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Lokalsport Söldner“ finden ihren Meister
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08:19 23.08.2021
Die Offensive der Mercenaries um Niklas Fengler (Nummer 19) hatte gegen die Unicorns einen schweren Stand.
Die Offensive der Mercenaries um Niklas Fengler (Nummer 19) hatte gegen die Unicorns einen schweren Stand. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Wenn die Schlacht hoffnungslos verloren ist, müssen die Lichtblicke in kleinen Duellen gefunden werden. Als Mercenaries-Kicker Nicola Pirone, dessen Position meist weit unten in der teaminternen Athletik-Rangliste siedelt, den gegnerischen Topspieler Da’Ronte Smith kurz vor Schluss im offenen Feld sehenswert und mustergültig von den Beinen holte und zu Boden schmetterte, feierte die ganze Marburger Mannschaft den unverhofften Tackler. Pirone strahlte übers ganze Gesicht – beim Spielstand von 70:13 für die Gäste aus Schwäbisch Hall.

„So eine Aktion zeigt, dass die Mannschaft intakt ist. Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit knapp 40 Leuten, die das erste Jahr in der ersten Liga spielen“, meinte Michael Dalkowski, Sportlicher Leiter der „Söldner“. Die Unicorns waren in allen Phasen des Spiels Marburgs Herr und Meister und kontrollierten das Geschehen von Anfang bis Ende. Und das mit Ersatz-Quarterback Ian Gehrke, der für den etatmäßigen Spielmacher Alexander Haupert einsprang, und weiteren Ausfällen von Leistungsträgern in der Defensive.

Den Unterschied zwischen den beiden Teams erkannten die 500 Zuschauer im Georg-Gaßmann-Stadion bereits beim jeweils ersten Ballbesitz. Während die Hausherren mit ihren ersten drei Spielzügen lediglich sieben Yards bewerkstelligten, boxten die Gäste mit vier Spielzügen mehr als 60 Yards und einen Touchdown zur Führung durch. Zwar kamen die „Mercs“ zwischenzeitlich bis auf 7:14 durch den Defensive Back Marvin Hart, in Abwesenheit des verletzten Marcus Cox als Running Back eingesetzt, heran. Doch die Gäste schalteten im zweiten Abschnitt einige Gänge nach oben und stellten zur Halbzeit auf sage und schreibe 49:13, bevor sie in Durchgang zwei nur noch drei Punkte zuließen und selbst weitere 28 auf die Anzeigetafel hievten.

Eigene Chancen nicht genutzt

Das Endergebnis schmeckte Sonny Weishaupt gar nicht, doch der Mercenaries-Quarterback mahnte zu Mäßigung: „Wir haben in der Defensive und Offensive einige Chancen nicht genutzt. Das ist natürlich bitter. Aber man muss realistisch sein. Wir haben nicht nur ein extrem junges Team, sondern auch einen sehr kleinen Trainerstab“, sagte Weishaupt.

Unter Head Coach Joseph Tricario arbeiten drei weitere Coaches. Die Unicorns warten stets mit einem Dutzend Trainern auf. Darunter Mario Campos Neves, der bereits in den USA für das beste College-Team, Alabama Crimson Tide, coachte. Er kümmert sich um die Running Backs der Unicorns.

Die Lehrstunde fand auch unter den Augen von Ex-Marburger Hendrik Schwarz statt, der noch in der Saison 2019 für die „Söldner“ den Helm übergestreift hatte, danach zu Schwäbisch Hall wechselte, dort wegen der abgesagten Runde 2020 aber kein Spiel absolvierte und mittlerweile bei den Frankfurt Galaxy spielt. Noch in Marburg wohnhaft, sah er, wie seine Freunde Niklas Fengler und Niclas Kranz Nachhilfeunterricht erhielten. „Ich glaube, Marburg hat viele junge und talentierte Spieler, aber es fehlt eben noch die Erfahrung, um gegen Topteams die richtigen Entscheidungen und Spielzüge zu machen“, bewertete Schwarz die alten Weggefährten.

Von Benjamin Kaiser

22.08.2021
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