erfahrung und hält die Mannschaft zusammen.“

Jule will ihre persönlichen Erwartungen aber nicht zu hoch schrauben. „Die Oberliga ist momentan eigentlich für mich das Limit“, räumt sie ein, „in den höherklassigen Ligen rauschen einem die Bälle ganz anders um die Ohren.“

Gleichwohl freut sich die Studentin des Faches „Medizinisches Management“ an der TH Mittelhessen in Gießen auf den Saisonstart mit ihrem Team und die sozialen Kontakte, die sie herbeigesehnt habe. „Ich bin keine Einzelgängerin und kann mich besser in der Gruppe motivieren.“

An den Wochenenden in den Hallen unterwegs

Auch ihr Freund Bojan Cigoja ist Volleyballer durch und durch. Er trainiert die zweite Frauenmannschaft und spielt im Biedenkopfer Oberligateam. „An den Wochenenden sind wir also in den Hallen unterwegs, haben aber immer noch genügend Zeit für uns. Es passt.“

Von Bodo Ganswindt