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Lokalsport Marburgerin Gabriela Göbel ist Vize-Weltmeisterin
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11:00 09.06.2022
Holte bei der Bullshooter-WM in Chicago einen Vizetitel und drei fünfte Plätze: Gabriela Göbel.
Holte bei der Bullshooter-WM in Chicago einen Vizetitel und drei fünfte Plätze: Gabriela Göbel. Quelle: Stefan Weisbrod
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Chicago / Marburg

Es ist die letzte Disziplin gewesen, die letzte Chance auf eine Podiumsplatzierung. Die wollte Gabriela Göbel unbedingt holen, am liebsten aber einen WM-Titel. Ob sie im Frauen-Doppel großen Druck gespürt habe? „Ich würde es so sagen, es war ein gesunder Druck da.“ Sie erklärt: „Ich wusste, was ich will. Der Druck hat mir geholfen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.“ Und tatsächlich: Gemeinsam mit Mila Martinez aus Spanien spielte sich die Marburgerin bis ins Finale vor. Dort fehlte es dann an Glück und vielleicht am Ende eines anstrengenden Turniers in der E-Dart-Variante „Bullshooter“ auch etwas an Kraft.

Insgesamt sei die WM in Chicago „bombastisch“ gewesen. Die Doppel-Weltmeisterin von 2017 bezieht das nicht nur auf ihren Vizetitel und die drei fünften Plätze, die sie zuvor im Einzel sowie in den Disziplinen „Top Gun“ und „Triple Mixed“ errungen hat, sondern auch auf das Event an sich, auf die vielen Begegnungen mit anderen Spielerinnen und Spielern. In der Szene kennt man sich.

Sechs Siege in Serie

Auch Mila Martinez und Gabriela Göbel kannten sich bereits, haben sich zumindest bei Turnieren schon mehrfach getroffen. Zusammen gespielt hatten sie bislang aber nicht. Gabrielas Mann Uwe Göpel hatte die Idee dazu, sprach die Spanierin und ihre Begleiter an – eine gute Entscheidung, wie sich zeigte: Die beiden Frauen, von Uwe Göpel als „Team Europe“ bezeichnet, harmonierten gut, auch die Verständigung klappte, obwohl Martinez weder Englisch noch Deutsch spricht: „Wir haben uns in der Dartsprache verständigt, das hat geklappt“, erzählt die 61-jährige Gabriela Göbel, die sich selbst als „Dart-Oma“ bezeichnet, lachend.

Mit sechs Siegen in Serie spielte sich das deutsch-spanische Duo bis ins Finale vor, bezwang dabei unter anderem ein amerikanisches Team, das es über die „Verliererseite“ bis ins Endspiel schaffte, dort dann gemäß Doppel-K.-o.-System zwei Siege benötigte. Göbel und Martinez schafften es nicht ganz, ihr zuvor gezeigtes Niveau zu halten, unterlagen zunächst in zwei Sätzen, in der entscheidenden Partie dann im dritten Durchgang.

„Natürlich“, sagt Gabriela Göbel, „hätte ich lieber gewonnen.“ Von Enttäuschung ist bei ihr aber nicht viel zu spüren: „Ich bin sehr happy damit, wie es gelaufen ist.“

Von Stefan Weisbrod