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Lokalsport Greif und Co. wollen „Spieler bei Laune halten“
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12:52 20.10.2020
Lutz Greif ist der neue Marburger Kreisjugendfußballwart. Quelle: Marcello Di Cicco
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Marburg

Wirklich neu ist die Arbeit für Lutz Greif nicht – auch wenn der 65-Jährige erst vor gut drei Wochen auf einem außerordentlichen Kreisjugendfußballtag zum neuen Jugendwart des Fußballkreises Marburg gewählt wurde. Als Stellvertreter des vom Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) nicht im Amt bestätigten, bisherigen Jugendwartes Reiner Schrauf war Greif seit dem Frühjahr mit jenen Dingen betraut, um die sich der oberste Mann im Kreisjugendfußballausschuss in der Regel kümmert – egal, ob es um das Zweitspielrecht oder die Gründung einer Jugendspielgemeinschaft (JSG) geht. „Die Vereine müssen sich auf jemanden verlassen können. Insofern ist in dieser Zeit dennoch alles abgearbeitet worden“, sagt Greif.

Der gebürtige Wehrdaer übernimmt die Spitzenfunktion im Jugendausschuss in einer Zeit, die nicht nur wegen der Corona-Pandemie und den sich daraus ergebenden Einschränkungen schwierig ist für die Nachwuchskicker. Er übernimmt sie auch in einer Zeit, in der das Gremium stark mit sich selbst beschäftigt ist, in dem häufiger Streitigkeiten zwischen seinem Amtsvorgänger und Kreisfußballwart Peter Schmidt beziehungsweise dem Hessischen Fußball-Verband (HFV) im Vordergrund standen (die OP berichtete mehrfach). Greif betont aber: „Was die Angelegenheit mit Reiner Schrauf angeht, halten wir uns als Jugendausschuss komplett heraus.“ Zwar räumt Greif ein, dass es gewisse Vorfälle gegeben habe, die eine weitere Zusammenarbeit einiger Ausschussmitglieder mit Schrauf nicht weiter möglich gemacht hätten – Vorfälle, auf die Greif nicht näher eingehen möchte. Nun gelte es aber, wieder nach vorne zu blicken.

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Mannschaftszahlen geben Anlass zur Sorge

Von einer „außerordentlich guten Mannschaft“ spricht Greif, wenn er über den neuen Kreisjugendausschuss redet, in dem Jochen Mann als sein Stellvertreter fungiert. Was die dringlichsten Probleme angeht, sehen sich Greif und Co. mit Entwicklungen konfrontiert, die das Gremium schon seit einigen Jahren beschäftigen. „Gerade im A- und B-Junioren-Bereich gehen die Mannschaftszahlen zurück. Das ist deswegen problematisch, weil diese Altersklassen das Sprungbrett in den Seniorenbereich sind“, weiß der neue Kreisjugendwart. Er geht deshalb davon aus, dass der Trend zum Zusammenschluss von Vereinen in eine JSG beziehungsweise einen Jugendförderverein anhalten wird. Neben „vernünftiger Jugendarbeit“ in den Vereinen setzt er darauf, die Arbeit in den DFB-Stützpunkten zu forcieren. „Wir wollen die Spieler bei Laune halten, weiter Fußball zu spielen. Dafür braucht es qualifizierte Trainer beziehungsweise einen guten Betreuerstab“, meint der 65-Jährige.

Zuletzt war die eigentlich anstehende Hallenrunde ein Thema, das den Ausschuss beschäftigt hat. Wegen gar nicht oder allenfalls nur schwer einzuhaltender Corona-Auflagen – etwa was die Abstandsregelung in Sporthallen angeht – dürften sich Turniere kaum umsetzen lassen, zumal oft auch Eltern dabei sind. Am Freitag hat der Hessische Fußball-Verband schließlich mitgeteilt: Offizielle Hallenwettbewerbe wird es in diesem Winter nicht geben. Damit berücksichtige der HFV „einerseits die aktuell ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Andererseits stellen die behördlichen Hygieneauflagen zur Nutzung von Hallen organisatorisch und personell eine enorme Hürde dar, deren Erfüllung äußerst problematisch und zudem mit gesundheitlichen Risiken verbunden wäre.“

Jugendspiele im Freien während der Wintermonate?

Ob die ausbleibende Hallenspielrunde dazu führen könnte, dass einige junge Kicker dem Fußball den Rücken kehren? „Das könnte durchaus passieren“, sagt Greif. Um dies zu verhindern, bringt der Kreisjugendwart Partien im Freien während der Wintermonate ins Spiel – „eventuell in Turnierform“, sagt Greif, „die Kunstrasenplätze, um dies durchzuführen, gibt es“. Allerdings weiß er, dass dieses Modell abhängig von den herrschenden Temperaturen ist. „Wir machen uns Gedanken“, sagt Greif. Für die Jugendfußballer. Denn jenen und den Vereinen, so Greif, fühle man sich im Kreisjugendausschuss verpflichtet.

Von Marcello Di Cicco