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Lokalsport Münchens Drittliga-Profi Paul Will hatte „ein etwas bedrückendes Gefühl“
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16:59 05.06.2020
Paul Will erlebte sein erstes Geisterspiel mit dem FC Bayern II in der 3. Liga.
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Marburg

„Ich hatte es mir anders vorgestellt. Letztlich fand ich es nicht so schlimm“, resümiert der 21-Jährige die Atmosphäre im Stadion im Gespräch mit der OP.

Was Will allerdings sowohl bei Bundesliga-Spielen als auch bei anderen Partien auffiel: dass der Fokus der Kameras, aber auch der des Personals im Stadion, wesentlich stärker auf die Spieler gerichtet ist – auch auf die Auswechselspieler. „Uns war schon klar, dass wir Ersatzspieler nicht so viel dummes Zeug schwätzen können wie sonst“, flachst der Mittelfeldspieler. „Von unserem Hygienebeauftragten waren wir vor dem ersten Spiel darauf hingewiesen worden, dass der Fokus stärker auf uns liegen wird – auch wenn in der 3. Liga weniger Kameras im Einsatz sind als etwa in der Bundesliga. Aber dass der Fokus 90 Minuten lang nur auf den Spielern liegt, ist schon ein etwas bedrückendes Gefühl“, mag sich Will mit dem Zuschauerausschluss auf Dauer nicht anfreunden.

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Die Partie verbrachten Will und Co. übrigens in der VIP-Loge auf der Tribüne. Zwischen den Spielern mussten sieben Sitzplätze frei bleiben. Das auch in der 3. Liga angewandte Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) verlangte auch eine einwöchige Quarantäne, die der FCB II in einem Hotel verbrachte. „Wir hatten keinen Kontakt nach außen, nur Einzelzimmer, haben nur in kleinen Gruppen gegessen und hatten bei der Fahrt zum Spiel einen Doppeldecker-Bus. Die Auflagen sind streng, aber gut. Wenn sich andere Leute an die Auflagen halten müssen, können wir Profis es auch“, zeigt Will Verständnis.

Vor dem Re-Start hatten sich zahlreiche Drittligisten für einen Saisonabbruch ausgesprochen. Will aber sieht gute Chancen, dass die Saison sportlich entschieden wird und nicht am grünen Tisch. „Aber nur, wenn es alle wollen. Die Frage ist, ob alle an einem Strang ziehen“, sagt er. Spannend ist es allemal, denn gut die Hälfte (!) aller Teams haben noch realistische Chancen auf den Aufstieg.

Von Marcello Di Cicco

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